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Aktientipps 29.06.2009

Noch immer zu teuer? - Analyst senkt Daumen für Aktie von Phoenix Solar

Solarprojekt von Phoenix Solar in Spanien, wo die Nachfrage für Solarmodule stark rückläufig ist. / Quelle: Unternehmen

Nach der am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Gewinnwarnung des Photovoltaik-Systemhauses ist der Aktienkurs von Phoenix Solar massiv abgestürzt. In Frankfurt verbilligte sich die Aktie um fast ein Viertel auf 33,0 Euro. Nach Einschätzung von Götz Fischbeck, Analyst der BHF Bank, ist der Anteilsschein damit noch immer überbewertet. Er hat sein Kursziel von 26,5 auf 28 Euro gesenkt und empfiehlt, die Beteiligung zu reduzieren. Zuvor hatte er das Papier zum Kauf empfohlen.


Fischbeck zeigt sich indigniert darüber, dass der Vorstand des Unternehmens aus dem bayrischen Sulzemoos noch vor einem Monat gegenüber Analysten die Gewinnziele bekräftigt hat, die nun kassiert wurden. Phoenix Solar hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass vor allem der starke Preisverfall bei Solarmodulen der Grund dafür sei, dass das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) im Geschäftsjahr 2009 von rund 31 Millionen Euro nicht erreicht werden kann (wirOpens external link in new windowberichteten). Dem stellt der Experte gegenüber, dass die Preise für kristalline Module bereits von Januar bis Ende Mai um rund 25 Prozent eingebrochen waren.  Allerdings habe das Photovoltaik-Systemhaus gehofft, dass im Mai eine Erholung der Nachfrage einsetzt und diese die Preise stabilisiert. Doch stattdessen hätten vor allem Modulanbieter aus Asien ihre Preise noch weiter reduziert und zum Teil sogar unter ihren Produktionskosten angeboten.


Laut Fischbeck führt diese Entwicklung dazu, dass Kunden von Phoenix Solar Modulbestellungen verschieben, da sie mit weiteren Preisrückgängen rechnen. Das belaste den Absatz des Unternehmens und führe zu erhöhten Lagerkosten. Der Analyst sieht den Kostenvorteil von First Solar dahin schmelzen, die Produzentin von Dünnschicht-Modulen sei der wichtigste Zulieferer von Phoenix Solar. Die Bayern hätten angekündigt, die fest vereinbarten Abnahmemengen neu zu verhandeln. Man müsse nun abwarten, inwiefern sich First Solar darauf einlasse.


Phoenix Solar geht nach eigenen Angaben davon aus, im Gesamtjahr die Umsatzprognose von rund 520 Millionen Euro zu erfüllen. Fischbeck bezweifelt dies und verringert seine Umsatzprognose auf 503 Millionen Euro. Seine EBIT-Prognose kappt er um etwa ein Drittel auf 22 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr sei sogar ein operativer Verlust zu erwarten.


Zuversichtlicher beurteilt der Analyst die Aussichten von Phoenix Solar für das nächste Geschäftsjahr. Dann sei wieder eine Erholung der Marge möglich. Allerdings werde es auch 2010 noch ein Überangebot an Solarmodulen auf dem Weltmarkt geben und daher der Gewinn je Aktie des Photovoltaik-Systemhaus um 24 Prozent geringer ausfallen als von Fischbeck bisher angenommen. Ihm zufolge wird er von geschätzten 2,17 Euro je Aktie in 2009 auf dann 3,10 Euro je Aktie ansteigen.


Phoenix Solar AG: ISIN DE000A0BVU93 / WKN A0BVU9

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