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ECOfondstest 03.08.2016

FairWorldFonds: Nachhaltiger Fonds mit gerechter Rendite?

Der FairWorldfonds ist unter anderem in den schwedischen Papierhersteller SCA investiert, der sich durch Engagement für wirtschaftliche Entwicklung in armen Weltregionen auszeichnet. Im Bild: Baumernte des Konzerns. / Foto: Unternehmen

Entwicklungspolitik und Geldanlage passen zusammen. Das zeigt der FairWorldFonds. Schon 418 Millionen Euro hatten Anleger bis Ende April 2016 in diesen Mischfonds investiert. Ist er wirklich fair und rentabel?


„Es geht darum, die Idee des fairen Handels auf den Kapitalmarkt zu übertragen und den anspruchsvollen entwicklungspolitischen Kriterienkatalog, den das Südwind-Institut und Brot für die Welt entwickelt haben, in ein attraktives Anlageprodukt umzusetzen“, sagt Christian Müller, Direktor der Dortmunder Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) über den FairWorldFonds. Seine Bank und die Bochumer GLS Bank haben den Fonds vor zehn Jahren gestartet. GLS-Bank-Expertin Tabea Lutzker ergänzt: „Internationale Wirtschaftskrisen gefährden und zerstören die Lebensgrundlagen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Menschen dort sind dadurch oft viel härter betroffen als Menschen in Industrieländern.“ Aber ein Fonds, der Ziele der Entwicklungspolitik in die Geldanlage transportiert – findet der überhaupt genug Möglichkeiten zum Investieren? Alexander El Alaoui von Brot für die Welt gehört zum Kriterienausschuss des Fonds und erklärt selbstbewusst: „Der Fonds zeigt, dass man damit ein breites Anlageportfolio darstellen kann!“ Den schwedischen Papierhersteller Svenska Cellulosa, berühmt für seine „Tempo-Tücher“, hält El Alaoui beispielsweise für ein geeignetes Investment, weil er einen Beitrag leiste zur wirtschaftlichen Entwicklung in armen Weltgegenden, dort zum Beispiel Workshops zu Hygiene finanziell unterstütze.


Spannende Aktien – hierzulande unbekannt

Aber im FairWorldFonds finden sich auch Aktien, die dem normalen deutschen Anleger kaum geläufig sein dürften – und dennoch gute Perspektiven bieten, auch finanziell. Zum Beispiel das indische Unternehmen Jain Irrigation Systems. Es entwickelt und produziert Bewässerungssysteme für Bauern in Mexiko, Brasilien, Chile, Peru und Rumänien. Jain bietet beispielsweise ein Programm zur Schulung der Zulieferer an und hebt maßgeblich deren Arbeitsstandards und ihre Ökobilanz an. „Das Engagement des Unternehmens im Wassermanagement und der Erneuerbaren Energie schafft und sichert die Lebensgrundlagen für Landwirte“, erläutert Alexander Brumnic von Union Investment.

Der FairWorldFonds investiert aber auch in modernste Technologie, beispielsweise in die Telekommunikation in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das südafrikanische Mobilfunkunternehmen Vodacom Group etwa bietet Millionen Kunden Mobilfunkdienstleistungen in Afrika an. Die halten darüber nicht nur ihre Pläuschchen – sie lesen auch Wetterberichte, recherchieren und tauschen per Handy Daten aus. Für Afrikas Wirtschaft sind das wichtige Faktoren. „Es geht aber nicht nur um Armutsbekämpfung, sondern um ein umfassendes Verständnis von nachhaltiger Entwicklung, also beispielsweise auch um Ökologie und Menschenrechte“, betont Brumnic. Der ECOfondstest zeigt, dass selbst ein anspruchsvoller Ansatz bei einem Mischfonds zufriedenstellende finanzielle Ergebnisse mit sich bringen kann. Ob die Anbieter des Fonds halten, was sie versprechen, kontrollieren die Beteiligten Organisationen wie Brot für die Welt. Und sie beweisen damit: Das Prinzip, sinnvoll zu wirtschaften, ist finanziell kein Zuschussgeschäft, sondern zukunftsgerichtet und ertragreich.

Lesen Sie hier den  ECOfondstest des FairWorldFonds. Darin finden Sie Einzelbewertungen seiner finanziellen Leistungen und von nachhaltigen Aspekten sowie eine Gesamtnote.

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