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ECOanlagecheck 13.10.2017

Unabhängige Analyse: Wattner SunAsset 7 im Anlagecheck

Ein Wattner-Solarkraftwerk in Burgstädt (Sachsen): Das Unternehmen aus Köln übernimmt sowohl die Projektplanung, die Errichtung als auch die Betriebsführung seiner Solarparks. / Foto: Wattner

Das Emissionshaus Wattner aus Köln hat mit dem Wattner SunAsset 7 ein neues Finanzprodukt für Privatanleger im Solarbereich auf den Markt gebracht. Wir haben das Nachrangdarlehen in einem unabhängigen ECOanlagecheck analysiert.


Anleger können ab 3.000 Euro bei der Vermögensanlage einsteigen - Wattner stellt ihnen eine Rendite von 5,1 Prozent pro Jahr vor Steuern in Aussicht. Der Wattner SunAsset 7 wird zwanzig Jahre lang Solarkraftwerke in Deutschland halten und betreiben. Dabei soll das Geld der Anleger in bereits errichtete und produzierende Projekte mit gesetzlich garantierter Einspeisevergütung investiert werden. Ausreichend Investitionsobjekte stehen laut Wattner zur Übernahme bereit.
Die Emittentin plant, ab 2018 jährlich einen Teil des Nachrangdarlehens an die Anleger zurückzuzahlen. 

Den unabhängigen ECOanlagecheck zum Wattner Sun Asset 7 können Sie sich hier als PDF herunterladen.  Er beleuchtet und bewertet die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des nachhaltigen Investments.  


Unabhängige Analyse: Das Nachrangdarlehen SunAsset 7 von Wattner


Die Wattner SunAsset 7 GmbH & Co. KG aus Köln plant, mehrere Solarkraftwerke in Deutschland zu kaufen. Dabei handelt es sich um Solarparks, die bereits fertiggestellt und in Betrieb sind.

Die Emittentin hat noch nicht investiert (Stand: 6. Oktober 2017). Als Unternehmen der Wattner-Gruppe hat sie aber die Möglichkeit, mehrere von der Wattner-Gruppe – überwiegend im ersten Halbjahr 2017 – errichtete Solarparks zu erwerben. Zusammen ergibt sich für diese Solarparks ein Einkaufsvolumen von 11,6 Millionen Euro (Wattner-Übersicht möglicher Investitionsobjekte, Stand: 26. September 2017). Das übersteigt das prospektierte Nachrangdarlehensvolumen von 8,7 Millionen Euro, so dass die Emittentin voraussichtlich Auswahlmöglichkeiten hat.

Darüber hinaus realisiert Wattner derzeit weitere Solarparks, die nach ihrer Fertigstellung ebenfalls mögliche Investitionen für die Emittentin darstellen. Es ist vorgesehen, dass die Emittentin die Objektgesellschaften, welche die Solarparks halten und betreiben, jeweils vollständig erwirbt.

Anbieterin und Leistungsbilanz

Emittentin, Darlehensnehmerin und Anbieterin des Nachrangdarlehens ist die Wattner SunAsset 7 GmbH & Co. KG aus Köln, gegründet im September 2016. Ihre Gründungskommanditistin, die Wattner Energie und Management GmbH & Co. KG, ist eine Tochtergesellschaft der Wattner AG. Somit ist die Emittentin eine Enkelgesellschaft der Wattner AG.

Als Komplementärin und Geschäftsführerin der Emittentin fungiert die ebenfalls im September 2016 gegründete Wattner 7 Verwaltungs GmbH aus Köln. Sie soll auch die Geschäftsführung der Solarpark-Objektgesellschaften übernehmen.

Geschäftsführer der Komplementärin der Emittentin sind Guido Ingwer und Ulrich Uhlenhut. Sie entscheiden über die Investitionen der Emittentin. Beide sind auch die Gründer und mit einem Anteil von jeweils 50 Prozent alleinige Aktionäre der Wattner AG, deren Vorstand Uhlenhut ist. Uhlenhut und Ingwer sind Diplom-Ingenieure und waren in verschiedenen Unternehmen tätig, bevor sie 2004 Wattner gründeten.

Wattner übernimmt sowohl die Projektplanung, die Errichtung als auch die Betriebsführung ihrer Solarparks. Als Emissionshaus hat Wattner seit 2008 sechs Solar-Vermögensanlagen mit einem Anlegerkapitalvolumen von zusammen rund 140 Millionen Euro auf den Markt gebracht, die in insgesamt 70 Solarkraftwerke mit zusammen 264 Megawatt Leistung in Deutschland investierten.

