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Direktbeteiligungen 01.03.2010

„Geschlossene Neue-Energiefonds werden auch in den nächsten Jahren den Beteiligungsmarkt bestimmen.“ – ECOreporter.de-Interview mit Bernd Neitzel, Neitzel & Cie

Mit ihrem geschlossenen Solarfonds „Solarenergie Nord“ setzt die Hamburger Fondsemittentin Neitzel & Cie auf Solarenergie aus Norddeutschland. Ab einer Mindestanlagesumme von 10.000 Euro können Anleger in den Solarfonds einsteigen. ECOreporter.de befragte Geschäftsführer Bernd Neitzel zu dem Angebot und seiner Einschätzung des Marktes für Geschlossenen Neue-Energiefonds.

Bernd Neitzel / Quelle: Neitzel & Cie

 


ECOreporter.de: Wofür soll das bei Anlegern eingesammelte Kapital verwendet werden?

Bernd Neitzel:Als Zielinvestitionsobjekt für Solarenergie Nord ist der Solarpark Meldorf geplant. Erste Anteile werden im März 2010 übernommen. Die Fondsgeschäftsführung plant nach Übernahme des Solarpark Meldorf den Fonds zu schließen. Dafür sind circa sieben Millionen Euro Eigenkapital notwendig. Der Solarpark Meldorf wird lokal seitens Politik, Verwaltung und Bürgern außerordentlich stark unterstützt und von der örtlichen Volksbank finanziert. Durch diese Aspekte wird das Projekt als „großer Bürgerpark“ angesehen.
Der Fonds kann grundsätzlich direkt oder indirekt in Solarkraftwerke in Norddeutschland investieren. Wird eine Photovoltaik-Anlage bzw. eine Betriebsgesellschaft als konkrete Investitionsmöglichkeit in Betracht gezogen, prüft die Beteiligungsgesellschaft die Eignung dieser Anlage im Hinblick auf die Erfüllung der Investitionskriterien.
Die Anlage muss alle Voraussetzungen für die Erlangung der Einspeisevergütung erfüllen und ferner alle zur Errichtung und zum Betrieb der Anlage erforderlichen Genehmigungen erhalten bzw. erhalten können. Nur bei Erfüllung aller Investitionskriterien kann die Beteiligungsgesellschaft Solarenergie Nord GmbH & Co. KG eine Photovoltaik-Anlage erwerben oder sich an der Betriebsgesellschaft
beteiligen.


ECOreporter.de: Mit welchen Partnern arbeiten Sie bei dem Fonds zusammen, welche Erfahrungen bringen diese ein?

Bernd Neitzel:Die Firma SunEnergy Europe GmbH mit Sitz in Hamburg ist Generalübernehmer und technischer Betriebsführer. Das stark wachsende und international ausgerichtete Photovoltaik-Systemhaus wurde 2001 gegründet. Das Unternehmen hat bereits zahlreiche europäische sowie norddeutsche Projekte als Generalübernehmer realisiert und ist ein gefragter Anbieter für die Errichtung schlüsselfertiger Solarstromkraftwerke. Bei der Errichtung des Solarpark Meldorf erfolgt die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen.
Die kaufmännische Betriebsführung, -überwachung sowie Fondsgeschäftsführung obliegt der Q 1 Verwaltungs GmbH aus Husum. Die Geschäftsführenden Gesellschafter haben seit Jahren erfolgreich Erfahrung in der Entwicklung, der Konzeption, der Verwaltung und der Finanzierung von Photovoltaik-Projekten in Norddeutschland.


ECOreporter.de: Welche Erfahrungen hat Ihr Unternehmen mit Grünstrom-Projekten, welche mit geschlossenen Solarfonds?

Bernd Neitzel:Unser Haus war bisher auf Beteiligungen im maritimen Bereich spezialisiert, betrachtet sich aber in erster Linie als Dienstleister für Investoren. Wir kennen die Wünsche der Anleger und Investoren, wir kennen die Märkte, die Möglichkeiten, die sich dort bieten und wir haben die richtigen Partner. Solarenergie Nord ist ein Projekt „aus der Region für die Region“. In das Projekt sind langjährige Netzwerkpartner eingebunden, die großes eigenes Interesse am Erfolg des Fondsproduktes haben. Gemeinsam mit den Partnern Q 1 und SunEnergy Europe haben wir sehr gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Erstlingsfonds im Segment Solarenergie geschaffen.


ECOreporter.de: Wie ist der Verkaufserfolg von Solarenergie Nord; wie ist der Platzierungsstand?

Bernd Neitzel:Für den Solarenergie Nord gibt es reges Interesse, auch von Anlegern aus Meldorf und der Region. Am 21. Februar 2010 fand ein Tag der offenen Tür im Solarpark Meldorf statt. Die Besucherzahlen und dementsprechend das Interesse waren enorm – wir mussten zusätzliche Shuttle-Busse einsetzen, um alle Besucher zum Gelände zu befördern. Dieses Interesse schlägt sich auch im Platzierungsstand nieder: Aktuell beläuft er sich auf bereits 1,5 Millionen Euro.


