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Nachhaltige Aktien 08.12.2009

Kommt der nordamerikanische Solarmarkt auf Touren? - Unternehmen positionieren sich

Nach Einschätzung von Experten steht der nordamerikanische Solarmarkt vor einem Nachfrageboom. Die Branche reagiert bereits, immer mehr Unternehmen bauen dort Kapazitäten auf. Ein deutsches Unternehmen ist der Konkurrenz weit voraus.

Einblick in die Fertigung von Solarprodukten. / QUelle: Q-Cells SE

 

In Kanada soll eine der größten Solarfabriken Nordamerikas entstehen. Nach Unternehmensangaben will die börsennotierte Canadian Solar in der Provinz Ontario eine Modulfertigung mit einer Kapazität von 200 Megawatt errichten. Diese Kapazität werde über mehrere Stufen anvisiert. Das Solarunternehmen hat seinen Hauptsitz in Toronto, verfügt bislang aber nur über Produktionsstätten in China. Ontario hat im Oktober eine attraktive Solarvergütung eingeführt. Canadian Solar hat sich zwar noch nicht für einen Standort entscheiden, will die neue Modulfabrik aber bereits im kommenden Jahr starten. Es werde derzeit noch geprüft, welche Fördermöglichkeiten man noch in Anspruch nehmen könne, teilte das Unternehmen mit.


Kürzlich hatten mit Suntech und Yingli weitere Solarunternehmen angekündigt, in Nordamerika Produktionsstätten aufzubauen. Experten rechnen mit einer deutlichen Nachfragebelebung in den USA und in Teilen Kanadas durch die verbesserten Förderbedingungen und Finanzspritzen aus staatlichen Konjunkturprogrammen. Zudem klingt die Finanzkrise allmählich ab und wird es leichter, Solarprojekte zu finanzieren. Auf diesen Trend will auch der kalifornische Solarkonzern SunPower reagieren und eine einheimische Produktion aufbauen. Wie Firmenchef Tom Werner gegenüber Reuters erklärte, soll darüber in den nächsten Wochen eine Entscheidung fallen. Wahrscheinlich werde man eine Fertigung in Kalifornien, Arizona oder in Florida errichten. Die Entscheidung werde sich auch nach der Zusage von öffentlichen Fördermitteln richten. Suntech hat sich vor wenigen Wochen für den Bundesstaat Arizona entscheiden und zur Begründung auf die große Unterstützung seitens des Bundesstaaten hingewiesen. Dort ist mit First Solar auch der weltweit führende Hersteller von Dünnschicht-Modulen, First Solar, ansässig.


Die Bonner Solarworld AG hat bereit s vor längerer Zeit Produktionskapazitäten in den USA aufgebaut. Sie ergänzt gegenwärtig ihre Solarzellenproduktion am Standort Hillsboro im US-Bundesstaat Oregon um eine Modulfertigung. Deren Jahreskapazität soll bis zu 350 Megawatt erreichen. Bereits im Oktober 2008 startete SolarWorld in Hillsboro die Wafer- und Solarzellenproduktion. Nach Fertigstellung der Solarmodulproduktionsstätte wird der Konzern über eine integrierte Produktion von Solarwafern, Solarzellen und Solarmodulen von je 500 Megawatt verfügen. Am Standort Tamarillo in Kalifornien wurde im vergangenen Jahr die Fertigung modernisiert. Insgesamt will SolarWorld in 2011 mehr als 3000 Mitarbeiter beschäftigen und davon ein Drittel in den USA.  Über die US-Strategie des Unternehmens berichtete ECOreporter.de im Juni ausführlich. PerOpens external link in new windowMausklickgelangen Sie zu dem Beitrag.


Vor allem die US-amerikanischen Energieversorger setzen verstärkt auf Photovoltaik. Das geht aus einem aktuellen Report von Emerging Energy Research (EER) hervor. Wie das auf Erneuerbare Energien spezialisierte US-Beratungsunternehmen aus Cambridge in Massachusetts ermittelt hat, verfügen diese zwar erst über eine Solarstromkapazität von 77 Megawatt (MW). Es würden von ihnen aber mittlerweile Solarprojekte mit einer Gesamtkapazität von 4,8 Gigawatt (GW) vorbereitet. EER geht davon aus, dass bis 2020 die von den US-Energieversorgern betriebene Solarstromkapazität auf satte 21,5 GW ansteigen wird. Vor allem durch deren finanzstarkes Engagement werde die in den USA betriebene Photovoltaik von 2011 bis 2015 massiv anwachsen, voraussichtlich von 2 auf 12 GW.


Gleich mehrere Faktoren treiben laut dem Beratungsunternehmen diese Entwicklung: So steige der Druck von Investoren und Regulierungsbehörden, klimaschonender Energie zu erzeugen. In vielen Bundesstaaten der USA gebe es bereits feste Vorgaben dafür, einen signifikanten Anteil der Energie aus regenerativen Quellen zu erzeugen. Als Beispiel verweist der EER-Report auf Kalifornien. Dort müssen die Energieversorger bis zum kommenden Jahr 20 Prozent ihrer Energie alternativ erzeugen und diesen Anteil bis 2020 auf 33 Prozent steigern. Diese Vorgabe sei wesentlich dafür verantwortlich, dass der Löwenanteil der gegenwärtigen Pipeline von Solarprojekten in den USA auf Energieversorger aus dem Sonnenstaat entfallen, von Southern California Edison bis Pacific Gas and Electric würden sie vor allem in Photovoltaik investieren.


Dieser Druck seitens der Bundesstaaten werde durch Maßnahmen der Bundesregierung noch verstärkt, heißt es in dem Report. Zudem haben sich laut EER die Förderbedingungen für Grünstrom im Allgemeinen und für Photovoltaik im Besondern deutlich verbessert. Zudem verlaufe die Kostenspirale im Solarbereich deutlich nach unten, während Experten von immer höher steigenden Ölpreisen ausgingen. Ein weiterer Vorteil der Photovoltaik bestehe darin, dass sie für eine Vielzahl von Standorten eingesetzt werden könne, etwa im Vergleich zur Geothermie oder der Windkraft weniger stark von konkreten Standortbedingungen abhängig.

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