Die erste Vermögensanlage ist bereits beendet. Die Gesamtausschüttung der Kommanditbeteiligung SunAsset 1 lag laut der aktuellen, im September 2017 veröffentlichten Leistungsbilanz von Wattner leicht über der Prognose. Die Auszahlungen der Kommanditbeteiligung SunAsset 2 liegen ebenfalls leicht über Plan.

Beim SunAsset 3 liegen die Auszahlungen aufgrund einer Projektreserve derzeit geringfügig unter der Prognose. Die Auszahlungen beim Nachrangdarlehen SunAsset 5 erfolgten bisher prognosegemäß. Beim Nachrangdarlehen SunAsset 6 handelt es sich um ein Angebot für institutionelle Anleger, für das keine Vergleichszahlen vorliegen.

Bei der vierten Kommanditbeteiligung, dem Wattner SunAsset 4, handelt es sich um eine Gesellschaft, die Solarkraftwerke entwickelt und errichtet und anschließend verkauft. Laut Leistungsbilanz musste die ursprüngliche Ausschüttungsprognose für die Beteiligung reduziert werden, da sich die Rahmenbedingungen für Solarprojekte 2013 verschlechtert hatten.

Die Ausschüttungen liegen derzeit insgesamt leicht über dem 2013 angepassten Prognosewert. Die Wattner SunAsset 4 GmbH & Co. KG hat auch die Solarparks realisiert, welche die Wattner SunAsset 7 GmbH & Co. KG voraussichtlich erwirbt.

Darlehenshöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: ca. 39,0 Millionen Euro
Kommanditkapitalvolumen: 0,5 Millionen Euro (1,3 Prozent)
Nachrangdarlehensvolumen: 8,7 Millionen Euro (22,3 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Fremdkapitalvolumen: ca. 29,8 Millionen Euro (76,4 Prozent)

Die Kommanditkapitaleinlage der Gründungsgesellschafterin Wattner Energie und Management GmbH & Co. KG ist per Gesellschafterbeschluss mit Wirkung bis spätestens Ende Dezember 2017 auf 1,5 Millionen Euro erhöht worden. Davon muss die Gründungskommanditistin 1,0 Millionen Euro aber erst einzahlen, wenn die Emittentin das für notwendig erachtet, z. B. bei einem eventuellen Liquiditätsengpass.

Die Emittentin kann das Nachrangdarlehensvolumen von 8,7 Millionen Euro auf bis zu maximal 30 Millionen Euro erhöhen. Laut Prospekt ist eine Erhöhung nur zulässig, sofern weitere Solarkraftwerke als Investitionsobjekte zur Verfügung stehen, die den Investitionskriterien entsprechen. Eine Platzierungsgarantie besteht nicht, laut Prospekt sind aber bereits ab einem Platzierungsvolumen von 1 Million Euro erste Investitionen möglich.Es ist laut Prospekt nicht geplant, dass die Emittentin neben den Nachrangdarlehen weiteres Fremdkapital wie z B. Bankdarlehen aufnimmt. Die Objektgesellschaften verfügen aber in der Regel über eine Bankfinanzierung. Da die Investitionen der Emittentin noch nicht feststehen, handelt es sich bei den aufgeführten Zahlen für das Gesamtfinanzierungs- und Fremdkapitalvolumen um Schätzwerte auf Basis des Solarpark-Portfolios (Stand: 26. September 2017), das mögliche Investitionen für die Emittentin darstellt.

Bildhinweis: Die Wartung und die kaufmännische und technische Betriebsführung der Solarparks übernimmt die Wattner Projektentwicklungsgesellschaft mbH, welche die Projekte auch errichtet hat. / Foto: Wattner


Nach Angaben von Wattner verfügen alle Solarparks des derzeitigen, möglichen Investitionsportfolios über eine Bankfinanzierung. Die Bankdarlehen haben den Angaben nach im Mittel eine Laufzeit von 18 Jahren und einen Darlehenszins von 2,03 Prozent pro Jahr, der für die gesamte Laufzeit der Bankdarlehen gesichert ist.

Nebenkosten (in Prozent des Darlehensvolumens)

Agio: 0 Prozent
Nachrangdarlehensvermittlung (ohne Agio): 10,0 Prozent
Konzeption und sonstige Ausgaben: 0,85 Prozent
Gesamtweichkosten: 10,85 Prozent

Die Nebenkostenquote liegt über der durchschnittlichen Nebenkostenquote der von ECOreporter.de in den letzten drei Jahren analysierten Nachrangdarlehensangebote. Sie liegt aber unter der durchschnittlichen Weichkostenquote von Solarpark Beteiligungsangeboten, die ebenfalls eine Laufzeit von rund 20 Jahren haben und seit 2010 angeboten wurden.

