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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 07.11.2017

ÖkoWorld Rock 'n' Roll Fonds: "Der Name steht für Rebellion"

Nedim Kaplan ist Fondsmanager bei ÖkoWorld. Er ist überzeugt: "Wir legen keine Massenware auf." Das dürfte auch für den ÖkoWorld Rock 'n' Roll Fonds gelten. / Foto: ÖkoWorld AG

Der Name ist ungewöhnlich: ÖkoWorld Rock 'n' Roll Fonds heißt das Produkt, das ÖkoWorld aus Hilden derzeit als "ersten Elternfonds der Welt" bewirbt. Aber rockt auch das Anlagekonzept der ethisch-ökologischen Vermögensberatung? Wir sprachen darüber mit Fondsmanager Nedim Kaplan.

ECOreporter.de: Herr Kaplan, ganz neu ist der Rock 'n' Roll Fonds ja nicht. Er wurde schon 2008 aufgelegt, damals hieß er aber noch anders.

Nedim Kaplan:
  Das stimmt, das Konzept hat sich verändert. Bis vor kurzem hieß der Fonds noch ÖkoWorld ÖkoTrust. Gestartet ist dieser Fonds als Dachfonds, der auch in Zielfonds investiert hat. Ende 2013 hat sich die Strategie geändert, und wir haben den Fokus verstärkt auf Einzeltitel gelegt. Das liegt daran, dass wir mittlerweile bei ÖkoWorld eine hohe Expertise im Bereich Corporate Bonds und Aktien haben. Wir sind noch "aktienaffiner" geworden – und diese Expertise durch eigene Analysten im Haus wollten wir nutzen. Das macht Sinn, auch im Hinblick auf die Kosten.

Wie würden Sie den jetzigen Fondstyp beschreiben?

Der Rock 'n' Roll Fonds ist ein nachhaltig ausgerichteter Mischfonds mit einem Schwerpunkt auf Einzeltiteln und Anleihen. Was beim Fonds neu ist, ist die weitere Spezialisierung auf familienfreundliche Zukunftsthemen. Die Idee eines Eltern- und Großelternfonds stand schon länger im Raum. Wir haben das Anlagethema also zielgerichtet eingeengt und ein entsprechendes Storytelling aufgebaut. Es wird viel mehr in Bildung investiert - zum Beispiel über geschlossene Fonds bzw. Unternehmen, die den Bau von Kindertagesstätten oder Studentenwohnheimen finanzieren. Einen Mischfonds, der sich speziell diesem Thema verschrieben hat, den gibt es sonst nirgendwo. Um das Risiko zu streuen, setzen wir auch auf die Themenfelder Gesundheit und Ernährung.

Wo investieren Sie konkret, haben Sie Beispiele für uns?

Wir setzten auf zukunftsfähige Aktien und Anleihen weltweit, nur Deutschland funktioniert nicht, sonst wäre das Anlageuniversum zu klein. Zu den Investments im Bildungsbereich zählt zum Beispiel der Kita Fonds 01 von Habona Invest. Dieser bietet privaten Anlegern die Möglichkeit, sich an der Investition in deutsche Kindertagesstätten zu beteiligen - dadurch steigt die Zahl der dringend benötigten Kitaplätze hierzulande. Ein Kooperationspartner der Habona Invest ist bspw. die Caritas, die die Objekte langfristig mietet. Eine weitere Beteiligung des Rock 'n' Roll Fonds ist die Bright Horizons Family Solutions Inc. aus den USA, ein Unternehmen, das betriebliche Kindergärten betreibt, dafür Personal zur Verfügung stellt. So wird also das Geld der Anleger dahin gesteuert, wo es gebraucht wird.

Der Fondsname ist sehr ausgefallen. Wen wollen Sie damit ansprechen?

Die Zielgruppe sind Eltern und Großeltern, die Geld ansparen möchten und auf eine Weise investieren wollen, die ihren Kindern und Enkelkindern zu Gute kommt. Wichtig sind dabei die Werte und das ausgeprägte Bewusstsein der 68er-Bewegung - die Ablehnung von Atomwaffen und Kinderarbeit zum Beispiel, das sind ja Ausschlusskriterien für unseren Fonds. Diese Werte vertreten auch die Gründer und Weggefährten von ÖkoWorld. Der ausgefallene Name "Rock 'n' Roll Fonds" steht dabei für die Rebellion, für das Auflehnen gegen etablierte Fondsanbieter. Im Fokus dieser Kapitalanlage stehen die Bedürfnisse,  die Lebensqualität sowie die demografische Entwicklung von Kindern,  Jugendlichen und Erwachsenen. Erwachsene 50 plus und Senioren 70 plus können mit gutem Gewissen Fondsanteile für Kinder und Enkelkinder, Jugendliche und junge Erwachsene kaufen. Diese Eltern- und Großeltern-Generationen sind voller Bewusstsein mit Rock 'n' Roll im Kopf und hohem Anspruch im Herzen. Für einen global-alternativen Kapitalismus, der das Menschsein im Auge behält. Das Lebensgefühl Rock 'n' Roll steht für gute Stimmung bei einer positiven Lebenseinstellung. Rock 'n' Roll ist nicht nur eine beliebte Musikrichtung, sondern eine bewusstes und bejahendes Lebensgefühl.

