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Direktbeteiligungen 24.07.2014

Nach der EEG-Reform rentabel in Erneuerbare investieren – Was müssen Anleger beachten?

Das neue EEG hat letzte wichtige Hürden genommen. Es soll ab August 2014 gelten. Was müssen Anleger beachten, die danach in Deutschlands Energiewende investieren wollen? / Foto; Fotolioa (Doc RaBe)

Die kommende Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) bringt neue Einschnitte. Bleiben Deutschlands Erneuerbare nach der Gesetzesnovelle als Investment für Privatanleger interessant? Welche Renditen sind noch realistisch, welche Risiken gibt es und wie stellen sich Anbieter solcher Beteiligungen auf die künftige Marktentwicklung ein? ECOreporter.de fragt nach.


Vier Anbieter nachhaltiger Geldanlagen stehen Rede und Antwort: Martin Betzold ist Sprecher der GreenCity Energy AG. Die aktuelle Anleihe der GreenCity Energy AG, Kraftwerkspark II, ist das zweite Angebot des Initiators aus München, das das ECOreporter-Siegel Nachhaltiges Finanzprodukt trägt. Mehr zum Siegel erfahren Sie  hier und  hier  durchleuten wir das Produkt. Georg Hetz ist Geschäftsführer der auf nachhaltige Direktbeteiligungen spezialisierten UDI-Gruppe (dieser  ECOanlagecheck durchleuchtet ein aktuelles Nachrangdarlehen von UDI.) Nils Müller ist Geschäftsführer der Planet energy GmbH. Die Anleihe „Saubere Kraftwerke 4“ trägt ebenfalls das ECOreporter-Siegel Nachhaltiges Finanzprodukt (mehr lesen Sie  hier). Alexander Koffka ist Sprecher der ABO Invest AG aus Wiesbaden, die die  Bürgerwindaktie  auf den Markt gebracht hat.
 
 
ECOreporter.de: Die EEG-Reform ist beschlossen. Inwiefern können Anleger danach in Deutschland überhaupt noch in Erneuerbare Energien investieren?

Martin Betzold, GreenCity Energy AG
:  Genauso wie vorher. Letztendlich wurden nun bis 2017 stabile Rahmenbedingungen beschlossen, mit denen sich zumindest im Bereich Windenergie noch arbeiten lässt. Unter dem Strich wurde die Energiewende in Bürgerhand deutlich beschnitten, aber nicht unmöglich gemacht. Die Zahl guter Investitionsmöglichkeiten wird also abnehmen, Anleger müssen noch genauer prüfen bei welchem Anbieter sie in welche Projekte investieren.

Bild: Martin Betzold, GreenCity Energy AG. / Quelle Unternehmen.

Georg Hetz, UDI:  Erneuerbare-Energien-Projekte sind weiterhin rentabel - man muss nur genauer hinschauen, was die Projektrentabilität und den Initiator betrifft. Und dabei nicht allein die Stromerzeugung mit der gesetzlich zugesagten Einspeisevergütung als einzige Nutzung der Öko-Projekte im Auge haben.  Bei Biogasanlagen kann das Biogas auch veredelt und ins Gasnetz eingespeist werden. Die anfallende Wärme kann für Nahwärmekonzepte intelligent genutzt werden. Außerdem kommen immer wieder in Betrieb befindliche Öko-Kraftwerke auf den Markt, weil die Verkäufer Liquidität für neue Projekte brauchen. Für all diese Geschäftsmodelle gibt es auch in Zukunft Investitionsmöglichkeiten für private Anleger.

Bild: Georg Hetz, UDI Beratungsgesellschaft mbH / Quelle Unternehmen.

Nils Müller, Planet energy GmbH: 
Die EEG-Reform 2014 wird die Wirtschaftlichkeit von vielen Projekten negativ beeinflussen. Dies wird sich auch auf die Renditen der Geldanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien auswirken. Außerdem erschwert das ab 2017 vorgesehene Ausschreibungsverfahren es kleinen Vorhabenträgern wie Bürgergenossenschaften, Projekte zu erwerben. Dennoch können die Anleger auch weiterhin in Erneuerbare Energien investieren. In welcher Form das sein wird, hängt aus unserer Sicht weniger von der EEG-Reform, sondern vielmehr von der gesetzlichen Regulierung wie etwa der Umsetzung der AIFM-Richtlinie ab. Dennoch sind wir überzeugt: die Erneuerbaren Energien sind auch in Zukunft ein Investment mit hohem Potenzial.

Bild: Niels Müller, Planet energy GmbH. / Quelle Unternehmen.


