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Nachrichten 23.11.2011

Nachhaltige vermögensverwaltende Fonds: Stützsäulen fürs Anlegerportfolio?

Ernst Rudolf. / Quelle: Catus AG

Die Schuldenkrise in den westlichen Industriestaaten und die Börsenturbulenzen belasten manches Anlegerportfolio. Nervenstarke Anleger können Abschwung-Phasen am Kapitalmarkt aussitzen, vor allem wenn sie einen langen Anlagehorizont haben. Aber viele  Experten gehen davon aus, dass sich solche Kursturbulenzen in den kommenden Jahren häufen werden. Dann dürfte es für Investmentfonds mit starren Anlagekonzepten schwierig werden, eine gute Wertentwicklung zu erzielen. Flexiblere Angebote könnten gefordert sein. Unter anderem so genannte „vermögensverwaltende Fonds“.


Diese Anlagekategorie ist nicht einheitlich definiert. Bei den Fonds handelt es sich um eine Sonderform von Misch- oder Dachfonds, für die eine Vielfalt von Anlagen in Frage kommt. Beispielsweise könnten vermögensverwaltende Fonds auch auf Derivate setzen, also Termingeschäfte, beschreibt der „Interessenverbund Vermögensverwaltender Investment-Fonds“. Eine weitere Besonderheit: das Fondsmanagement orientiert sich nicht an Benchmarks, also an Vergleichsgrößen für die Anlageform, sondern verfolgt seinen eigenen Weg.


Absicherung soll gegen Kursdellen helfen

Es gibt bisher nur wenige nachhaltige vermögensverwaltende Fonds. Zu ihnen gehört der INFINUS ecoConsort Fund (ISIN LU0548331643) der Catus AG aus Bodenheim. Fondsmanager und Vermögensverwalter Ernst Rudolf, Vorstand der Catus AG, erhebt den Anspruch, "nachhaltig zu investieren, aber Schwankungen dennoch zu begrenzen". So habe sein Fonds zum Beispiel rechtzeitig vor den Kursabstürzen im August begonnen, den Großteil des Fondsvermögens in Bargeld-Positionen umzuwandeln und die Aktien über Futures abzusichern, also mit Termingeschäften. Diese Positionen neutralisieren sich gegenseitig, so dass sowohl Kursverluste als auch -gewinne nahezu ausgeschlossen sind. Das Paket wird sozusagen eingefroren, kann aber nach dem Abebben einer Krise leicht wieder "aufgetaut" werden. Ein weiterer Vorteil der Futures: Sie können bereits vor Börsenstart gehandelt werden, also bevor sich neue Nachrichten negativ auf die Kurse auswirken. Manager von vermögensverwaltenden Fonds dürfen diese Instrumente und damit diesen Zeitvorsprung nutzen.


In der größeren Flexibilität des Risikomanagements sieht Fondsmanager Rudolf den wesentlichen Unterschied der vermögensverwaltenden Fonds gegenüber anderen Misch- oder Dachfonds, die ja ebenfalls in verschiedene Anlageklassen investieren dürfen, jedoch stark auf Wertpapiere beschränkt sind. Dafür wird für den Infinus ecoConsort Fund neben der Verwaltungsgebühr eine Erfolgsgebühr erhoben: übertrifft der Fonds die jährliche Zielrendite von sechs Prozent, so schöpft die Fondsgesellschaft von dem Zusatzgewinn zehn Prozent ab. Als Bewertungsmaßstab dient die vorherige Höchstmarke des Anteilswertes. Verliert der Fonds in einem Jahr von 10 auf 6 Euro und steigt dann auf 8 Euro an, wird die Erfolgsgebühr nicht fällig, denn die Marke von 10 Euro wurde nicht erreicht.


Bargeld als Hafen im Kurssturm

Rudolf erläutert, dass er als Fondsmanager des Infinus ecoConsort Fund die Anlagestrategie und Portfolien der anderen Fonds genau studiere, in die er investiere. Der Warburg Zukunft Strategie (ISIN DE0006780265) verfolgt ebenfalls einen vermögensverwaltenden Ansatz und verlangt von den Zielfonds "einen plausiblen Nachhaltigkeitsansatz", wie Britta Hänel für die Fondsgesellschaft Warburg Invest erklärt. Man habe "Waffenproduktion/Streubomben" als Ausschlusskriterium definiert. Auch "Unternehmen mit unmittelbarem Link zur Kernenergie" kämen nicht in Frage. Nach ihren Angaben flüchtete sich der Warburg Zukunft Strategie zum Beispiel  in Cash und Absicherungen durch Futures, als die Kurse im August auf Talfahrt gingen.


Ein weiterer nachhaltiger vermögensverwaltender Investmentfonds mit Anspruch auf Nachhaltigkeit ist der BN & P Good Growth Fonds von Hauck & Aufhäuser (ISIN LU0360706096). Wie Fondsmanager Andreas W. Korth erläutert, verfolgt dieser Dachfonds das Nachhaltigkeitsziel "sozialer Frieden". Daher investiere der Fonds auch stark in den Bereich „Mikrofinanz", auf den etwa ein Viertel des Fondsvermögens entfalle. Bei den Beteiligungen des BN & P Good Growth Fonds seien aber zum Beispiel auch Anlagen in Atomkraft tabu. Korth betont, dass seinem Fonds ein umfassendes Anlagespektrum zur Verfügung stehe. Das Fondsmanagement müsse sich nicht an einer Benchmark messen lassen. Das ermögliche es ihm, mit größerem Freiraum auf Marktentwicklungen zu reagieren. Auch der BN & P Good Growth Fonds erhöhte angesichts der Börsenkrise im Sommer die Barmittel und investierte in Derivate. Auch bei diesem Fonds gibt es eine Erfolgsgebühr, wenn die Zielrendite von sieben Prozent übertroffen wird.


Die meisten der nachhaltigen vermögensverwaltenden Investmentfonds sind erst seit kurzem auf dem Markt. So der FairMögensFonds der Hansainvest Hanseatische Investment-GmbH, der im September 2010 lanciert wurde. Der älteste Fonds dieser Kategorie ist der bereits 1994 gestartete OekoSar Portfolio der Bank Sarasin aus Basel. Wie Erol Bilecen von der Bank Sarasin erläutert, verfolgt der Fonds von Anfang an einen vermögensverwaltenden Ansatz, inklusive des Einsatzes von Absicherungsinstrumenten. Neben dem hauseigenen OekoSar Portfolio (Start 2008) betreue Sarasin weitere nachhaltige vermögensverwaltende Fonds: den IAM Fair Value Flex (ISIN LU0275529351) und den Sparda München nachhaltige Vermögensverwaltung (ISIN DE000A0X9SA0).

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