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Nachrichten 17.08.2012

Top oder Flop - Analysten bewerten Aussichten von Solaraktien

Solaraktie ist nicht gleich Solaraktie. Zwar haben alle Anteilsscheine dieses Sektors auf Jahressicht stark an Wert verloren. Bei einigen sehen Analysten aber mittlerweile wieder Grund für Optimismus.

Solarroboter von Manz. / Quelle: Unternehmen


Dies gilt insbesondere für den Solarausrüster Manz AG aus Reutlingen. Dessen Anteilsschein hat sich auf Jahressicht um 17 Prozent verbilligt. Heute um 13 Uhr notierte das Papier im Xetra bei 20,70 Euro. Frank Neuman, Analyst beim Bankhaus Lampe, rechnet mit einem Kursanstieg in den kommenden zwölf Monaten auf 26 Euro. Daher stuft er seine Einschätzung herauf und rät zum Kauf der Aktie. Neuman verweist darauf, dass es Manz mit einem starken zweiten Quartal gelungen ist, das Minus aus dem ersten Quartal auszugleichen und das Halbjahr mit einem positiven operativen Ergebnis abzuschließen (wirOpens external link in new windowberichteten).


Allerdings gründet sich die positive Einschätzung des Experten darauf, das Manz das Solargeschäft stark verringert hat. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren vor allem nach Asien viele Fertigungsanlagen an Hersteller von Solarkomponenten verkauft. Doch im Weltmarkt für Solarprodukte besteht derzeit ein riesiges Überangebot. Die Preise verfallen rapide und die Produktionskapazitäten sind weitem nicht ausgelastet. Folglich wird kaum in neue Anlagen oder in deren Modernisierung investiert. Daher trug das Solargeschäft im ersten Halbjahr nur noch zwölf Prozent zum Umsatz bei. Das Unternehmen hat seinen Schwerpunkt auf das Display-geschäft verlagert. Dies ist mit einer Gewinnmarge von 17 Prozent auch sehr lukrativ. Neuman betont, dass es Manz gelingen muss, im zweiten Quartal weitere Aufträge im Display-Geschäft einzufahren. Doch wenn dies gelänge, werde die Profitabilität des Unternehmens steigen und dies auch die Aktie beflügeln.


Der Aktienkurs der  S.A.G. Solarstrom AG aus Freiburg hat sich auf Jahressicht auf knapp zwei Euro halbiert. Ihr war es nicht gelungen, ein schwaches erstes Quartal auszugleichen, so dass das Unternehmen auch für das erste Halbjahr ein deutliches Minus ausweisen musste (wirOpens external link in new windowberichtetenebenfalls).  Dennoch sollten sich Anleger noch nicht von der Beteiligung trennen, wie Neumann feststellt. Der Experte vom Bankhaus Lampe geht davon aus, dass die Aktie ihr Niveau halten wird. Zwar sei die vorgelegte Zwischenbilanz insgesamt schwach ausgefallen, weshalb er seine Schätzungen zum weiteren Geschäftsverlauf leicht gesenkt habe. Doch er traut dem Solarunternehmen zu, das zweite Halbjahr positiv abzuschließen. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einem positiven Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 3,1 Millionen Euro.


Neumann streicht heraus, dass die Stromproduktion und der Bereich Anlagenbetrieb/Service bereits im ersten Halbjahr gut gelaufen sind. Der Bereich Partnerbetrieb habe sich zumindest stabilisiert. Ab 2013 könne es für die S.A.G. weiter aufwärts gehen, die ja kein Solarhersteller sei und damit nicht vom massiven Preisverfall für Solarprodukte betroffen. Für 2013 sagt der Analyst ein auf 9,3 Millionen Euro wachsendes EBIT voraus.


Ganz anders sieht es für die SolarWorld AG aus Bonn aus. Die hatte die Börsianer am Montag mit einer katastrophalen Halbjahresbilanz geschockt (perOpens external link in new windowMausklickgelangen Sie zu unserem Bericht darüber, der Sie auch zu einer Einordnung durchECOreporter.de-Chefredakteur Jörg Weber führt). Das EBIT des Solarkonzerns aus Bonn war im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 200 Millionen Euro geschrumpft, so dass er tief in die Verlustzone abrutschte. Das beschleunigte die Talfahrt der Aktie, die allein in dieser Woche über 15 Prozent auf 1,17 Euro verlor. Auf Jahressicht hat der Anteilsschein über 80 Prozent seines Wertes eingebüßt.


Sven Diermeier, Analyst der WGZ Bank, glaubt nicht, dass es in absehbarer Zeit zu einer Kurserholung kommt. Er empfiehlt, die Beteiligung abzustoßen und nennt einen Euro als Kursziel. SolarWorld hatte das schwache Halbjahresergebnis unter anderem damit angeführt, dass der starke Preisverfall zu hohen Wertberichtigungen geführt habe. Doch laut Diermeier hätte der Solarkonzern selbst bei der darum bereinigten Bilanz die Prognosen verfehlt. Er senkt seine Erwartung für die weitere Entwicklung des Unternehmens und geht davon aus, dass SolarWorld im laufenden Jahr einen Verlust je Aktie von 1,48 Euro ausweisen wird. Auch für 2013 rechnet er nicht mit einer Rückkehr in die Gewinnzone sondern nur mit einem auf 51 Eurocents je Aktie geminderten Verlust je Aktie.

Manz AG: ISIN DE000A0JQ5U3 / WKN A0JQ5U
S.A.G. Solarstrom AG: ISIN DE0007021008 / WKN 702100
SolarWorld AG: ISIN DE0005108401/ WKN 510840

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