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Direktbeteiligungen 16.07.2010

Schweizer Bauminvestment-Unternehmen Milestone WoodSource im Zwielicht

„Absolut ökologisch“ sollen die Waldinvestments des Bauminvestmentanbieters Milestone WoodSource laut seiner Werbung im Internet sein. Darüber hinaus versprechen die Schweizer verlockende Renditen von rund 11 Prozent pro Jahr. Angeboten wird ein Direktinvestment in Teak-Bäume, die auf einer nachhaltig bewirtschafteten Plantage in Panama wachsen. Doch über dem Unternehmen, hinter dem die Milestone Consulting AG aus Wallisellen steht, hängt eine Wolke aus der Vergangenheit.


Sowohl der heutige Aufsichtsrat der Milestone Consulting AG, Nubu Migmar, als auch einige ehemalige Vertriebsmitarbeiter haben vor dem Wechsel zu Milestone WoodSource bei Prime Forestry Switzerland AG gearbeitet. Dieses Unternehmen, das ebenfalls Holzinvestments anbot, hatte 2006 Insolvenz angemeldet. Der Milestone-WoodSource-Vertrieb soll versucht haben, frühere Kunden der Prime Forestry Switzerland AG zu kontaktieren. Das sagt Dr. Carol Franklin, Aufsichtsrätin der Forests for Friends AG mit Sitz im Schweizer Kanton Glarus.


Forests for Friends war nach der Insolvenz der Prime Forestry Switzerland AG als Auffanggesellschaft gegründet worden, um die panamaische Tochtergesellschaft Prime Forestry Panamá S.A. aus der Konkursmasse zu kaufen. Denn die besaß das Land und die Bäume der Prime Forestry Switzerland AG. Aus deren „Baumpartnern“ wurden so Forests-for-Friends-Aktionäre. Franklin ist eine hoch angesehene Umweltexpertin. Sie war unter anderem Geschäftsleiterin von WWF Schweiz und Geschäftsleiterin von „In the Spirit of Davos“. Migmar und  Franklin kennen sich aus ihrer Zeit bei der Prime Forestry AG.

 
„Wir wurden in der zweiten Jahreshälfte 2009 von rund hundert Aktionären informiert, dass sie von Milestone WoodSource angegangen wurden“, erklärte Franklin gegenüber ECOreporter.de. „Gemäß den Aussagen der Aktionäre erhielten sie einen Anruf von Migmar oder einem seiner Mitarbeiter, der sich auf die frühere ‚Baumpartnerschaft‘ des Angerufenen bei Prime Forestry berief und die Auffanggesellschaft Forests for Friends AG ewähnte. Der Anrufer lobte Forests for Friends, sagte aber, er habe ein noch besseres Produkt im Angebot“, so Franklin weiter. Ein Beschwerde-Fax einer Forests-for-Friends-Aktionärin, in deren familiären Umfeld ein unerwünschtes Milestone-WoodSource-Verkaufstelefonat stattfand, liegt ECOreporter.de vor.

 
Auf Nachfrage von ECOreporter.de weist der ehemalige Prime-Forestry-Vertriebsleiter Migmar die Anschuldigungen zurück. „Ich war nicht für die Insolvenz der Prime Forestry verantwortlich", betont Migmar. Er habe weder Adressen von Prime Forestry mitgenommen, noch Kalt-Akquise bei Prime Forestry-Kunden betrieben. Das haben wir gar nicht nötig“, so Migmar. Die Adressen, die für das Marketing genützt würden, habe er „für gutes Geld“ bei deutschen Marketingfirmen erworben, betont Migmar. „Ich habe einige meiner damaligen Baumpartner über Jahre begleitet. Da ist es nur verständlich und legitim, dass ich teilweise bis heute mit ihnen in gutem Kontakt geblieben bin, auch um ihnen zu erklären, was damals bei Prime Forestry passiert ist“, sagt Migmar. Von „Kaltakquise“ könne daher keine Rede sein. Außerdem habe es seit mehr als einem Jahr keine Reklamationen diesbezüglich, gegeben beteuert er.


Einzelne Milestone-WoodSource-Mitarbeiter, die Milestone von Prime-Forestry übernommen habe, hätten ebenfalls „Aufklärung bezüglich Prime Forestry betrieben“, erläutert der Milestone-Aufsichtsrat. Allerdings sei keiner dieser ehemaligen Prime-Forestry-Mitarbeiter mehr für Milestone WoodSource tätig. „Das hat aber nichts mit den Unstimmigkeiten mit Forests for Friends zu tun, sondern war dem natürlichen Lauf der Dinge geschuldet“, rechtfertigt sich Migmar. „Wir können jedem, der uns danach fragt, gerne alles erklären und auch zeigen“, beteuert er.


Milestone WoodSource (Milestone Consulting) bietet Direktinvestments in Teakbäume an. Die Plantage im Bezirk Chepo auf dem Gebiet der Gemeinde Torti Abajo in Panama umfasst nach Unternehmensangaben  185 Hektar Land. Laut der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für das Investment beträgt die Laufzeit für den Vertrag circa 15 Jahre bei Neupflanzungen, also einen Wachstumszyklus. Dem aktuellen Verkaufsprospekt zufolge ist der Einstieg ab dem Kauf von 110 Teakbäumen  also ab  4.675 Euro möglich.


In den AGB heißt es zudem: „durch den Kauf der Teak-Bäume erwirbt der Kunde keinerlei Rechte und Ansprüche am Grund und Boden, auf welchem die Teak-Bäume gepflanzt werden.“ Im  Verkaufsprospekt, der auf der WoodSource-Homepage zum Download bereit steht, ist in den AGB zu lesen, dass trotz der langen Vertragslaufzeit von „circa 15 Jahren“ keine direkte Option zur vorzeitigen Vertragsauflösung gegeben ist. Stattdessen besteht die Möglichkeit, „den Kauf- und Bewirtschaftungsvertrag inklusive der AGB an Dritte zu übertragen“.


Eine Versicherung gegen Feuer- und Wasserschäden sowie Naturkatastrophen für Neupflanzungen gilt nur für die ersten zwei Jahre des Vertrages. Anleger, die sich ihre Bäume anschauen wollen, sollten den Pflanzen lange Zeit geben, um sich auf den Besuch vorzubereiten: Bedingung für einen Kontrollbesuch in Panama ist laut AGB eine „Voranmeldung von mindestens 30 Tagen“ im Voraus. Fast schon tröstlich erscheint es dabei, dass dem Anlegergeld nur ein einziges „maximales Risiko“ droht: der Totalverlust.

ECOreporter.de rät von dem Investment ab.

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