Alexander Koffka, ABO Invest AG:  Die Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes schafft Rechtssicherheit für die nächsten Jahre und stärkt den Bestandsschutz. Deutschland bleibt für Investitionen in Erneuerbare Energien attraktiv.

Bild: Alexander Koffka, ABO Invest AG. Foto: Unternehmen


ECOreporter.de: Macht die Reform Geldanlagen zu Windkraftprojekten in Deutschland attraktiver oder riskanter?

Martin Betzold, GreenCity Energy:  Grundsätzlich hat die Reform zahlreiche Schwächen und bringt nicht das, was sie eigentlich soll, nämlich die Energiewende in Deutschland kostengünstig voran. Im Bereich Windenergie hat sich allerdings auf EEG-Ebene am wenigsten verändert, die Kürzung der Einspeisvergütung ist abzufedern. Vom Risikograd her hat sich bei Investitionen in Windenergie nichts verändert. Entscheidend ist nach wie vor, ob der Anbieter Projekte auf Basis gesicherter Annahmen zur Beteiligung anbietet. Hier sollten Anleger darauf achten, in Windparks zu investieren, die planungs- und genehmigungsrechtlich auf sicheren Füßen stehen.


Georg Hetz, UDI:  Eine schwere Frage, die nicht so eindeutig zu beantworten ist. Attraktiver, weil jetzt doch erst einmal Planungssicherheit herrscht. Riskanter, weil von der Planung, Beantragung bis zur Realisierung eines Windparks doch Monate bis Jahre ins Land gehen können. Und wenn hier immer wieder neue Regelungen kommen, kann dies das jeweilige Windprojekt massiv beeinflussen. Neben der EEG-Reform wurde ja jetzt die Länderhoheit für die Abstandsregelung verabschiedet. Stichwort "10h" - seit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer dieses Vorhaben im Sommer 2013 erstmals erwähnte, haben viele Amtsstellen in vorauseilendem Gehorsam keine Genehmigung für Windparks mehr erteilt, die weniger als die 10-fache Höhe im Abstand hatten. Da sieht man übrigens die Absurdität - AKW und Strommasten dürfen direkt an Siedlungen angrenzen?. Auf jeden Fall sind durch die Neuregelungen die Renditen für Windparks geschmälert - dies merken sowohl die Projektierer und die Initiatoren als auch die Anleger bei neuen Projekten.


Nils Müller, Planet Energy GmbH:  Die Neuerungen in der EEG-Reform führen dazu, dass die Vergütungshöhe für die meisten Projekte geringer ausfällt und mehr Risiken auf den Anlagenbetreiber übertragen werden. Dennoch bleibt das wichtige Element der vorrangigen Netzeinspeisung und einer garantiert festen Einspeisevergütung vorerst sichergestellt. Dadurch werden die Anlagemöglichkeiten durch das EEG 2014 sicherlich nicht attraktiver, jedoch auch nicht riskanter.


Alexander Koffka, ABO Invest AG: 
Für Anleger bieten sich nach der Reform ebenso attraktive Möglichkeiten in Windkraft zu investieren wie zuvor. Entscheidend ist, dass nun die mit dem langwierigen Gesetzgebungsverfahren und der Vielzahl unterschiedlicher Vorschläge und Initiativen verbundene Unsicherheit gebannt ist.


ECOreporter.de: Welche Renditen sind für Anleger in Zukunft noch realistisch?

Martin Betzold, GreenCity Energy:
  Der Trend geht bei Bürgerwindparks marktkonform nach unten, bei Binnenlandstandorten sind Renditen von 4 bis 6 Prozent nach wie vor machbar, aber letztendlich hängt diese maßgeblich von den Rahmenbedingungen der einzelnen Vorhaben ab. Windhöffigkeit, Anlagenqualität, die Entfernung des Einspeisepunkt? diese Dinge haben erheblichen Einfluss auf die letztendliche Rendite.


Georg Hetz, UDI:
  Hier muss man zwischen den einzelnen Investitionsmodellen differenzieren. Bei Angeboten mit festen Zinsen sind je nach Art der Erneuerbaren Energie und Laufzeit zwischen 4 und 7 Prozent  pro Jahr realistisch. Bei Kommanditbeteiligungen mit 20 Jahren Laufzeit sind Renditen zwischen 4 und 8 Prozent jährlich möglich.


Alexander Koffka, ABO Invest AG:  Das Wechselspiel aus Angebot und Nachfrage bestimmt auch bei Windparks den Preis und damit die zu erwartende Rendite. Das insgesamt niedrige Zinsniveau und das zunehmende Interesse zum Beispiel von Stadtwerken oder von Versicherungen, bevorzugt in deutsche Windparks zu investieren, haben die Renditen unter Druck gebracht. Eine Eigenkapitalrendite zwischen 7 und 8 Prozent ist dennoch weiterhin realistisch. Diese Rendite ist allerdings nur erreichbar, wenn die Stromerträge auch wie kalkuliert erwirtschaftet werden. Es besteht bei Windparks immer das Risiko windschwacher Jahre. Deswegen ist es sicherer, sich an einem Portfolio aus vielen Windparks in unterschiedlichen Regionen zu beteiligen. 


