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Direktbeteiligungen 19.11.2014

Prokon-Pleite: Rechtsstreit mit Ex-Chef Rodbertus beendet

Den Machtkampf beim insolventen Windkraftprojektierer Prokon aus Itzehoe hat der Insolvenzverwalter für sich entschieden. / Foto: Fotolia (Kzenon)

Der Machtkampf ist endgültig entschieden: Carsten Rodbertus zieht sich als Gesellschafter und Geschäftsführer des insolventen Windkraftprojektierers Prokon zurück. Außerdem darf der Prokon-Gründer keine öffentlichen Erklärungen mehr über sein ehemaliges Unternehmen abgeben. Im Gegenzug wird die Insolvenzverwaltung von Prokon auf eine Schadenersatzklage gegen den ehemaligen Geschäftsführer verzichten. Dies sind die Kernpunkte einer außergerichtlichen Einigung mit welcher der Rechtsstreit zwischen dem Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin und Carsten Rodbertus beigelegt wurde.


Der Prokon-Gründer und ex-Geschäftsführer Carsten Rodbertus hatte in der Vergangenheit im Zusammenhang mit eventuellen Schadenersatzklagen gegen ihn öffentlich über eine mögliche Privatinsolvenz gesprochen.  Nun ist eine solche Klage mit einer außergerichtlichen Einigung vom Tisch: die vom Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin. Grundlage der nun erzielten Einigung sei Rodbertus Vermögenslosigkeit, so der Jurist von der Hamburger Kanzlei Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin. „Bei dieser Sachlage hätte eine gerichtliche Anspruchsdurchsetzung die Insolvenzmasse mit erheblichen Kosten belastet“, sagt der Insolvenzverwalter „Das wäre mit meiner Aufgabe, die Vermögensinteressen von Prokon bestmöglich zu betreuen, nicht vereinbar gewesen.“


Rodbertus tritt kompletten Rückzug an

Dafür lässt Rodbertus nun offenbar von etwas ab, wofür er lange und hart gekämpft hatte. Er überträgt seine Unternehmensanteile, überlässt die Markenrechte und legt sein Geschäftsführeramt endgültig nieder. Bis eine dauerhafte neue Lösung für die Geschäftsführung gefunden sei, werde Kai Peppmeier interimsweise zum Geschäftsführer berufen, so der Jurist. Peppmeier war im Mai 2014  von Penzlin als kaufmännischer Leiter bei Prokon eingesetzt worden. Die Suche nach der neuen Führung übernehme eine Personalberatung. Penzlin selbst führt die Geschäfte bei dem Windkraftprojektierer aus Itzehoe nur für die Dauer des Verfahrens.


Vertragsstrafen sollen Einigung sichern

Teil der nun erzielten Einigung ist auch, dass Rodbertus sich in Sachen Prokon vollends aus der Öffentlichkeit zurückzieht. „Er darf künftig in keiner Form mehr in Sachen Prokon tätig werden oder öffentliche Erklärungen abgeben; diese Verpflichtungen sind durch  hohe Vertragsstrafen abgesichert“, so Penzlin weiter. Über Einzelheiten der Einigung sei Parteien „strikte Vertraulichkeit“ vereinbart worden, erklärt der Insolvenzverwalter. Ohnedies hat sich Carsten Rodbertus mittlerweile einem neuen Betätigungsfeld zugewandt: Inzwischen trommelt Rodbertus als Berater der PmK – Projekte mit Konzept für eine lebenswerte Zukunft GmbH aus Magdeburg für ein Nachrangdarlehen dieses Unternehmens (mehr dazu lesen Sie in diesem ECOreporter.de-Wachhund-Beitrag).


Die Insolvenz von Prokon ist eine der spektakulärsten Pleiten der jüngeren Vergangenheit in Deutschland. Sie betrifft 75.000 Anleger, die Prokon unter der Führung von Rodbertus 1,4 Milliarden Euro in Genussrechte investiert hatten. Aktuell schätzt der Insolvenzverwalter, dass  die Investoren – überwiegend Kleinanleger -  zwischen 30 und 60 Prozent ihres Kapitals zurückerhalten könnten. Dazu sieht er zwei mögliche Sanierungswege vor (mehr lesen Sie hier). ECOreporter.de hat das Geschäftsmodell von Prokon mehrfach durchleuchtet und frühzeitig gewarnt. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Sonderseite.  




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