Bildhinweis: Kann ein Fonds das Lebensgefühl des Rock 'n' Roll widerspiegeln? / Foto: Pixabay


Vor allem 2016 gab es ja auch ein paar Schwächephasen beim Fonds. Die Volatilität war hoch, woran lag das?

2016 war turbulent. Dass es nicht ganz rund lief, lag vor allem an zwei Ereignissen: Dem Brexit, also dem Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, und der globalen Abschwächung durch die Wirtschaftsentwicklung in China. Das wirkte sich auf die Emerging Markets aus, in denen wir auch unterwegs sind. Zwar haben wir eine dynamische Quote bei Aktien, aber bei rasanten Ereignissen kommt man nicht immer hinterher.

Mittlerweile können wir mehr Flexibilität an den Tag legen und haben gegebenenfalls die Möglichkeit, einen höheren Rentenanteil beizumischen. Da lässt unser Mischfonds Spielraum. Im Frühjahr vergangenen Jahres lag unsere Aktienquote bei 25 Prozent, mittlerweile hat sie aufgrund des robusteren Umfeldes 85 Prozent erreicht.

Wie lange sollten Eltern und Großeltern investiert bleiben?

Sie können Anteile täglich kaufen und veräußern, ohne Einschränkung. Der Fonds ist hoch liquide, da er vorwiegend auf Aktien setzt. Wir empfehlen eine Anlagedauer von mindestens drei, besser von fünf bis zehn Jahren. So können die Anleger von guten Aktienjahren profitieren.

Wie hoch sind die Kosten für Anleger?

Im vergangenen Jahr lag die Gesamtkostenquote TER des Rock 'n' Roll Fonds bei 2,57 Prozent. Jährlich fällt eine Verwaltungsgebühr von 1,76 Prozent pro Jahr an. Wir betreiben viel Aufwand mit einem eigenen weltweiten Research, um global passende Unternehmen zu finden und zu durchleuchten, in die wir unsere strengen Kriterienkatalog folgend investieren können. Dieser Aufwand für Ethik, Soziales und Ökologie kostet Geld. Alleine im hauseigenen Nachhaltigkeitsresearch haben wir fünf festangestellte Spezialisten beschäftigt. Auch die externen Ressourcen, die wir involvieren, verursachen Kosten.

Die Fondspalette der Ökoworld ist zwar klein, aber die für uns entstehenden Verwaltungskosten sind dieselben wie beispielsweise bei der Deutsche Asset Management. Das hat zur Folge, dass zum Beispiel Kosten für aufsichtsregulatorische, rechtliche und compliancerelevante Aktivitäten nicht auf über 100 Fonds umgelegt werden können, sondern nur auf unsere handverlesene Fondsauswahl. Dadurch entstehen überproportional höhere Kosten. Der Skaleneffekt steht immer in Abhängigkeit zur Produktionsmenge.

Wir legen keine Massenware auf. Daher greift auch hier wieder der Vergleich zwischen dem Bioladen und dem Massendiscounter. Wir sind mit unserem Premiumansatz Bio und nicht "billig" wie Aldi oder Lidl. Wir beschäftigen im festen Angestelltenverhältnis einen eigenen Stab von neun sehr erfahrenen Fondsmanagern und Finanzmarktanalysten, die auf eine sehr gute Ausbildung und fundierte Berufserfahrung zurückgreifen können.

Die hohe Performance, die das Fondsmanagement erwirtschaftet, wird frei von Kosten veröffentlicht. Die Kosten sind in den genannten Performance-Ergebnissen bereits herausgerechnet. Der mit Kosten verbundene Aufwand rechnet sich demnach für den Anleger. Liegt der Fonds innerhalb einer bestimmten Frist auf einem absoluten Höchststand, kann eine Performancegebühr - berechnet nach High Watermark - von bis zu 10 Prozent auf den Wertzuwachs anfallen.
 
Herr Kaplan, wir danken für das Gespräch ...

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