Laufende Kosten

Emittentin:

Anleger- und Eigenverwaltung (erstes Jahr, Kalkulation): 43.500 Euro (entspricht rund 1,0 Euro pro Kilowattpeak (kWp))
Kostensteigerung (pro Jahr, Kalkulation): 1,0 Prozent

Objektgesellschaften:

Wartung, Kaufmännische und technische Betriebsführung (erstes Jahr, Kalkulation): 3,83 Euro/kWp
Pacht (erstes Jahr, Kalkulation): 3,73 Euro/kWp
Kostensteigerung (pro Jahr, Kalkulation): 2,0 Prozent

Die Wartung und die kaufmännische und technische Betriebsführung der Solarparks übernimmt die Wattner Projektentwicklungsgesellschaft mbH, welche die Solarparks auch errichtet hat. Bei den laufenden Kosten der Objektgesellschaften handelt es sich um – von Wattner zur Verfügung gestellte – gemittelte Zahlen auf Basis des Solarpark-Portfolios (Stand: 26. September 2017), das mögliche Investitionen für die Emittentin darstellt. Die aufgeführten laufenden Vergütungen und Kosten je kWp liegen weit unter den Vergütungen und Kosten, die bei vor fünf bis sieben Jahren angebotenen Solarpark-Beteiligungen anfielen.

Die Gründe hierfür sind insbesondere der Kostendruck infolge der inzwischen deutlich gesunkenen Einspeisevergütungen, aber auch Effizienzsteigerungen bei Solarmodulen und deren Produktion. Kosten für eventuelle (größere) Reparaturen sind mit den Betriebsführungs- und Wartungsverträgen nicht abgedeckt, können aber abhängig vom Einzelfall über Versicherungen und/oder Gewährleistungen bzw. Leistungsgarantien von Modulherstellern abgedeckt sein.

Laufzeit und Auszahlungen

Laufzeit: bis zum 31. Dezember 2036, keine vorzeitige ordentliche Kündigung möglich
Gesamtauszahlung (Prognose): 187,4 Prozent (inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
Auszahlung durch Verkaufserlös (Kalkulation): 0 Prozent
Renditeprognose vor Steuer pro Jahr (IRR, Kalkulation): 5,1 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Kapitalvermögen Einkaufsfaktor (Errichtungspreis Solarkraftwerke/prognostizierte Stromerlöse erstes Jahr): maximal 11,0 (Investitionskriterium)
Gesamtfinanzierung: ca. 930 Euro/kWp
Einspeisevergütung: ca. 8,0 Eurocent/kWh (Inbetriebnahme erstes Halbjahr 2017)

Der jährliche Zinssatz des Nachrangdarlehens steigt mit der Laufzeit:

2017 bis 2021: 4,5 Prozent
2022 bis 2026: 5,0 Prozent
2027 bis 2031: 5,5 Prozent
2032 bis 2036: 6,0 Prozent

Die Emittentin plant, ab 2018 jährlich einen Teil des Nachrangdarlehens an die Anleger zurückzuzahlen. Die vorgesehene Tilgungsquote beträgt kumuliert für
die Zeiträume:

2017 bis 2021: 3,25 Prozent
2022 bis 2026: 8,25 Prozent
2027 bis 2031: 9,25 Prozent
2032 bis 2036: 79,25 Prozent

Die Emittentin ist ab 2018 zu Sondertilgungen berechtigt, wenn sie überschüssige Liquidität besitzt, beispielsweise aufgrund überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung. Bei Sondertilgungen kann sich die Gesamtauszahlung an die Anleger gegenüber der Prognose verringern, da die Anleger für die bereits von der Emittentin getilgte Darlehensteilbeträge keine Zinsen mehr erhalten.

Die Gesamtfinanzierung je kWp ist auf Basis des aktuellen, zum Erwerb anstehenden Solarportfolios mit voraussichtlich ungefähr 930 Euro/kWp vergleichsweise gering. Nach Einschätzung von Wattner ist ein wesentlicher Grund für die geringen Errichtungskosten ihrer Solarkraftwerke, dass Wattner als ingenieurgeführtes Unternehmen mit entsprechender Fachkenntnis und umfassenden Erfahrungen keinen externen (teureren) Generalunternehmer benötige.

