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Direktbeteiligungen 10.01.2006

IPC- Internationale Projekt Consult GmbH bietet Inhaber-Teilschuldverschreibungen im Volumen von zehn Millionen Euro - bis zu sechseinhalb Prozent Zinsen

Insgesamt zehn Millionen Euro will die IPC- Internationale Projekt Consult GmbH aus der Emission von zwei Inhaber-Teilschuldverschreibungen erlösen. Laut dem Frankfurter Mikrofinanzberatungs- und Managementunternehmen sollen die Wertpapiere im Volumen von von je fünf Millionen Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren mit fünf Prozent verzinst werden. Beträgt die Laufzeit sechs Jahre, steigt der Zins den Angaben zufolge auf sechseinhalb Prozent. Mit Hilfe der aufgenommen Mittel will die IPC Mikrofinanzbanken stärken und ihren Anteil an der ProCredit Holding AG erhöhen, einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft von Mikrofinanzinstitutionen. Die ProCredit Holding AG wurde 1998 unter dem vormaligen Namen "IMI AG" von der IPC und der niederländischen DOEN-Stiftung gegründet (ECOreporter.de berichtete).

"Wir sind besonders an privaten Investoren interessiert, die unsere entwicklungspolitische Ausrichtung teilen und dennoch nicht auf eine attraktive Verzinsung verzichten möchten", so Gabriele Heber, Geschäftsführerin der IPC. Die Anleihe werde direkt vermarktet.

 

Wie das Unternehmen weiter berichtet, beraten rund 150 fest angestellte IPC-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Banken im Bereich der Mikrofinanzierung und managen 19 zielgruppenorientierte Finanzinstitutionen der ProCredit Gruppe in Osteuropa, Lateinamerika und Afrika. In den letzten fünf Jahren habe man Honorarumsätze von cirka 22 Millionen Euro pro Jahr ausgewiesen. Das Eigenkapital betrage dreizehn Millionen Euro.

 

Mikrofinanzierer sind Banken, die sich auf kleine Kredite spezialisiert haben. Sie sind meist in Entwicklungs- und Schwellenländern tätig. ECOreporter.de sprach mit Dr. Claus-Peter Zeitinger; dem Gründer und Geschäftsführer der IPC GmbH über seinen Weg zur Mikrofinanzierung und die Entwicklung seines Unternehmens. Das Interview lesen Siehier.

 

 

Einzelheiten zur Entwicklung der ProCredit Holding AG und der IPC GmbH

 

An der ProCredit Holding AG sind laut dem Bericht private und öffentliche Investoren beteiligt. Das Eigenkapital beläuft sich auf rund 100 Millionen Euro. Die Holding hält nach eigenen Angaben (Mehrheits-) Anteile an 19 Mikrofinanzbanken in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika. Diese Banken verfügten über Kundeneinlagen in Höhe von über einer Milliarde Euro und über ein Kreditvolumen von eineinhalb Millionen Euro. Sie erreichten damit über 500.000 Klein- und Kleinstunternehmer in Entwicklungs- und Transformationsökonomien, so ProCredit.

 

Die IPC wurde vor 24 Jahren als ein entwicklungspolitisch engagiertes Beratungs-Unternehmen gegründet. Eigentümer sind Dr. C.-P. Zeitinger und seine Ehefrau Gabriele Heber. Der "etwas andere Weg der IPC" habe bereits vor der Firmengründung angefangen, berichtet das Frankfurter Unternehmen. Zeitinger habe gemeinsam mit den Ökonomie-Professoren Manfred Nitsch und Reinhard H. Schmidt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Wirkungen der bis dahin üblichen deutschen Entwicklungsfinanzierung analysiert. Der "Erfolg" dieser nicht veröffentlichten Studie sei "der Bannstrahl" des BMZ und der wichtigsten deutschen Entwicklungshilfeinstitutionen für die Autoren und die frisch gegründete IPC gewesen.

