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Nachrichten 11.06.2012

Krankenversicherung geht in Deutschland auch nachhaltig - Aria-Maria Karnabi, BKK advita, im ECOreporter.de-Interview

Die BKK advita aus Alzey ist eine Kasse, die sowohl in ihrem Angebot als auch intern auf Nachhaltigkeit setzt. Wie? Darüber spricht Aria-Maria Karnabi, Umweltbeaftragte des Unternehmens.

Versicherte der bkk advita können Baumpaten bei einem Aufforstungsprjekt in Alzey werden. / Quelle: Unternehmem


ECOreporter.de: Warum setzt die BKK advita auf Nachhaltigkeit?

Aira-Maria Karnabi:Weil die Welt nur gerettet werden kann, wenn jeder beim Thema Nachhaltigkeit mitmacht und ein weltweites Umdenken stattfindet. Die BKK advita fängt damit in kleinen, aber nachhaltigen Schritten an. Wir verfolgen unseren Nachhaltigkeitsgedanken zum einen in unseren Leistungen und zum anderen über unsere Umweltzertifizierung nach DIN 14001.


ECOreporter.de:  Wie schlägt sich der Nachhaltigkeitsgedanke konkret in den Angeboten der BKK advita nieder?

Karnabi:Die  „grünen“ Leistungen der BKK advita zielen immer auf Selbstverantwortung und Eigeninitiative ab. Deshalb richten sie ihr Augenmerk auf alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie oder Osteopathie. Von Kopfweh und Migräne geplagte Patienten lernen bei der Biofeedbacktherapie, Schmerzen ohne Tabletten über einen Feedbacksignal zu reduzieren. Und der bio-fit-bonus honoriert eine gesunde Lebensweise mit einem Biolebensmittelgutschein. In den Bio-Hotels des BKK advita bio-fit-Programms gibt es ausschließlich Bio-Vollwertkost. Und bei verschiedenen Leiden folgt die Überweisung in eine Klinik mit traditioneller chinesischer Heilkunst, eine sogenannte TCM-Klinik. Das Angebot „Nestwärme – natürlich mehr Leistung“ fördert Haus- oder Geburtshausgeburten.


ECOreporter.de:  Wer kann bei der Mitglied BKK advita werden? Gibt es Einschränkungen, wie wird man Mitglied?

Karnabi:Alle Pflichtversicherten wie zum Beispiel Auszubildende, Arbeitnehmer, Arbeitslose, Rentner, Studierende sowie freiwillig Versicherte.


ECOreporter.de: Wie nachhaltig ist die BKK advita als Unternehmen? Inwiefern setzt sich die BKK advita soziale und ökologische Ziele?

Karnabi:Seit Dezember 2011 hat die BKK advita die Umweltzertifizierung nach DIN 14001. Das verpflichtet uns, jedes Jahr neue eigene Umweltziele zu generieren, die die Kasse als auch die Umwelt schützen sollen. Die gesamten Strom- und Gasbezugsquellen in der Hauptverwaltung in Alzey sind auf Ökostrom und Windgas von Greenpeace energy umgestellt. Alle anderen Standorte sind diesbezüglich in Arbeit. Die Computerhardware der BKK advita wurde zu 90 Prozent auf Green IT  umgestellt. Und der Stromverbrauch wurde durch die Umstellung der Beleuchtung um rund 800 Watt jährlich reduziert. Mülltrennung und ein umweltgerechtes Reisemanagement gehören ebenfalls zu den Aktivitäten auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.
So wurden für kurze Erledigungen wurde ein Dienstfahrrad angeschafft. BKK advita bezuschusst ein ÖPNV-Ticket, damit die Mitarbeiter vorrangig öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Und wer seinen eigenen PKW auf Gas umrüsten lassen oder ein schadstoffarmes Auto kaufen möchte, erhält einen zinslosen Mitarbeiterkredit.
Darüber hinaus werden die Mitarbeiter zu Greenpeace-Vorträgen eingeladen und sammeln unter anderem alte Handys für den NABU. Natürlich hat eine Kasse nicht so viel Einfluss wie ein produzierendes Unternehmen, nichtsdestotrotz helfen alle kleinen Schritte.

Bildnachweis:Aira-Maria Karnabi ist 41 Jahre alt. Bei der BKK advita ist die die Diplom Betriebswirtin für Außenhandel/Außenwirtschaft Umweltbeauftragte.

ECOreporter.de: Gibt es  ähnliche Nachhaltigkeitsaktionen, bei denen Versicherte eingebunden werden?

Karnabi:Mit einer Pflanzaktion verschiedener Laubbaumarten startete die gemeinnützige Stiftung „Wald zum Leben“ auf 13.500 Quadratmetern Fläche im November 2011 die Aufforstung des Lonsheimer Wäldchens bei Alzey. Die BKK advita sponserte hierzu etwa 550 Setzlinge. Diese erhalten jeweils einen Baumpaten unter den Versicherten der Krankenkasse.


ECOreporter.de: Setzt die BKK advita auch in finanziellen Dingen auf Nachhaltigkeit?

Karnabi:Ab sofort nutzen wir mit der EthikBank auch eine „grüne“ Bankverbindung. Diese Bank klärt ihre Kunden über alle ihre Aktionen auf, seien es nachhaltige Geldanlagen oder Investitionen, die sie tätigt, etwa in Fair Trade Unternehmen.


ECOreporter.de: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Gesundheitssektor? Welche weitere Entwicklung erwarten Sie?

Karnabi:Die Umwelt und der Mensch sind nicht voneinander zu trennen und auch im Gesundheitssektor wird früher oder später die alternativen Behandlungsmethoden stärker in den Fokus rücken müssen. Nach Ausweitung der gesetzlichen Rahmenbedingungen im SGB V, Versorgungsstrukturgesetzes § 11 Absatz 6, können Krankenkassen zusätzliche Leistungen übernehmen. Das hat viele Krankenkassen dazu veranlasst, alternative Leistungen wie homöopathischen Arzneimitteln wie auch Osteopathie und vieles mehr zu übernehmen.


ECOreporter.de: Inwiefern sieht sich die BKK advita in Sachen Nachhaltigkeit als Ausnahme in ihrer Branche? Welche Chancen und welche Risiken gehen mit Ihrer Ausrichtung auf Nachhaltigkeit einher?

Karnabi:Die BKK advita ist bundesweit die einzige Krankenkasse, die die Umweltzertifizierung nach DIN 14001 erlangt hat. Andere Kassen bieten ebenfalls „grüne“ Leistungen an, allerdings nicht in der Breite wie BKK advita.  Wir werden unseren Leistungskatalog in diesem Bereich weiterhin erweitern. Meines Erachtens können nur mit der Ausrichtung auf Nachhaltigkeit einhergehen Chancen, da dies eine Philosophie ist, die die Welt retten kann.


ECOreporter.de: Danke für das Gespräch, Frau Karnabi.

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