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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 31.07.2012

„Hersteller kontroverser Produkte sind tabu“ – ECOreporter.de-Interview zum nachhaltigen Mischfonds Nachhaltig Aktiv OP

Thomas Gambert. / Quelle: Oppenheim Fonds Trust GmbH

Mit dem Nachhaltig Aktiv OP ist im Frühjahr ein neuer nachhaltiger Mischfonds auf den Markt gekommen. Am Konzept und an der Umsetzung haben sich Sal. Oppenheim, Hauck & Aufhäuser aus der Schweiz und Meyer & Cie. aus München beteiligt. Über die Anlagestrategie des Fonds und derzeit aussichtsreiche Anlagesegmente sprach ECOreporter.de mit Thomas Gambert, Abteilungsdirektor / Vertrieb Banken&Versicherungen Publikumsfonds bei der Oppenheim Fonds Trust GmbH, Oliver Fischer, Geschäftsführer der Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG und Daniel Haas, Investment Strategist bei Meyer & Cie.


ECOreporter.de: Warum haben Sie einen nachhaltigen Fonds gestartet?

Gambert:Wir haben direkt mit zahlreichen Investoren gesprochen: Immer mehr von ihnen möchten verantwortlich handeln und nachvollziehen, was mit ihrem Geld passiert. Sie wollen mit ihrem Geld auch etwas Gutes bewirken. Das Konzept soll diese Kundenwünsche erfüllen.


ECOreporter.de: Wie kam es zu der Kooperation zwischen Oppenheim, Hauck & Aufhäuser und Meyer & Cie?

Fischer:Wir kennen uns schon lange, wir wussten voneinander, dass wir von Nachhaltigkeit begeistert sind, und wir wollten eine aktive Auswahl der Investments. Das passte eben alles.

Gambert:Wir haben einen vermögensverwaltenden Ansatz: Die Anleger legen Wert auf einen unabhängigen Partner, der die Allokationssteuerung vornimmt. Hauck & Aufhäuser und Oppenheim haben eine lange Tradition in ihren jeweiligen Fachgebieten. Meyer & Cie. hat sich wiederum mit ihrer Allokationssteuerung einen Namen gemacht.


ECOreporter.de: Was ist das Besondere an Ihrem Konzept?

Fischer:Das Konzept verbindet die drei Punkte Nachhaltigkeit, Vermögensverwaltung und feste Ausschüttungsrenditen. Wenn man die Vermögensverwaltung anschaut, fällt beispielsweise auf, dass man in den letzten zehn Jahren mit einer Buy-and-Hold-Strategie, also kaufen und liegen lassen, nicht viel verdient hat. Wir wollen deshalb den Fonds aktiv verwalten, um auch in einem schwierigen Marktumfeld Erträge erzielen zu können….
Gambert: …..wenn Aktien gut laufen, sollten wir Aktien im Portfolio haben. Wir haben daher nicht immer konstante Quoten, sondern reagieren flexibel, auch um Verluste zu vermeiden.

Fischer:
So wollen wir feste Ausschüttungsrenditen erreichen, das ist gerade für Stiftungen interessant.


ECOreporter.de: Welche Vorteile sehen Sie bei dem Investment in nachhaltige Unternehmen?

Gambert:Unternehmen, die sich nachhaltig aufstellen, werden am meisten profitieren vom Trend zu Nachhaltigkeit, sie werden sich Entwicklungen schneller stellen, sie werden Ressourcen sparen und damit ihre Kosten senken, was letztlich zu höheren Gewinnen und steigenden Aktienkursen führen wird.


ECOreporter.de: Nun haben wir allerdings sinkende Kurse etwa bei Solaraktien gesehen…

Fischer:Dieses Beispiel zeigt, dass ein ökologisch grundsätzlich positives Produkt nicht automatisch auch Gewinn bedeutet. Entsprechend legen wir großen Wert auf die Auswahl der Titel unter Berücksichtigung von Branchenerwartungen. Den Bereich „Erneuerbare Energien“ haben wir seit einiger Zeit deutlich untergewichtet bzw. teilweise sogar ganz darauf verzichtet. In dieser Phase haben wir beispielsweise eher auf Unternehmen im Bereich „Energieeffizienz“ gesetzt.Die Kombination einer umfassenden Titelanalyse mit der Ethik-Analyse hat uns bislang meist gute Entscheidungen treffen lassen.

Haas:Es ist ja nicht nur ein „grüner“ Fonds – Nachhaltigkeit bedeutet mehr. Der Fonds kann deshalb auch viel breiter diversifizieren als „grüne Fonds“ im engen Sinne.

Bildhinweis: Daniel Haas. / Quelle: Meyer & Cie.

Fischer:Ein Beispiel ist das Unternehmen Wacker Chemie, welches seit Jahren das Thema Nachhaltigkeit in seinen Führungsgrundsätzen integriert hat, Produkte mit ökologischem Nutzen konzipiert und alles Mögliche tut, um die Umweltbelastungen gering zu halten. Auch in schwierigeren Bereichen wie der chemischen Industrie kann man also Unternehmen finden, die ihrer Verantwortung gerecht werden.


ECOreporter.de: Wie suchen Sie die Unternehmen für den Fonds aus?

Fischer:Grundsätzlich sind alle Unternehmen weltweit denkbar. Wir haben eine Fremdwährungsquote von 10 Prozent, können also auch Titel außerhalb Europas aufnehmen.
Zunächst schauen die Fondsmanager, welche Titel eine gute Entwicklung erwarten lassen. Die nächste Stufe ist das interne Ethik-Research. Das Ethik-Research-Team mit Herrn Dr. Streiff erstellt für jeden Titel eine eigene Ethik-Analyse und kann zusätzlich auf umfassende Analysen der Nachhaltigkeitsresearch-Agentur INrate hinzuziehen.
Das Ethik-Research stellt sicher, dass keine Ausschlusskriterien verletzt werden. Da geht es um Menschenrechte, Waffenhandel und andere kontroverse Themen. In Daimler-Aktien investieren wir z.B. wegen der Beteiligung des Unternehmens am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS nicht. Auch Hersteller kontroverser Produkte sind tabu, beispielsweise Kernspaltung oder gewisse gentechnische Anwendungen. Wenn keine Ausschlusskriterien verletzt sind, schauen wir, welche positiven Leistungen ein Unternehmen für das Thema Nachhaltigkeit erbringt. Die gesamte Ethikanalyse ist die Entscheidungsgrundlage für das unabhängige Ethikkomitee. Diese Wissenschaftler stehen mit ihrer Reputation hinter den Entscheidungen und entscheiden in letzter Konsequenz, welche Titel gekauft werden dürfen.
Um den Anforderungen gewisser Stiftungen in Deutschland Rechnung zu tragen, wird das Fondsportfolio zusätzlich halbjährlich von Oekom Research auf deren Nachhaltigkeitskriterien hin überprüft und dokumentiert.

Bildhinweis: Oliver Fischer. / Quelle: Hauck & Aufhäuser

Morgen erscheint derOpens external link in new windowzweite Teildieses Interviews.

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