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Aktientipps 24.02.2011

Roth & Rau AG rutscht in die Verlustzone - Analyst senkt Daumen

Nach vorläufigen Berechnungen hat die Roth & Rau AG 2010 hohe Verluste erwirtschaftet. Wie der Solarzulieferer mit Sitz in Hohenstein-Ernstthal mitteilte, gelang es der Roth & Rau AG zwar, den Jahresumsatz für 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 35,9 Prozent auf 268,9 Millionen Euro zu steigern. Dennoch machte das Unternehmen vor Zinsen und Steuern (EBIT) 25,9 Millionen Euro Verlust. 2009 hatte die Roth & Rau AG noch 16 Millionen Euro EBIT erzielt.



Grund seien Sondereffekte die durch Wertberichtigungen bei verschiedenen Großaufträgen zustande gekommmen seien. Vor diesem Hintergrund hatte Roth & Rau im Dezember 2010 eine Gewinnwarnung herausgegeben (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete). Insgesamt sei die Ertragslage dadurch um 51,2 Millionen Euro geschmälert worden. 42,9 Millionen Euro dieser Abschreibungen gingen zu Lasten des EBIT, 8,3 Millionen belasteten das Finanzergebnis, hieß es. Ohne diese Sondereffekte gerechnet erzielte Roth & Rau 17 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern.


Positiv entwickelte sich die Auftragslage des Unternehmens. Nach Neuaufträgen im Wert von 195,7 Millionen Euro im Vorjahr erlangte Roth & Rau in 2010 Aufträge im Wert von 399,1 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel. Der Auftragsbestand zum Bilanzstichtag 31. Dezember kletterte von 204,8 Millionen Euro im Vorjahr auf aktuell 335 Millionen Euro. Die starke Nachfrage setze sich bislang auch im ersten Quartal 2011 fort. Bis zum 18. Februar seien neue Aufträge in Höhe von 49,7 Millionen Euro entgegen genommen worden, hieß es.


Der Vorstand der Roth & Rau AG habe überdies eine strategische Neuausrichtung des Konzerns beschlossen, um auf veränderte Marktanforderungen in der Solarbranche zu reagieren. Es sei insbesondere zu einer Nachfrageverschiebung hin zu Einzelanlagen mit einer starken Service- und Technologieunterstützung gekommen.  Roth & Rau werde sich deshalb in Zukunft auf da diesen Geschäftsbereich (Single-Equipment) konzentrieren. Das Turnkey-Geschäft werde in einer modifizierten Form weitergeführt.  Um Risiken zu minimieren die  geplant, das Fertigungs-Know-how der Roth & Rau-Gruppe in der Projektplanung und Produktion künftig als Beratungs- und Technologietransferleistung anzubieten. Dazu erforderliche strukturelle und personelle Anpassungen seien bereits eingeleitet worden.


Detaillierte Informationen zur neuen Konzernausrichtung und die endgültige Bilanz für das Geschäftsjahr 2010  sollen 31. März 2011 veröffentlicht werden, kündigte die Roth & Rau AG an.


Sebastian Zank, Analyst der West LB nimmt die vorläufige Bilanz der Roth & Rau AG zum Anlass, eine Verkaufsempfehlung für die Roth & Rau-Aktie auszusprechen. Seiner Einschätzung zufolge wird es Roth & Rau angesichts wachsender internationaler Konkurrenz schwer haben, 2012 geschäftliches Wachstum zu realisieren. Weil die AG bislang zu großen Teilen vom Turnkey-Geschäft abhängig gewesen sei, bestehe das Risiko, dass die Umstellung auf Single Equipment das Geschäftsvolumen nicht vollständig werde auffangen können. Beim Kursstand von 13,88 Euro nennt der Experte 12 Euro als Kursziel.

 
Nach der Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen für 2010 setzt sich der Abwärtstrend an der Börse in Frankfurt fort. In den letzten sieben Tagen verlor die Aktie 15,35 Prozent an Wert. Im Vergleich zum Vortag büsste sie heute um 11:35 Uhr 2,25 Prozent ein und fiel auf 13,88 Euro. Auf Jahressicht liegt der Kursverlust bei 44,2 Prozent.


Zank prognostiziert für das Jahr 2011 einen Umsatzanstieg von 269 Millionen auf 310 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie soll von minus 1,47 Euro auf 1,92 Euro ansteigen. In 2012 werde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr wiederum um 34 Millionen Euro geringer ausfallen und auf 276 Millionen Euro zurückfallen. Der Gewinn je Aktie werde damit leicht unter das Niveau von 2009 (0,94 Euro) auf 0,92 Euro sinken.

Roth & Rau AG: ISIN DE000A0JCZ51/ WKN A0JCZ5

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