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Erneuerbare Energie 25.01.2012

Italien setzt Förderung für große Photovoltaikprojekte aus

Italienischer Freiflächensolarpark. / Quelle: Voigt & Coll

Im zweiten Halbjahr haben große Solarprojekte mit einer Kapazität von über einem Megawatt in Italien keine Chance auf staatliche Förderung. Das geht aus einer Mitteilung des zuständigen Netzbehörde GSE (Gestore dei Servizi Energetici) hervor. Laut dem im Frühjahr 2011 neu geregelten Einspeisegesetz für regenerativ erzeugten Strom, dem Conto Energia, wird die feste Einspeisevergütung nur für Strom aus großen Solarprojekten gezahlt, die sich in das öffentliche Register dafür eingetragen haben. Für 2011 war hierfür ein Fördervolumen von 300 Millionen Euro vorgesehen. Laut der GSE war diese Menge jedoch weit übertroffen worden. Der Überschuss werde vom Fördervolumen für 2012 abgezogen.


Wie es heißt, beanspruchten die in 2011 eingetragenen Großanlagen eine Solarförderung von weit über einer eine Milliarde Euro. Das führe zu einem Förderüberschuss, der weit über der Menge der für die zweite Jahreshälfte vorgesehenen Fördersumme von 130 Millionen Euro liegt. Daher stünden für dieses Jahr keine Mittel mehr für neue Großprojekte zur Verfügung. Auf freier Fläche errichtete Photovoltaikanlagen haben in Italien ohnehin keinen Anspruch auf eine Einspeisevergütung, wenn sie nach Ende des ersten Quartals ans Netz gebracht und nicht auf einem öffentlichen Gelände oder Gebäude errichtet werden.


Das hohe Sonnenscheinangebot und die Einführung fester Einspeisetarife hatten in Italien einen Solarboom ausgelöst. Die enorme Dynamik des Zubaus wollte die Regierung in Rom im vergangenen Jahr insbesondere dadurch abbremsen, dass sie den Markt für Großanlagen durch die Registrierpflicht deckelt. So will sie den Ausbau fort von Großprojekten und hin zu kleinen Solaranlagen lenken, von dem der einheimische Mittelstand stärker profitiert.


Marktexperte Daniel Christian Quack von EuPD Research aus Bonn erwartet nun für den italienischen Solarmarkt eine steigende Bedeutung des Segments kleiner Privatanlagen sowie des großen, kommerziellen Aufdachsegments, etwa auf Lagerhallen oder Industriedächern. „Diese Segmente locken Investoren derzeit mit vergleichsweise hohen Einspeisetarifen sowie einer Vielzahl an unbestückten Dächern in attraktiven Lagen. Zudem ist in diesen Segmenten noch Förderbudget vorhanden“, so Quack.

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