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Erneuerbare Energie 22.10.2015

juwi hofft nach massiven Millionenverlusten auf Trendwende

Trsansport eines Windkraftflügels für ein juwi-Projekt. Planung und Bau von Windparks ist das Kerngeschäft von juwi in Deutschland. International setzt der Projektierer auch stark auf Photovoltaik. / Foto: Unternehmen

Die juwi AG hat 2014 einen weiteren Umsatzeinbruch erlitten und ist tiefer in die roten Zahlen geraten. Kosten der Sanierung sowie der Verschlankung des Windkraftprojektierers aus Wörrstadt brachten dem Unternehmen einen Fehlbetrag in dreistelliger Millionenhöhe ein. Dennoch gibt sich die Unternehmensführung für das laufende Jahr optimistisch.

Die juwi AG hat 2014 mit 505 Millionen Euro 29,1 Prozent weniger Umsatz erzielt als noch 2013. Das hat die Unternehmensführung jetzt bekannt gegeben. Zudem hat sich der Jahresfehlbetrag der juwi AG mehr als verdoppelt. Er stieg auf 111,9 Millionen Euro nach 52,7 Millionen Euro Verlust auf Konzernebene im Vorjahr. Den Umsatz- und Gewinneinbruch sei keine Überraschung, so die Führung der juwi AG. Die tiefrote Bilanz sei in erster Linie auf Kosten aus der Restrukturierung sowie auf Abschreibungen und die Aufgabe von Nebengeschäftsbereichen wie der Bioenergie zurückzuführen. Allein diese Sparte habe 20 Millionen Euro Verlust im Konzernergebnis 2014 verursacht. Zu den Restrukturierungsmaßnahmen zählte unter anderem ein massiver Stellenabbau (mehr lesen Sie hier). Der Umsatzeinbruch der juwi AG sei durch Verzögerungen oder Absagen einzelner Projekte zustande gekommen, heißt es weiter.

Trotz dieser Rückschläge hat die juwi AG 2014 nach eigenen Angaben weltweit Ökostromkraftwerke mit 371 Megawatt (MW) Gesamtkapazität installiert, davon 91 Windkraftanlagen in Deutschland mit einer Leistung von 261 MW. 48 MW Solarenergiekapazität installierte das Unternehmen in weiteren europäischen Ländern, 44 MW in der Region Asien-Pazifik und 18 MW Solarenergie in Amerika.


Bestechungsskandal ein Höhepunkt der Negativspirale in turbulenten Jahren 

Die vergangenen zwei Jahre zählten zu den wohl turbulentesten in der Unternehmensgeschichte der juwi AG. Nach Jahren des Wachstums wendete sich das Blatt ab 2013: Der Umsatz brach ein, der Verlust auf Konzernebene erreichte besagte 52,7 Millionen Euro. Die Rettung vor dem finanziellen Kollaps brachte schließlich die Übernahme durch den Mannheimer Energiekonzern MVV Energie AG, der mittlerweile 63 Prozent aller Anteile an juwi hält. Allerdings kam die juwi AG auch danach noch nicht zur Ruhe: Ein Bestechungsskandalum ein Windparkvorhaben in Thüringen führte zum Rückzug des Firmenmitbegründers Matthias Willenbacher (ECOreporter.de berichtete).  Über die juwi Invest AG hat die juwi-Gruppe Kapitalanlagen zu Erneuerbare-Energieprojekten auf den Markt gebracht. Wie diese Anleger von den finanziellen Turbulenzen betroffen sind, lesen Sie hier.  Auch die MVV Energie AG selbst war im Zusammenhang mit der juwi-Übernahme in die  Kritik  geraten.


Neu aufgestellt zurück in die Erfolgsspur?


Vorsichtig optimistisch für 2015 gibt sich die juwi-Führung dank einiger Fortschritte bei der Sanierung des Unternehmens: Während das Kerngeschäft in Deutschland die Entwicklung von Windparks bleibt, konzentriert sich juwi international auf die Entwicklung und den Betrieb von Solarparks. Dabei hat juwi die Märkte in Frankreich und Polen ganz aufgegeben und verlegt sich in Europa auf die Betriebsführung von Bestandsanlagen, wie das Unternehmen erklärt. Als Solarprojektierer arbeitet juwi demnach vor allem in den USA, Südafrika sowie im gesamten asiatisch-pazifischen Raum. Allerdings hofft die juwi AG, dass auch der türkische Markt „in den nächsten Jahren einen größeren Beitrag“ zum Projektgeschäft beitragen wird. Als Indikatoren für eine mögliche Trendwende sieht die juwi AG verschiedene Vertriebserfolge unter anderem in den USA und in Australien an(mehr zum Großauftrag aus Australien lesen Sie hier).

Bild: Solarpark von juwi in Frankreich. / Foto: Unternehmen

2015 will juwi die neu installierte Leistung von 371 MW im Vorjahr auf bis zu 500 MW steigern. Der Umsatz 2015 soll gegenüber 2014 505 Mio. Euro um 15 bis 25 Prozent ansteigen. Diese Ziele hat die Unternehmensführung ausgegeben.

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