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Eigene Solaranlage 16.04.2013

Sind Solarmodule umweltfreundlich?

Bei der Produktion von Solarmoduken trägt die Belegschaft Schutzkleidung. / Bildquelle: Suntech Power Holdings

Solarenergie ist umweltfreundlicher als jede bekannte konventionelle Energieform. In den 20 bis 30 Jahren, in denen ein Modul Strom produziert, entstehen keine schädlichen Nebenprodukte. Dennoch ist die Umweltbilanz der Solartechnik nicht makellos. Beispiel kristalline Solarzellen: Bei deren Herstellung kommt viel Chemie zum Einsatz, unter anderem bei der chemischen Reinigung des Siliziums. Das besorgen Chlorwasserstoffverbindungen. Die sind ätzend. Die Chemikalien trennen das Silizium von anderen Metallen- wie Eisen oder Aluminium. Bei der Weiterverarbeitung des Siliziums kommen neben Chlorwasserstoff noch Flusssäure, Kalilauge sowie Bor- und Phosphorverbindungen zum Einsatz. Viele große Hersteller bemühen sich deshalb um möglichst umweltfreundliche Produktions- und Recycling-Methoden. Das dokumentieren die Nachhaltigkeitsberichte der Konzerne. Dennoch gab es auch in der Photovoltaikbranche schon Umweltskandale. Beispielsweise beim chinesischen Konzern JA Solar. Die Fabrik-Abwässer einer der Silizium-Modulproduktion von JinkoSolar vergifteten einen Fluss (ECOreporter.deberichtete).


Bei der Herstellung von Dünnschichtphotovoltaik wird statt Silizium Cadmium-Tellurid verwendet, eine hochgiftige Chemikalie. Hier fallen ebenfalls umweltschädliche Abwässer an. Und auch hier gab es Umweltskandale: Nach der Pleite des US-Dünnschichtmodul-Herstellers Abendond Solar wurde Anfang März 2013 bekannt, dass das Unternehmen zahlreiche Tonnen mit giftigen Abwässern auf dem Betriebsgelände hortete. Der US-Solarkonzern First Solar erklärte sich Medienberichten zufolge dazu bereit, das Recycling zu übernehmen.

Aus alt mach neu –Solarmodule und Recycling

Einige Modulhersteller haben hauseigene Recyclingprogramme. Ein Beispieldafür ist bei kristalliner Photovoltaik die SolarWorld AG aus Bonn, ein Beispiel für die Dünnschicht-Technologie ist der US-Branchenprimus First Solar aus Tempe in Arizona. Viele Photovoltaik-Hersteller engagieren sich in der Branchen-Initiative PV Cycle. Wer der Organisation mit Hauptsitz in Belgien beitritt, verpflichtet sich dazu, die Solarmodule nach den Standards von PV Cycle möglichst umweltfreundlich wiederzuverwerten. „Abhängig von der jeweiligen Technologie ist es heute möglich, ein Solarmodul im Durchschnitt zu 85 bis 90 Prozent wiederzuverwerten“, sagt die PV-Cycle-Sprecherin Alina Lange. Zum Teil könnten einzelne Bestandteile sogar zu 95 Prozent recycelt werden, fährt sie fort. „Ein kristallines Solarmodul besteht zu 80 Prozent aus Glas. An dieser Stelle kooperieren wir mit Wiederverwertern der Glasindustrie. Andere Bestandteile wie etwa Kupfer, Aluminium und Plastik haben Recyclingquoten von 85 Prozent. Daraus werden neue Industrierohstoffe. Bei Dünnschichtsolarmodulen mit CIGS- oder CdTe-Technologie erreichen wir Recycling-Quoten von bis zu 95 Prozent. Das Glas wird für andere Glasprodukte verwendet. Und einige Halbleiter werden sogar direkt weiterverwendet.“ Unter anderem mit Hilfe der EU arbeite PV Cycle weiter daran, die Effizienz und Umweltfreundlichkeit der Wiederverwertung zu steigern.

Bildnachweis: Die Sammlung vor den Recycling gleicht einem „Friedhof derr Solarmodule“/ Quelle: PV Cycle. 


Für den privaten Solaranlagen-Betreiber ist die Rückgabe von PV-Cycle-Modulen kostenlos. Wer defekte Module oder Photovoltaikschrott abgeben möchte, hat deutschlandweit 270 Anlaufstellen (Stand März 2013). Das sind meist Händler oder Fachbetriebe. PV Cycle bietet eineInternet-Suchmaschinean, mit der Sie den nächsten Rücknahme-Punkt in Ihrer Nähe finden. Wer mehr als 40 Module zu entsorgen habe, dem biete die Organisation auch einen Abholservice an, so Lange.

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