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Finanzdienstleister 29.01.2010

Senkrechtstart ins Grüne: Wer steckt hinter der neuen noa bank? - ECOreporter.de-Interview mit dem Gründer Francois Jozic / Teil 2

Mit der noa bank will sich ein neues Finanzinstitut mit Nachhaltigkeitsanspruch im deutschen Markt etablieren. Lesen Sie die Fortsetzung des ECOreporter.de-Interviews mit Francois Jozic, dem Gründer der noa Bank.

Firmenschild am Eingang der noa Bank. / Quelle: Unternehmen


PerOpens external link in new windowMausklickgelangen Sie zum ersten Teil  des Interviews lesen Sie morgen in ECOreporter.de.



ECOreporter.de: In der Prognose für das Geschäftsjahr 2009 für die noa bank gehen Sie von einem Verlust von etwa 735.000 Euro aus. Wird das zutreffen?

Jozic:Ja, der Verlust in dieser ersten Aufbauphase wird unter 800.000 Euro liegen.


ECOreporter.de: Laut Ihrer Planung hatten Sie Marketingkosten von gut 100.000 Euro eingerechnet. Die Werbekampagne für die noa bank wirkte deutlich teurer.

Jozic:Stimmt, das Marketing hat auch etwa 500.000 Euro gekostet. Das hat aber die Strategis GmbH bezahlt, also die Inhaberin der noa bank. Wir wollten die Bank nicht damit belasten.


ECOreporter.de: ….und Inhaber der Strategis sind Sie und Herr Lodewyk?

Jozic:Ja.


ECOreporter.de: Sie bieten Kunden an, in dem Bereich „Planet“ Geld zu investieren. Die Bank weist auf ihrer Internetseite darauf hin, nie zuvor sei die Erde in so kurzer Zeit so intensiv geschädigt worden wie heute….“Wir sind dabei, sämtliche natürlichen Ressourcen komplett auszubeuten“, heißt es. Und weiter: „So können Sie helfen…Mit dem Themenkonto PLANET fördern Sie direkt die Finanzierung von: ….Erneuerbare Energien“. Warum ist das ein Bereich, in dem die noa bank Schwerpunkte setzen will?

Jozic:Es ist ein spannender Bereich, aber viele Banken finanzieren hier nicht. Es darf nicht sein, dass beispielsweise Geothermieprojekte kein Geld bekommen.


ECOreporter.de: Ihre Bank schreibt, sie „fördere“ Erneuerbare-Energieprojekte. Bedeutet „Förderung“, dass solche Projekte bei Ihnen weniger Kreditzinsen bezahlen müssen?

Jozic:Nein, wir bieten keine niedrigeren Zinsen an. Die Förderung besteht darin, dass wir überhaupt in diesem Segment tätig sind, im Unterschied zu vielen anderen Banken. Und sie besteht außerdem darin, dass sich unsere Berater persönlich und sehr intensiv mit den Kreditkunden befassen, ihr Unternehmen und die Branche zu verstehen versuchen. Wir schauen und also nicht nur die – allerdings auch notwendigen – „harten“ finanziell-wirtschaftlichen Kriterien des Betriebs an.


ECOreporter.de: Was unterscheidet Ihre Bank von anderen?

Jozic:Zum einen das eben Gesagte. Und zum anderen: Wir verwenden die Einlagen unserer Kunden ausschließlich dazu, mittelständische Unternehmen zu finanzieren, die zu einem der genannten Themenkonten „Region“, „Planet“, „Leben“ oder „Kultur“ passen. So entscheidet jeder Anleger selbst darüber, welchen Bereich der realen Wirtschaft wir mit seinem Geld finanzieren sollen. Und er erfährt natürlich auch, welche Unternehmen aus den Einlagen eines Themenkontos Kredite erhalten.


ECOreporter.de: Wo sehen Sie das Marktpotential für die noa bank in Deutschland?

Jozic:Unkonventionelle Banken profitieren von einem gesellschaftlichen Wertewandel: Mitbestimmung, Transparenz, Ehrlichkeit, Gemeinsinn und Sicherheit haben für Bankkunden an Bedeutung gewonnen. Bis zum Jahr 2020 wird sich das Kundenpotenzial der unkonventionellen Banken von derzeit über 6 Mio. auf 10 bis 12 Mio. Verbraucher ausweiten.
Wir bieten ein Komplettpaket, das so noch von keiner anderen Bank in Deutschland angeboten wird. Mit unseren Zinsen auf Tages- und Festgeld sind wir in den Top 10 angesiedelt. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Außerdem ist die noa bank mit ihren vier Themenkonten breiter aufgestellt als andere nachhaltige Banken.


ECOreporter.de: Laut Finanztest bietet die noa bank die drittbesten Konditionen beim Tagesgeld. Wieviel Zinsen erhalten die Kunden derzeit?

Jozic: Aktuell bieten wir 2,2 Prozent auf Tagesgeld und bis zu 3,0 Prozent auf Festgeld bei fünf Jahren Laufzeit.


ECOreporter.de: Darüber hinaus wollen Sie die Kunden am Erfolg der Bank beteiligen. Sie sollen die Hälfte des jährlich ausgeschütteten Gewinns erhalten. Wie funktioniert das?

Jozic:Die Kunden bekommen das Geld zusätzlich zu den Zinsen, abhängig davon, wie lange sie ihr Geld anlegen. Regeln dafür werden wir erarbeiten.


ECOreporter.de: Wer erhält die andere Hälfte der Ausschüttungen?

Jozic:Die Anteilsinhaber der Bank.


ECOreporter.de: Welche Kreditzinsen erheben Sie derzeit?

Jozic:Für Kreditnehmer haben wir auf Standardkonditionen verzichtet. Wir bieten Kredite nach Maß mit Zinsen zwischen sechs und acht Prozent.


ECOreporter.de: Welche Ziele streben Sie an bei der Bilanzsumme und der Anzahl der Kunden?


Jozic:
Wichtige Kennziffern für eine Bank sind das Geschäftsvolumen in den beiden Bereichen Einlagen und Kredite. Hier wollen wir in den nächsten zwei Jahren auf ca. 50 Millionen Euro kommen und im Jahr 2011 die Gewinnzone erreichen. Wir streben außerdem an, nach fünf Jahren auf 500.000 Kunden zu kommen.


ECOreporter.de: Was bedeutet eigentlich der Name „noa bank“?

Jozic:Es ist ein Kunstname. Er soll sich von den üblichen Bankennamen abhebt. Er sollte angenehm und weich klingen; ein wenig feminin.  Auf die klangliche Übereinstimmung mit der Arche Noah wurde ich aufmerksam gemacht, nachdem ich mich schon für den Namen entschieden hatte. Im Französischen, meiner Muttersprache, wird Noa Noé genannt. „noa“ ist also nicht als biblische Anspielung zu verstehen.


ECOreporter.de: Herr Jozic, vielen Dank für das Gespräch!


Bildhinweis: Francois Jozic / Quelle: noa Bank

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