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Nachrichten 08.12.2011

Studie benennt weltgrößte Kohlekraft-Finanzierer – Deutsche Banken auf Top-Plätzen

Die Deutsche Bank ist einer der weltgrößten Finanzierer von Kohlekraft und anderen fossilen Energien. Weitere deutsche Kreditinstitute, wie West LB, LBBW, Commerzbank und Allianz investieren ebenfalls Milliarden in diese Branchen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Kohlekraftwerk von E.on./Quelle: Unternehmen



Der Untersuchung der der Nichtregierungsorganisation Urgewald zufolge hat die Deutsche Bank seit 2005 knapp 11,5 Milliarden Euro in Unternehmen investiert, die mit Kohlekraft und anderen fossilen Energieträgern ihr Geld verdienen. Damit rangiert sie im weltweiten Vergleich unter 93 Banken auf dem sechsten Platz. Weltgrößter Investor in Projektfinanzierungen oder über Unternehmensbeteiligungen aus diesen Industrien ist der US-Finanzkonzern JP Morgan Chase mit 16,5 Milliarden Euro seit 2005.


„Wir haben die Kohlefinanzierung untersucht, weil Kohlekraftwerke die größte Quelle für CO2-Emissionen sind“,erklärt Heffa Schücking von Urgewald, Hauptautorin der Studie. „Erschreckenderweise zeigt unsere Untersuchung, dass sich die Kohlefinanzierung seit Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls fast verdoppelt hat, obwohl die katastrophalen Folgen des Klimawandels immer offensichtlicher werden“, nennt Schückling ein weiteres Ergebnis der Untersuchung.


Das nächste deutsche Geldhaus im Urgewald-Ranking ist die HypoVereinsbank. Diese hat, allerdings zusammengenommen mit ihrem italienischen Mutterkonzern UniCredit, im Untersuchungszeitraum 5,2 Milliarden Euro in diese extrem CO2-intensiven Geschäftsfelder investiert. Damit landet sie auf Rang 15. Ebenfalls mit Milliardensummen führt die Studie die Commerzbank (mit knapp vier Milliarden Euro Investitionssumme auf Rang 21), die Allianz (2,1 Milliarden; Rang 28), die West LB (1,5 Milliarden; Rang 35) und die LBBW (1,2 Milliarden; Rang 37). Jeweils knapp unter der Grenze von einer Milliarde Euro bewegen sich die Anlagesummen der DZ Bank und der Bayern LB  auf Rang 45 und 46 des Urgewald-Rankings.


Starkes Engagement der KfW Bank in klimaschädlichen Branchen

Als „besonders absurdes Geschäftsgebaren“ stufen die Studienautoren das Engagement der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein. Sie investierte der Studie zufolge seit 2005 rund 540 Millionen Euro in den Kohlesektor. Dies passe nicht dazu, dass die KfW Bank aus Klimaschutzgründen Erneuerbare-Energie-Anlagen und Energieeffizienzmaßnahmen fördere und dies in ihrer Außendarstellung entsprechend kommuniziere.„Allein das von der KfW unterstützte 4.800 Megawatt (MW) Kohlekraftwerk Kusile in Südafrika wird
den CO2-Ausstoß des südafrikanischen Energiesektors um fast 13 Prozent steigern“, so Studienautorin Schücking.  


Einige internationale Großbanken, die auch zahlreiche nachhaltige Investmentfonds anbieten, zählen ebenfalls zu den zwanzig weltgrößten Finanzierern von Kohlekraft. Der Finanzkonzern UBS rangiert hier mit knapp zwei Milliarden Euro Investitionen allein in Kohlekraft-Unternehmen und -Projekte im Berichtszeitraum auf Rang 10 vor BNP Paribas mit 1,5 Milliarden Euro. HSBC kommt mit 848 Millionen Euro auf Platz 14. Die Bank ING liegt mit 568 Millionen Euro auf dem Rang 20. In dieser Rangliste steht die Deutsche Bank mit knapp vier Milliarden Euro seit 2005 einmal mehr weit vorne: Sie reiht sich hinter Morgan Stanley auf dem zweiten Platz ein.


Die Studie „Bankrolling Climate Change“ wurde gemeinsam von Urgewald aus Sassenberg, den beiden NGOs groundWork und Earthlife Africa aus Südafrika und dem internationalen NGO-Netzwerk BankTrack mit Sitz im niederländischen Nijmegen veröffentlicht. Ziel der Organisationen sei es, Druck auf die Banken ausüben, die neue Kohlekraftwerke finanzieren.

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