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Mikrofinanzen 28.03.2013

Mikrofinanzen im Überblick: fair und rentabel

Tropischer Markt

Quelle: Gerd Reiber - Fotolia

In den armen Regionen der Welt kann eine Schneiderin oft schon mit einem Kredit von 100 Euro eine Nähmaschine erwerben und sich selbständig machen. Herkömmliche Banken vergeben aber solche Kleinstkredite nicht. Sie befürchten dabei mehr Aufwand als Ertrag. Kunden ohne Steuerkarte, ohne Telefon sind für sie meist nicht kreditwürdig. Vor allem aber leben in Schwellen- und Entwicklungsländern nur wenige Menschen überhaupt in räumlicher Nähe zu einer Bank. Sie könnten sich vielleicht Geld bei einem lokalen Kredithai borgen. Die Zinsen sind dann aber exorbitant hoch. Die Hilfe kommt durch Mikrofinanzinstitute (MFI). Die Idee dazu stammt von Muhammad Yunus, der Mitte der 1970er Jahre begann, mit seiner Grameen Bank in Bangladesch Kleinkredite zu vergeben. Das Konzept, Armen mit kleinsten Anschubfinanzierungen den selbständigen Aufstieg aus dem Elend zu ermöglichen, brachte ihm 2006 den Friedensnobelpreis. Seine Idee hat zahlreiche Nachahmer in fast allen Weltregionen gefunden und vielen Menschen aus der Armutsfalle geholfen. Dabei sind solche Mikrokredite nicht billig, sie werden meist mit 20 bis 30 Prozent verzinst. Das ist stattlich, liegt aber noch weit unter den Tarifen lokaler Geldverleiher und in der Regel nur wenig über den Zinsen der einheimischen herkömmlichen Banken. Warum müssen die Zinsen so hoch sein? Die Kreditsachbearbeiter fahren oder wandern oft selbst zu den Kunden, um mit ihnen zu sprechen, sie zahlen das Geld oft bar aus, holen auch die Raten ab. Wer für einen 100-Dollar-Kredit jeden Monat drei Stunden mit dem Moped durch den Dschungel fährt, der hat kosten, welche die Zinshöhe schnell erklären.

Ein Mikrokredit sollte über den Einzelfall hinaus sozialen und ökologischen Nutzen bringen und durch den Erfolg der Kreditnehmer kleine Inseln funktionierender Wirtschaftseinheiten aufbauen. Denn die Mikrokreditnehmer stellen Mitarbeiter ein, investieren in den Konsum vor Ort und beflügeln so die Geschäftsaussichten anderer Kleinunternehmen, die ihrerseits Kleinkredite aufnehmen können.

Wie kommt nun das Geld von einem deutschen Geldanleger zu einer südamerikanischen Kleinstunternehmerin? Das Verfahren gleicht einer vielgliedrigen Kette, die in einem einfachen Fall so aussehen könnte: Der Anleger beteiligt sich an einem so genannten Mikrofinanzfonds, vielleicht mit 5.000 Euro. Der Mikrofinanzfonds wiederum ist eine eigene Rechtsgesellschaft, die in der Regel von einer weiteren Bank betrieben wird, beispielsweise von einer Kirchenbank. Der Fonds dient als Sammelbecken für das Geld der Anleger. Er verleiht ihr Geld nun weiter an eine Mikrofinanz-Dachorganisation. Diese wiederum vergibt es an Mikrofinanzinstitutionen - also an eine Mikrofinanzbank, etwa in Peru. Deren Mitarbeiter sind die Kundenberater, die das Geld zu den Kunden bringen – und es auch wieder abholen. Samt Zinsen.

Und die Mikrofinanz beschränkt sich längst nichtmehr nur auf Kredite. Das Spektrum wächst, um Mikro-Sparbücher zum Beispiel, mit denen Geld für die Ausbildung von Kindern sicher beiseite gelegt werden kann, oder Mikro-Versicherungen, um sich gegen wirtschaftliche Risiken wie etwa Missernten abzusichern.

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