ECOreporter.de: Interessieren sich auch Anlagevermittler für Ihre nachhaltigen geschlossenen Fonds?

Bernd Neitzel:Definitiv ja! Bereits im November 2009 haben wir bei den Vertriebspartnern das Interesse an Solarenergie Nord geweckt und sehr positives Feedback erhalten. Im weiteren Vertriebsprozess unterstützen wir unsere Vertriebspartner regelmäßig und individuell. So bieten wir unter anderem live moderierte Online-Präsentationen, Roundtables und regelmäßige Vertriebspartnerinformationen an.


ECOreporter.de: Werden Sie in diesem Jahr weitere nachhaltige geschlossene Fonds auf den Markt bringen? Aus welchen Bereichen?

Bernd Neitzel:Wir prüfen gegenwärtig weitere Photovoltaik-Projekte. Diese müssen unseren strengen Investitionskriterien entsprechen und für den Anleger in ein ausgewogenes Rendite-Sicherheits-Profil münden. Des Weiteren gilt es die aktuellen rechtlichen Entwicklungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Markt der Photovoltaik prüfend abzuwarten. Erst danach werden wir mit der Planungsphase einer weiteren Solarbeteiligung beginnen.


ECOreporter.de: Sehen Sie derzeit eher ein Überangebot oder eher eine Marktenge bei Erneuerbare Energie Projekten, die sich für geschlossene Fonds eignen?

Bernd Neitzel:Auf den Solarstandort Deutschland bezogen sehe ich eher eine leichte Marktenge, was geeignete Investitionsobjekte im Bereich Photovoltaik betrifft, die für einen Geschlossenen Fonds in Frage kämen.


ECOreporter.de: Wie beurteilen Sie die Bereitschaft von Banken, Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien für geschlossene Fonds zu finanzieren?

Bernd Neitzel:Alles in Allem beurteile ich die Bereitschaft positiv. Die Finanzierung für den Solarpark Meldorf – Zielinvestitionsobjekt von Solarenergie Nord – wird durch eine ortsansässige Bank vorgenommen. Diese hatte bereits in der Region andere Photovoltaik-Projekte finanziert. Dementsprechend waren ein sehr guter Kenntnisstand und eine positive Aufgeschlossenheit vorhanden.


ECOreporter.de: Die Preise für Solarmodule sind seit 2008 massiv gesunken. Ist das die Chance für Projekte, zu höheren Renditen zu kommen? Welche Auswirkungen werden die geplanten Kürzungen der deutschen Solarstromvergütung haben?

Bernd Neitzel:Im Zusammenspiel der gesunkenen Preisen für Solarmodule und deren gestiegene Effizienz besteht die Chance, eine höhere Rendite zu erzielen. Eine weitere Rolle spielen die spezifischen Ertragswerte in der jeweiligen Fondskalkulation – im Falle von Solarenergie Nord haben wir unterhalb des gutachterlichen Wertes kalkuliert, so dass bei einer Steigerung des Stromertrags von nur 10 Prozent und einem möglichen Verkaufserlös von 20 Prozent die Gesamtausschüttung auf über 350 Prozent steigen kann. Die geplanten Kürzungen der Einspeisevergütung in Deutschland werden sicherlich im ersten Halbjahr 2010 eine Rallye in Bezug auf Photovoltaik-Projekte auslösen, die bis Ende Juni 2010 ans Stromnetz angeschlossen sind - steigende Preisforderungen inbegriffen. An dieser Rallye werden wir uns nicht beteiligen.


ECOreporter.de: Wo sehen Sie die attraktivsten Märkte für geschlossene Solarfonds? Welche Länder erscheinen Ihnen riskant?

Bernd Neitzel:Der Solarstandort Deutschland, und im Speziellen Norddeutschland, ist und wird attraktiv für Geschlossene Fonds bleiben. Riskant erscheinen mir aktuell Solarinvestitionen in Spanien und Italien. Dies liegt zum einen an der unruhigen Marktsituation in diesen Ländern, zum anderen daran, dass sich dort ein Käufermarkt entwickelt – es wird schwieriger die Photovoltaik-Projekte für Geschlossene Fonds zu finden, die sich rechnen.


ECOreporter.de: Wie schätzen Sie im Bereich der geschlossenen nachhaltigen Fonds die weitere Marktentwicklung ein; welche Trends sehen Sie für die nahe Zukunft?

Bernd Neitzel:Geschlossene Fonds im Marktsegment Erneuerbare Energien werden auch in den nächsten Jahren den Beteiligungsmarkt bestimmen. Die Ansprüche der Anleger, der Vertriebe und der beteiligten Partner an einen nachhaltigen Fonds werden jedoch deutlich an Individualität zunehmen. Dem müssen die Initiatoren verstärkt Rechnung tragen.


ECOreporter.de: Herr Neitzel, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Bildhinweis: Deutsches Solarprojekt. / Quelle: Fotolia

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