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Gold 21.03.2013

Sind Gold-Investments nachhaltig?

Um Gold zu gewinnen, werden ganze Landschaften umgepflügt. / Quelle: Fotolia, Dmitri Melnik

Auf lange Sicht mag ein Investment in Gold wirtschaftlich Sinn machen. Aber vor allem aus ethisch-ökologischer Sicht ist die Gold-Anlage mit nachhaltigen Investmentstrategien aber kaum vereinbar. Denn die Förderung von Gold verursacht verheerende Schäden, unter denen Menschen und Natur auf vielfältige Weise leiden. Die Nachfrage von Investoren regt Bergbauunternehmen an, weitere Goldvorkommen zu erschließen. Sie trägt zu steigenden Goldpreisen bei und dazu, dass es sich lohnt, in großem Stil Gold zu fördern.


Die Ökobilanz der konventionellen, modernen Goldgewinnung ist schlichtweg katastrophal. Nicht nur, weil sie äußerst energieintensiv ist und durch den Einsatz fossiler Brennstoffe das Klima belastet. Je Kilogramm gefördertes Gold beträgt die Klimabelastung im Schnitt über 400 Kilogramm des Treibhausgases CO2. Vor allem jedoch betreiben die Goldförderunternehmen starken Raubbau an der Natur. Im Schnitt wird über eine Tonne Erdreich abgebaut, um eine einzige Feinunze Gold zu gewinnen. Das sind umgerechnet 31,1 Gramm.


Besonders fatal ist der Einsatz hochgiftiger Chemikalien: In der Regel setzen die Minenbetreiber Cyanwasserstoff (Blausäure) ein, um Goldpartikel aus dem umgebenden Gestein zu lösen. „Dazu werden beispielsweise in Ghana riesige Cyanid-Stauseen auf dem Minengelände angelegt, um das Gold auszuwaschen. Zurück bleiben häufig langfristig zerstörte Mondlandschaften“, erläutert Friedel Hütz-Adams, Rohstoff-Experte der Nicht-Regierungsorganisation Südwind e.V.  aus Siegburg, die sich intensiv mit den entwicklungspolitischen Auswirkungen der Rohstoffförderung beschäftigt. „Würde man das Cyanid in Tanks einsetzen oder kostenintensive Recycling-Systeme verwenden, könnte man schon einiges verbessern. Doch obwohl der Goldpreis Rekordstände erreichte, haben die großen Gesellschaften in vielen Minen nur wenig an ihren Umweltstandards getan“, klagt Hütz-Adams. Hinzu komme die Gefährdung der Minenarbeiter durch Staub und Arbeitsunfälle.


Weitaus billiger, aber nicht weniger giftig, ist die Methode, mit der die meisten der geschätzt bis zu 20 Millionen Klein- und Kleinstschürfer weltweit etwa ein Zehntel der jährlichen Goldförderung decken. Sie sind insbesondere in China, in Teilen Südamerikas und Afrikas aktiv und verwenden häufig Quecksilber. Dieses Schwermetall ist Gold von der chemischen Zusammensetzung her ähnlich. Es wird dem Gestein in flüssiger Form zugesetzt, erhitzt und verdampft, um das Gold aus dem Stein zu lösen. „Einfache Goldbauern hantierten vielfach ohne Atemschutz und mit bloßen Händen mit der gesundheitsschädlichen Chemikalie“, erläutert Hütz-Adams.


Die umweltschädliche Förderung von Gold gefährdet oft auch die Gesundheit der Menschen, die in der Umgebung einer Goldmine leben. Zum Beispiel weil bei der Goldgewinnung ausgeschwemmte Giftstoffe verdampfen. Auch werden häufig große Mengen von hochgiftigem Quecksilber ausgeschwemmt. Dieses vergiftet die Böden der Landwirte und die Flussläufe, gelangt sogar in die Trinkwasserspeicher. Die Entsorgung der bei der Goldförderung eingesetzten Chemikalien ist schwierig, und nicht selten unterbleibt sie einfach. Schließlich erfolgt die Goldförderung  für gewöhnlich abseits der öffentlichen Wahrnehmung, überwiegend in abgelegenen Regionen Asiens, Afrikas und Südamerikas.


Von der Wertschöpfung der Goldförderung profitiert die lokale Bevölkerung kaum, eher schon die häufig korrupte Politik und Verwaltung. Am größten sind beim Gold-Geschäft die Gewinne internationaler Großkonzerne. Im Bereich der kleinen Goldförderung kommt es häufig zu Konflikten zwischen den Goldschürfern und der einheimischen Bevölkerung, etwa den indigenen Gruppen in Südamerika. Deren Kultur und Lebensraum wird durch das Eindringen von Goldsuchern gefährdet.


Goldabbau und Nachhaltigkeit sind jedoch nicht gänzlich unvereinbar. Seit einigen Jahren bemühen sich verschiedene Akteure darum, im Goldsektor Nachhaltigkeitsstandards zu etablieren. Nachhaltigkeitssiegel sollen verbriefen, dass Gold unter Rücksicht auf Mensch und Natur gefördert wurde. Über die verschieden Nachhaltigkeitssiegel und ihre Bedeutung informiert ein Artikel, zu dem Sie per Mausklick gelangen.

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