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Erneuerbare Energie 19.08.2014

Heute ist Erdüberlastungstag - Menschheit lebt ökologisch auf Pump

Nicht nur der erhöhte Nahrungsmittelbedarf durch die steigende Weltbevölkerung überfordert den Planeten. / Quelle: Fotolia (S. Schnepf)

Heute, am 19. August, ist Erdüberlastungstag – der so genannte Earth Overshoot Day. Die Nicht-Regierungsorganisation „Global Footprint Network“ berechnet jedes Jahr den Tag, an dem der Verbrauch der natürlichen Ressourcen die jährlich erneuerbaren Ressourcen übersteigt. Dabei wird der gesamte Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise brauchen, der biologischen Kapazität der Erde gegenüber gestellt, Ressourcen aufzubauen sowie Müll und Emissionen aufzunehmen. Global betrachtet bräuchte die gesamte Weltbevölkerung mit ihrer derzeitigen Lebens- und Wirtschaftsweise 1,5 Erden. Wenn sich der deutsche Lebensstil weltweit durchsetzen würde, wären dafür sogar 2,5 Planeten notwendig.


Laut dem Global Footprint Network hat die Menschheit das gesamte Budget an erneuerbaren Ressourcen für das Jahr 2014 in diesem Jahr einen Tag früher erreicht als in 2013. Seine Berechnungen zeigen, dass seit dem Jahr 2000 die Ökoschulden (“Overshoot”) kontinuierlich gewachsen sind. Folglich findet der Earth Overshoot Day immer früher im Kalenderjahr statt – im Jahr 2000 am 1. Oktober, dieses Jahr bereits am 19. August und damit so früh wie nie.


„Die Weltbevölkerung wächst rasant und mit ihr der Bedarf an Nahrungsmitteln und Energie. So ist es kein Wunder, dass der Earth Overshoot Day jedes Jahr weiter nach vorne rückt“, sagt Christof Lützel, Pressesprecher der GLS Bank aus Bochum. „Um für Menschen ausreichend Nahrung zu erzeugen, ist der Ertrag der wichtigsten Kulturpflanzen zwar immer weiter optimiert worden.Der Boden als wichtigste Grundlage dafür ist dabei aber zunehmend aus dem Bewusstsein verschwunden. Dabei sind für politische Stabilität, der Erhalt der Umwelt und die Beseitigung von Hunger und Armut eine gesunde und fruchtbare Erde die Grundlage.“ Laut Lützel stellt die ökologische Landwirtschaft einen grundlegenden Baustein hierfür dar. Dieser Bereich müsse wieder viel mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken. Lützel dazu: „Zumindest in Deutschland haben die Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Einfluss als sie denken: Sie können entsprechende ökologische Produkte kaufen. Sie sollten hier aber nicht Halt machen und können ihre Geldgeschäfte bei Banken erledigen, die ausschließlich der Realwirtschaft dienen und einen positiven Beitrag für ein gutes und gesundes wirtschaftlichen Gleichgewicht leisten.“ So basiere etwa das gesamte Bankgeschäft der GLS Bank letztlich auf solchen Grundsätzen, folge sozialen und ökologischen Kriterien.

Bild: Christof Lützel. / Quelle: GLS Bank


Auch Dr. Gerhard Wagner, Leiter Nachhaltige Anlagen bei Swisscanto AssetManagement, sieht Handlungsmöglichkeiten für Anleger. „Der Leitfaden für die nachhaltigen Fonds und Anlagen unseres Hauses ist die Entkopplung des Ressourcen- und Energieverbrauchs vom Wirtschaftswachstum. Dies geschieht durch gezielte Investitionen in Unternehmen, die ressourcenschonend Wirtschaften beziehungsweise einen Beitrag zur Ressourceneffizienz und damit zum Klimaschutz leisten. Über diesen nachhaltigen Investitionsansatz fördern wir beispielsweise die Entwicklung zur Einsparung fossiler Energieträger beziehungsweise zu deren möglichst effizienter Nutzung. Oder nehmen wir Wasser als Beispiel: unser nachhaltiger Wasserfonds investiert in Unternehmen, die einen Beitrag dazu leisten, die Wassernachfrage zu senken und hierfür die besten Lösungen anbieten. So gesehen können nachhaltige Fonds dieses eminent wichtige Thema der Ressourceneffizienz aktiv und positiv beeinflussen.“

Bild: Dr. Gerhard Wagner, Leiter Nachhaltige Anlagen bei Swisscanto Asset Management. / Foto: Unternehmen


Rainer Unterstaller ist Anlageberater der Acatis Fair Value Fonds deren Asset Manager die ACATIS Investment GmbH ist. „Wir tragen die Verantwortung für unsere nachfolgenden Generationen, die ebenso in einer lebenswerten und intakten Umwelt auf der Erde leben wollen. In unser Acatis Fair Value Nachhaltigkeitsfonds screenen wir die Unternehmen durch eine Vielzahl von Nachhaltigkeitsfiltern unter anderem auf den sorgfältigen Umgang mit Ressourcen oder auf die Minimierung von Risiken für die Umwelt. Fallen Unternehmen hier negativ auf, kommen sie nicht in die nächste Stufe des Auswahlprozesses“, erläutert Unterstaller: „Ein Beispiel: Wir haben ein Unternehmen im Blick, möchten aber noch die aktuellen Daten zu Wasser- und Energieverbrauch erfahren. Nur wenn der Verbrauch sinkt und Einsparungen ersichtlich sind, würde der Titel unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten als investierbar eingestuft. Leider warten wir seit Wochen auf entsprechende Informationen. In der Konsequenz teilen wir dem Unternehmen mit, dass wir es nicht in unser Universum aufnehmen“, so Unterstaller weiter. „Wenn sich das Nachhaltigkeitsrating eines Unternehmens verschlechtert, wird es aus unserem Universum entfernt - das trägt zum Nach- oder Umdenken bei“, sagt er. Ausschlaggebend seien aber die Investoren, denn nur durch gezieltes Investieren in Nachhaltigkeitsfonds können das Thema Nachhaltigkeit vorangebracht werden, so Unterstaller weiter.

Bild: Rainer Unterstaller, Anlageberater der Acatis Fair Value Fonds. / Foto: Unternehmen

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