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Titelgeschichte 18.07.2008

Tiefenanalyse – was spricht jetzt für ein Investment in die Aktie der Q-Cells AG?

Produktionslinie der Q-Cells AG. / Quelle: Unternehmen

Von Mitte Mai bis Mitte Juli war der Aktienkurs der Q-Cells AG aus Thalheim drastisch eingebrochen, von rund 85 Euro auf  unter 55 Euro. In den letzten Tagen setze eine Erholung ein, in Frankfurt verteuerte sich das Papier auf 60,29 Euro. Dennoch ist die Aktie weiter deutlich unterbewertet. Das meint zumindest Karin Meibeyer, Analystin der Nord LB. Sie empfiehlt, die Aktie des Solarunternehmens zum Kauf und nennt 65 Euro als Kursziel.


Die Expertin der Landesbank verweist darauf, dass die Solarbranche insgesamt mit prognostizierten Wachstumsraten von 30 Prozent pro Jahr in den kommenden Jahren eine hohe Ertragsdynamik entfalten könne. Mit der Konzentration auf Solarzellen fokussiere Q-Cells eine Schlüsselposition in der Solarindustrie. Sie habe hier die japanische Sharp als mengenmäßiger Weltmarktführer abgelöst. Mit 9 Prozent Marktanteil bei der Produktion kristalliner Solarzellen verfüge die Gesellschaft über eine hohe Verhandlungs- und Marktmacht, die sich in einer günstigen Kostenstruktur widerspiegle. Meibeyer führt die 2007 erreichte EBIT-Marge von knapp 23 Prozent an.


Als besondere Stärke nennt sie „das hohe Exposure von Q-Cells in verschiedene Dünnschichttechnologien“. Dieses sichere dem Unternehmen den Technologievorsprung und damit einen Vorsprung vor der Konkurrenz. Mittelfristig gingen daraus positive Impulse für die Margen hervor. Das sei umso bedeutender, als der Preisdruck auf die Solarzellenproduzenten in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werde. Das sei zum einen eine Folge der zu erwartenden Überkapazitäten im weltweiten Markt für Solarprodukte, der sich vom Verkäufer- zum Käufermarkt entwickle, wie die Analystin prognostiziert. Zum anderen werde sich die Versorgungssituation bei Silizium entspannen und so die Konkurrenzsituation verschärfen. Vor allem die chinesischen Hersteller von Solarprodukten, die mangels langfristiger Lieferverträge bislang überwiegend Silizium teuer auf dem Spotmarkt einkaufen müssen, könnten demnächst ihre Produkte billiger anbieten. Q-Cells ist aber laut Meibeyer in der Lage, dem Preisdruck mit Fortschritten bei der Technologie und der Produktionseffizienz zu begegnen. Die Ausdehnung der Verarbeitungskette auf die Produktion von Ingots und Wafern sowie Skaleneffekte auf dem hohen Kapazitäts- und Mengenwachstum werden laut der Expertin die Margen von Q-Cells entlasten.


Die verringerte Förderung von Solarstrom im weltweit führenden deutschen Solarmarkt dürfte sich der Analystin zufolge zwar auch auf Q-Cells auswirken. Doch schon jetzt entfalle mit über 36 Prozent auf die übrigen EU-Länder ein größerer Umsatzanteil als auf Deutschland (30 Prozent). Ferner könne das Unternehmen aus Thalheim von der dynamisch wachsenden Nachfrage aus anderen Weltregionen profitieren, etwa aus Indien und Südkorea. Mit dem Bau einer Produktionsstätte in Malaysia positioniere sich Q-Cells aussichtsreich für den asiatischen Markt. Dort könne das Unternehmen auch um 10 bis 15 Prozent höhere Preise erzielen. Die Errichtung eines Werks für Dünnschichtmodule in Mexiko und damit in der Nähe zum US-Markt wird von Meibeyer ebenfalls positiv bewertet. Mit der dortigen Produktion erreiche Q-Cells auch eine bessere Absicherung gegen Währungsschwankungen. Sie weist darauf hin, dass das Solarunternehmen bislang nur in Deutschland fertigt und deshalb der schwache Dollar „die internationale Wettbewerbsfähigkeit mindert“.


Für das Gesamtjahr 2008 erwartet die Expertin der Nord LB, dass Q-Cells den Umsatz um 50 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro steigert und damit die eigene Prognose leicht übertrifft. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) rechnet sie mit 261,4 Millionen Euro. Aufgrund der Anlaufkosten bei den neuen Technologien und bereits sinkender Verkaufspreise werde die EBIT-Marge voraussichtlich von 22,9 auf 20,4 Prozent sinken. Zuversichtlich beurteilt Meibeyer die Aussichten für die Folgejahre. Zwar werde 2009 die Marge mit 20,2 Prozent wohl noch etwas niedriger ausfallen, ab 2010 aber wieder steigen auf zunächst 20,7 Prozent. Auf Basis ihrer Schätzungen von Umsatz und Gewinn in 2009 (2,1 Milliarden Euro bzw. 426 Millionen Euro) und 2010 (2,8 Milliarden Euro bzw. 576 Millionen Euro) kommt sie zu dem Schluss, dass die Aktie der Q-Cells derzeit günstig zu haben ist. Für 2009 ermittelt sie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 18, was noch über dem KGV von Solaraktien wie SolarWorld AG (15) und Suntech (14) liege, aber bereits deutlich unter dem von First Solar (48). Für 2010 nähere sich das Verhältnis aber weiter an, so dass das KGV von Q-Cells mit 13 fast gleichauf mit dem der SolarWorld AG liege, für die Meibeyer ein KGV von 12 veranschlagt.

Q-Cells AG: WKN 555866 / ISIN DE0005558662

Bildhinweis: Q-Cells hat zuletzt viele Produkte nach Spanien verkauft: Solarprojekt in Barcelona. / Quelle: SunTechnics Técnicas Solares

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