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Nachrichten 05.10.2011

Europas Pensionsfonds pushen das nachhaltige Investment

Der Einsatz von Nachhaltigkeitsstrategien gewinnt für Großinvestoren zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile setzt schon jeder zweite europäische Pensionsfonds auf Nachhaltigkeit. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die auch näher auf die konkreten Nachhaltigkeitsstrategien dieser Großinvestoren eingeht.

François Passant. / Quelle: Eurosif


Institutionelle Investoren spielen aufgrund ihres starken Anlagevolumens eine große Rolle im Kapitalmarkt. Pensionsfonds wiederum zählen dabei mit zu den wichtigsten Akteuren. Sie setzen große Anlagevolumen ein und verfolgen sehr langfristige Strategien. Schließlich ist es ihre Aufgabe, Pensionen der Zukunft zu finanzieren, weshalb sie auch strenge Risikovorgaben beachten müssen. Vor diesem Hintergrund erscheint es besonders bemerkenswert, dass mittlerweile 56 Prozent der europäischen Pensionsfonds eine nachhaltige Anlagestrategie  verfolgen. Dies hat eine nun veröffentliche Untersuchung von Eurosif ergeben, dem europäischen Dachverband für nachhaltige Geldanlagen. Er hat dazu Marktakteure aus zwölf Staaten befragt und wurde dabei von Landesverbänden wie etwa dem deutschen Forum für Nachhaltige Geldanlagen (FNG) unterstützt.


Der Studie zufolge will ein weiteres Viertel der europäischen Pensionsfonds in den kommenden Jahren Nachhaltigkeitsaspekte in den Investitionsprozess integrieren. Dann würden folglich drei Viertel dieser Institutionellen Investoren auf Nachhaltigkeit setzen. „Solch hohe Prozentwerte für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Anlageprozess europäischer betrieblicher Pensionsfonds oder entsprechende Pläne zeigen deutlich, dass nachhaltige Investments im Begriff sind, zum Mainstream zu werden“, erklärt dazu François Passant, Geschäftsführer von Eurosif.


Wie die Studie weiter festgestellt hat, sind 60 Prozent der befragten Pensionsfonds davon überzeugt, dass der Einsatz von ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitskriterien die langfristige Wertentwicklung ihrer Anlagen beeinflusst. Zwei Drittel gehen davon aus, dass die Integration solcher Kriterien in den Investmentprozess zu den treuhänderischen Pflichten von Pensionsfonds gehört. Auch dazu nimmt Passant Stellung: „Die Debatte verschiebt sich damit von der Frage, ob ein Pensionsfonds eine Nachhaltigkeitspolitik verfolgen sollte, hin zu dem Punkt, bei dem die Gestaltung einer geeigneten nachhaltigen Anlagepolitik im Fokus steht.“


Neben dem Einsatz von negativen Anlagekriterien, also von Ausschlusskriterien wie etwa Waffenproduktion oder Atomkraft, setzen der Studie zufolge viele Pensionsfonds auch darauf, per Stimmrechtsausübung und den konkreten Dialog mit Unternehmen (Engagement) auf mehr Nachhaltigkeit hinzuwirken. Ausschlusskriterien würden besonders häufig von Pensionsfonds aus Österreich, Spanien und Schweden eingesetzt, das aktive Engagement in Großbritannien und den Niederlanden.

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