 

Erst 1984 sei es der IPC gelungen, mit Unterstützung des damaligen Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) wieder "salonfähig" zu werden. Innerhalb weniger Jahre bauten die Frankfurter laut dem Bericht in Peru ein kommunales Sparkassensystem nach deutschem Vorbild auf, das die Kreditvergabe an kleine und kleinste, meist informelle Familienbetriebe zum Schwerpunkt machte. Das System funktioniere bis heute gut, so die IPC.

 

Der Kerngedanke der IPC bei der Kreditvergabe sei typisch für die so genannte Microfinance, heißt es weiter: Die Kreditvergabe müsse zügig und unbürokratisch sein; sie könne sich nicht auf konventionelle Sicherheiten stützen, d.h. das übliche "asset based lending" traditioneller Banken werde durch ein "information based lending" ersetzt; die Zinsen lägen wegen des hohen Analyseaufwands höher als bei "normalen" Banken, jedoch deutlich unter denen der üblichen "Bankiers" der kleinen Leute, der Geldverleiher und der Lieferanten.

 

Eine erfolgreiche Kreditvergabe - dies schließe natürlich auch den Rückfluss der ausgelegten Mittel ein - sei eine notwendige aber noch keine hinreichende Bedingung zum Aufbau einer zielgruppenorientierten Bank: Nur eine formelle Finanzinstitution sei in der Lage, den Erfolg auf der Kreditseite durch die Aufnahme von Depositen (A.d.R.: Einlagen) des Publikums und kommerzielle Refinanzierung auf den Kapitalmärkten zu sichern.

 

Ende der 80er Jahre arbeitete die IPC im Auftrage verschiedener nationaler und internationaler Geberinstitutionen mit einigen Nichtregierungsorganisationen in Lateinamerika, um sie zu einem "upgrading", zu einer Umwandlung in eine Bank zu bewegen. Man habe dabei erkannt, wie bequem sich zahlreiche dieser Hilfsorganisationen zwischen dem Mittelabflussdruck der Geber und den Nöten der Zielgruppe eingenistet hatten, kritisiert das Unternehmen. An einer Professionalisierung und Formalisierung sei den wenigsten gelegen gewesen.

 

In einer weiteren Etappe begann die IPC den Angaben zufolge Anfang der 90er Jahre, im Auftrag der Inter-American Development Bank (IDB), der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (European Bank for Reconstruction and Development, EBRD) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereits bestehende Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe an kleine Unternehmen zu beraten. Damit sei man zwar im formellen Finanzsektor angekommen, aber auch bei dessen Problemen und Vorurteilen, so der Bericht.

 

Einige der beratenen Banken, vor allem in Osteuropa, hätten sich zwar bemüht, kleine Unternehmen mit einer Kreditgröße zwischen Euro 10.000 - 50.000 zu erreichen, schreckten jedoch vor noch kleineren Unternehmen mit noch kleinerem Kreditbedarf zurück, berichtet die IPC. Dies gelte umso mehr in Lateinamerika und Afrika, wo der Durchschnittskreditbedarf der Zielgruppe bei weniger als Euro 1.000 liege. Mikrokunden schienen weiter dazu verdammt, das "Opfer" informeller Geldverleiher oder das "Objekt" der Unterstützungsfonds von Nichtregierungsorganisationen und ihrer ausländischen Förderer zu sein.

Vor diesem Hintergrund und weil auch einige große Entwicklungsinstitutionen erkannt hätten, dass außer "commitment" (Verbindlichkeit) auch "ownership" (Eigentum) eine Voraussetzung für entwicklungs-politischen Erfolg und hohe Effizienz seien, habe man begonnen, sich selbst als Management Consultant an den ersten Mikrofinanzbanken in Osteuropa zu beteiligen, so IPC.

 

 

Bildhinweis: Kleinunternehmer auf dem Marktplatz in Kinshasa, eine wichtige Zielgruppe für Mikrokredite; Anbringen des Firmenschildes für die Filiale der ProCredit Bank Congo / Quelle: ProCredit Holding AG

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