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Erneuerbare Energie 21.01.2009

Trotz Krise: Weiter investieren - Aufdach-Markt für kleine Solaranlagen sehr stabil: zwei Risikokapital-Investoren äußern sich zur Situation der Erneuerbaren Energien

Photovoltaikanlage bei Madrid / Quelle: Iberdrola SA

Alec Rauschenbusch, Geschäftsführer der Stuttgarter Grazia Equity und Jörg Friedrich Bätjer, Prokurist und Fonds-Geschäftsführer der Hannover Finanz Gruppe, interpretieren die Finanzkrise auch als Chance für ihre Unternehmen. Im Gespräch mit ECOreporter.de steht für sie weniger die aktuelle Verunsicherung der Märkte als die langfristig attraktive Perspektive der Erneuerbaren Energien im Fokus.


ECOreporter.de: Projektfinanzierungen für Erneuerbare Energien scheinen derzeit aufgrund einer neuen Bankpolitik problematisch zu sein. Durch die internationale Finanzkrise stehen die Märkte zudem unter Druck. Welche Auswirkungen hat dies auf Ihr Beteiligungsverhalten?
Alec Rauschenbusch:Wir werden unser Investitionsaktivitäten trotz Krise nicht reduzieren. Im Gegenteil: Wir sehen die Krise als Chance und beabsichtigen dieses Jahr eine Reihe von Neuinvestitionen eingehen, da wir davon überzeugt sind, dass jetzt die Gewinner von morgen entstehen.


ECOreporter.de: Wir wird sich ein Ölpreis von 40 bis 100 Dollar je Barrel auf die Entwicklung der Erneuerbaren Energien auswirken?
Rauschenbusch:Natürlich drückt ein niedriger Ölpreis auf die Erwartungen an den kurzfristigen Erfolg der Erneuerbaren. Auch erscheinen Investitionen in die Erneuerbaren Energien wie z.B. in Solarthermische Aufdachanlagen in weniger Fällen lukrativ und werden insofern im Vergleich zu einer Ölpreisboom-Phase seltener vorgenommen.
Langfristig gibt es jedoch keine Zweifel: Öl-Verbrennung ist schädlich. Erneuerbare Energie-Umwandlung ist sauber. Öl ist begrenzt. Energien wie die solare Energie nicht. Der Ölpreis wird wieder deutlich ansteigen. Die Erneuerbaren Energien werden ihren langfristigen Siegeszug fortsetzen.


ECOreporter.de: Projektfinanzierungen für Erneuerbare Energien scheinen derzeit aufgrund einer neuen Bankpolitik problematisch zu sein. Durch die internationale Finanzkrise stehen die Märkte zudem unter Druck. Welche Auswirkungen hat dies auf Ihr Beteiligungsverhalten?
Jörg Friedrich Bätjer:Hannover Finanz ist Eigenkapitalpartner, kein Projektfinanzierer. Insofern trifft uns eine eventuelle Verhaltensänderung der Banken bei Projektfinanzierungen nicht unmittelbar. Aus eigenem Erleben können wir dazu nicht viel sagen. Offensichtlicher sind für uns die Schwierigkeiten von Solarparkentwicklern, denen in Spanien durch die rigorose Deckelung der dortigen Freilandförderung ihr bisher wichtigster Markt weggebrochen ist. Für die kleinteiligen PV- und Solarthermie-Auf-Dach- Lösungen sehen wir dagegen überall noch sehr gute Absatzchancen auch im allgemein erwarteten Krisen-Jahr 2009. Hier gibt es auch keinen Finanzierungsengpass. Im Gegenteil. Die Banken finanzieren diese kleinen privaten Anlagen sehr gerne, vor allem wenn die Häuslebauer hierfür die bereitstehenden KfW-Hilfen in Anspruch nehmen. Der Auf-Dach-Markt für kleine Anlagen ist stabil und wird auch in 2009 weiter wachsen. Insofern sind wir nach wie vor sehr daran interessiert, uns hier weiter zu engagieren. Interessant sind aber auch andere Bereiche rund um regenerative Energien. Gerne stellen wir den Unternehmen hier Wachstumskapital zur Verfügung. Insofern sehen wir die Finanzkrise auch als Chance. Die Unternehmen sind jetzt wieder offener, sich solide über Eigenkapital zu finanzieren und damit ein stückweit bankenunabhängiger zu werden.


ECOreporter.de: Wir wird sich ein Ölpreis von 40 bis 100 Dollar je Barrel auf die Entwicklung der Erneuerbaren Energien auswirken?
Bätjer:Der Ölpreis war jahrelang sehr billig. Erst in 2004 stieg er über 40 Dollar, um dann Mitte 2007 erstmalig die Marke von 80 Dollar zu nehmen. Der darauf einsetzende sehr steile Anstieg innerhalb eines Jahres auf über 150 Dollar war überzogen. Die Größenordnung von 60 bis 100 Dollar wären für mich vom langfristigen Trend her gesehen für die nächsten zwei Jahre der normale Erwartungsbereich. Kurzfristige Ausreißer nach oben und unten aufgrund von konjunkturellen Effekten sollten die professionellen langfristigen Investitionsentscheidungen nicht grundsätzlich beeinflussen. Sie haben allerdings einen Einfluss auf die Stimmung, wovon sich erfahrungsgemäß manche Entscheidungsgremien kurzfristig beeindrucken lassen. Das gibt sich dann aber wieder.
Um Ihre Frage zu beantworten: Für die nächsten Monate sehe ich ein schwierigeres Umfeld für die Genehmigungen von Investitionen in Erneuerbare Energien. Nach ein paar Monaten wird sich das Blatt aber wieder drehen.

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