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Erneuerbare Energie 20.12.2012

Grünstrom-Genossenschaft Greenpeace Energy nimmt Kurskorrekturen vor

Das Grünstrom-Unternehmen Greenpeace Energy hat vor kurzem vom Bau einer Windgas-Erzeugungsanlage in Niedersachsen Abstand genommen. Für die Anleger, die sich an der Grünstrom-Kraftwerke-Tochter Planet energy GmbH beteiligt haben, hat dies keine Auswirkungen.

Der Windpark Buchhain in der Lausitz aus dem Portfolio der Planet energy GmbH liefert Strom für Kunden von Greenpeace Energy eG. / Quelle: Unternehmen

 

Das stellte Henrik Düker, der Pressesprecher von Greenpeace Energy, gegenüner ECOreporter.de klar. Die Planet energy GmbH sei zwar 2001 von Greenpeace Energy gegründet worden und baue als 100-prozentige Tochter der Genossenschaft Grünstromkraftwerke. Beide Unternehmen seien juristisch und bilanziell jedoch klar voneinander getrennt.


Die Genossenschaft Greenpeace Energy hat nach eigenen Angaben aktuell 110.000 Kunden und rund 22.000 Mitglieder. Sie zählt zu den Grünstromanbietern, die ausschließlich auf Erneuerbare-Energien setzen, also strikt auf Kohle- und Atomstrom verzichten.


Erst im September 2012 hatte das Unternehmen die Pläne für eine Windgas-Erzeugungsanlage in Niedersachsen vorgestellt, die Ende 2013 in Betrieb gehen sollte. Mit einer solchen Anlagen kann Windstrom der in Spitzenlastzeiten nicht direkt ins Stromnetz eingeleitet werden kann, mit Hilfe von Wasserstoff in Gas verwandelt werden. Das macht Windenergie also speicherbar.


Warum stieg die Hamburger Grünstrom-Genossenschaft nach nur drei Monaten  aus diesem Projekt aus? Pressesprecher Düker: „Grundlage der Entscheidung ist eine umfangreiche Analyse und Neubewertung der finanziellen Investitionen und unternehmerischen Risiken, die für Greenpeace Energy aus diesem Projekt resultieren würden.“ Der Bau der Windgasanlage sei mit einem hohen Investitionsvolumen verbunden, das die Genossenschaft durch den Förderbeitrag des Gasprodukts proWindgas und die Bankkredite habe finanziern wollen, fährt er fort: „Angesichts der gegenwärtigen Kundenzahlen hat Greenpeace Energy das Vorhaben neu bewerten müssen und den Ausstieg aus dem Projekt beschlossen. Finanzielle Engpässe bei Greenpeace Energy oder Probleme, einen Bankkredit zu bekommen, waren nicht die Gründe für den Ausstieg“, so Düker. Dies bedeute allerdiings nicht, dass Greenpeace Energy dieser Technologie den Rücken kehren wolle. An dem Ziel eine solche Windgasproduktionsanlage, einen Elektrolyser, zu bauen, halte der Grünstromanbieter weiter fest. Verschiedene Wege, dies zu realisieren würden schon geprüft, sagt der Pressesprecher.


Die Planet energy GmbH, die einen guten Teil ihres Projektgeschäfts über Anlegerkapital finanziert, sei von all dem unberührt. Mit den rund 37,6 Millionen Euro, die Planet energy Düker zufolge über Beteiligungsangebote einwarb, hat die GmbH vor allem Windparks und Solaranlagen realisiert. Und alle mit den Geldanlagen verbundenen Ausschüttungen an Anleger seien allein vom Geschäft und den Bilanzen der Tochter abhängig.


„Planet energy hat im Januar dieses Jahres das bislang größte Projekt der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. In der Lausitz sind die beiden Windparks Buchhain I und Buchhain II mit einer Gesamtleistung von 14 Megawatt (MW) pro Jahr ans Netz gegangen. Insgesamt hat Planet energy acht Windparks und drei Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 54 MW errichtet und mehr als 100 Millionen Euro investiert. Weitere Kraftwerke sind in Planung.“, erklärt der Pressesprecher: „Im März 2012 hat die Planet energy GmbH die Projektrechte eines noch nicht bis zur Baureife projektierten Windparks im südlichen Niedersachsen erworben. Die Inbetriebnahme des Windparks ist spätestens für das erste Halbjahr 2014 vorgesehen“, so Düker.


Neue Strompreise ab 2013

Bei der Muttergesellschaft Greenpeace Energy ist unterdessen einiges im Wandel: Zum einen müssen sich die Stromkunden auf erhöhte Preise einstellen. Dazu Düker: „Unseren Strompreis werden wir zum 1. Januar 2013 anpassen Wir können den Anstieg dabei aber auf rund acht Prozent begrenzen und liegen damit deutlich unter den Erhöhungen vieler anderer Anbieter. Dies wiederum führte noch im November zu einem Kundenwachstum, das deutlich über dem der Vormonate lag“, erlärt er.


Zum anderen gab es Veränderungen im Vorstand der Genossenschaft. Schon im September verließen mit Dr. Steffen Welzmiller und Jörg Rohwedder gleich von drei Vorstandsmitgliedern das Unternehmen. Die Nachfolge ist bisher noch nicht abschließend geregelt, wie der Pressesprecher erläutert: „Im November 2012 ist Ralf vom Baur in den Vorstand von Greenpeace Energy berufen worden. Als Interimsvorstand wird er die Genossenschaft für sechs Monate gemeinsam mit Susanne Grabler führen.“ Parallel dazu werde der Aufsichtsrat die Suche nach einem zweiten Vorstand fortsetzen.

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