ECOreporter.de: Welche neuen Herausforderungen kommen mit der EEG-Novelle auf Ihr Geschäftsmodell zu?

Martin Betzold, GreenCity Energy:  Perspektivisch wird sich unser Geschäftsmodell verändern, gar keine Frage, Stichwort Direktvermarktung. Mittelfristig können wir unsere Kerngeschäftsfelder weiterführen und zu den jetzt feststehenden Konditionen arbeiten. Um die Marktrisiken abzufedern bleiben wir unserer Linie treu und setzen auf die drei Energieformen Wind, Wasser und Sonne in ausgewählten europäischen Ländern. Weiter als 2017 will ich heute nicht blicken. Wir arbeiten aber intensiv an unseren Zukunftsoptionen. Klar ist - der Branche wurden Aufgaben gestellt, jetzt müssen Antworten entwickelt werden.


Georg Hetz, UDI:  Es wird schwieriger im Sinne von zeit- und personalaufwändiger, die „Perlen“ unter den Projekten zu finden. Das heißt, der Aufwand für Projektierer und Initiatoren wird größer - hier ist es die Kunst, dies den Anleger transparent und nachvollziehbar darzustellen.


Nils Müller, Planet energy GmbH:  Während in der Vergangenheit Renditen von sechs bis sieben Prozent durchaus üblich waren, wird man sich sicherlich nun an Renditen Richtung fünf Prozent oder gegebenenfalls sogar darunter orientieren müssen.


Alexander Koffka, ABO Invest AG:  Auch nach der EEG-Novelle bleibt Deutschland für uns ein attraktiver Markt. Das Geschäftsmodell der Bürgerwindaktie ABO Invest besteht von jeher darin, europaweit in Ländern mit zuverlässiger Einspeisevergütung Windparks zu betreiben und dabei auf eine breite regionale Streuung zu achten. Die Streuung vermindert das unternehmerische Risiko erheblich. Trotz windschwacher Jahre in Deutschland haben die Aktionäre der ABO Invest seit Beginn der Börsennotierung 2011 stets eins Kurssteigerung von jährlich rund 8 Prozent erlebt. Wir verfeinern unser Konzept weiter und sind gerade im Begriff, finnische Windparks in das Portfolio aufzunehmen. Finnland wird also aller Voraussicht nach das vierte Land, in dem ABO Invest Windparks betreibt. Unsere bereits erworbenen 54 Windkraftanlagen befinden sich in Deutschland, Frankreich und Irland.


ECOreporter.de: Inwiefern ziehen Sie aus der Reform Konsequenzen für Ihr Geschäftsmodell?

Martin Betzold, GreenCity Energy:
  Mittelfristig behalten wir unseren Kurs bei und feilen an den Optionen für übermorgen. Natürlich werden wir uns mit weiteren Auslandsmärkten beschäftigen und auch Geschäftsfelder wie Speicher und Direktvermarktung unseres Ökostroms ins Auge fassen. Hier will ich noch nicht weiter vorgreifen. Hinsichtlich unserer Beteiligungsangebote bereiten wir aktuell den Erlaubnisantrag für die KVG vor, damit schaffen wir die Voraussetzung auch unter den zukünftigen regulatorischen Bestimmungen die Energiewende in Bürgerhand vorantreiben zu können.

 

Georg Hetz, UDI:  In der Startphase, vor 16 Jahren, war UDI reiner Vermittler von Windprojekten. Seit 2006 haben wir eigene Solar-, Wind- und Biogasprojekte konzipiert, aufgelegt und die Gelder eingeworben. Letztes Jahr starteten zwei weitere Geschäftsmodelle: zum einen die Vermarktung von Wärme bei Biogasanlagen, zum anderen GreenBuildings („grüne“ Immobilien). UDI hat sich immer den Marktgegebenheiten angepasst - beziehungsweise vorausgedacht. Denn allein von einer gesetzlichen Einspeisevergütung abhängig zu sein, kann schnell gefährlich werden. Projekte und Investitionsvorhaben außerhalb des deutschen EEG, wie Direktverkauf der erzeugten Energie, sind langfristig der Weg der Zukunft. 2015 rechne ich mit einem massiven Einbruch für neue Biogasanlagen - übrigens eine eklatante Fehlsteuerung bei dieser EEG-Reform ...

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