Allerdings sind beispielsweise im Vergleich zu 2010/2011 die Einspeisevergütungen noch deutlicher gesunken als die Errichtungskosten für Solarparks, so dass sich die Einkaufsfaktoren seitdem erhöht haben. Bei dem prospektierten Einkaufsfaktorniveau von bis zu 11,0 (Investitionskriterium) kann das voraussichtlich wirtschaftlich dadurch kompensiert werden, dass die laufenden Betriebsführungskosten und die Bankdarlehenszinsen deutlich geringer als 2010/2011 sind. Nach Angaben von Wattner entspricht der Errichtungspreis für die Solarkraftwerke dem von der Emittentin zu zahlenden Kaufpreis zzgl. dem Fremdkapital auf Ebene der Objektgesellschaften.

Für Solarparks in Deutschland mit einer Nennleistung von über 750 kWp wird die Höhe der Einspeisevergütung im Rahmen von Ausschreibungen festgesetzt, die es seit 2015 gibt. Die Wattner-Solarparks, welche die Emittentin erwerben kann, haben bei diesen Solarausschreibungen den Zuschlag erhalten. Sie erhalten gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für den erzeugten Solarstrom 20 Jahre lang den bezuschlagten Einspeisetarif.
Investitionen

Die Emittentin hat derzeit noch keine Investitionen getätigt (Stand: 6. Oktober 2017). Gemäß der von Wattner veröffentlichten Übersicht möglicher Investitionsobjekte (Stand: 26. September 2017) sind mehrere Solarparks zur Übernahme durch die Emittentin bereit. Dabei handelt es sich um acht fertiggestellte Solarparks mit einer Nennleistung von rund 2,0 MWp bis rund 9,0 MWp. Die Solarparks liegen in Sachsen-Anhalt (3), Brandenburg (2), Mecklenburg-Vorpommern (2) und Niedersachsen (1).

Die Solarparks unterscheiden sich auch hinsichtlich der eingesetzten Solarmodule (kristallin und Dünnschicht) und verwenden Produkte verschiedener Hersteller, um auch in dieser Hinsicht eine Risikostreuung zu erreichen. Die Solarmodule kommen unter anderem von Hanwha Q Cells, Trina Solar, Canadian Solar, REC und First Solar.Bei den Wechselrichtern kommen Geräte von Sungrow, Huawei und Refusol zum Einsatz. Wattner realisiert derzeit weitere Solarparks, die nach ihrer Fertigstellung ebenfalls eine Investitionsmöglichkeit für die Emittentin darstellen. Alle Solarkraftwerke müssen beim Erwerb durch die Emittentin die im Prospekt aufgeführten Investitionskriterien erfüllen. Grundsätzlich muss es sich um bereits errichtete und Strom produzierende Solarkraftwerke auf Freiflächen in Deutschland handeln. Zudem verlangen die Investitionskriterien unter anderem, dass die feste EEG-Einspeisevergütung für 20 Jahre garantiert ist, die erforderlichen Genehmigungen und Nutzungsrechte vorliegen oder zumindest vertraglich abgesichert sind und die Verträge für die Wartung, Betriebsführung, Versicherung und Fremdfinanzierung der Solarkraftwerke abgeschlossen sind.

Bildhinweis: Ein Wattner-Solarkraftwerk - weitere Projekte sind aktuell in der Realisierung. / Foto: Wattner


Alternativ reicht es bei der Fremdfinanzierung aus, wenn die Verträge abschlussreif vorliegen. Voraussetzung ist gemäß den Investitionskriterien aber in beiden Fällen, dass eine Zinsbindung über die gesamte Darlehenslaufzeit vereinbart ist, so dass kein Zinsänderungsrisiko besteht.

Ein weiteres Investitionskriterium verlangt, dass mindestens ein Ertragsgutachten für jeden Solarparks vorliegt. Bei den acht Solarparks, die zur Übernahme durch die Emittentin bereit stehen, liegt nach Angaben von Wattner in der Regel ein Ertragsgutachten vor, in einem Fall sind es zwei Ertragsgutachten.

Die Gutachter kalkulieren nach Angaben von Wattner bei der Stromertragsberechnung mit einem Abschlag von 5 Prozent, den Wattner übernimmt. Zudem kalkuliert Wattner nach eigenen Angaben ab dem elften Betriebsjahr mit einer jährlichen Leistungsabnahme der Solarmodule (Degradation) von 0,3 Prozent.

Ökologische Wirkung

Die acht Solarparks, die zur Übernahme durch die Emittentin bereit stehen, befinden sich nicht auf vormals landwirtschaftlich genutzten Flächen, sondern nach Angaben von Wattner größtenteils auf so genannten Konversionsflächen. Bei Konversionsflächen handelt es sich um brachliegende Industrie- oder Militärgelände, deren Nutzung sich ändert – z. B. durch den Bau eines Solarparks. Oft sind bei Konversionsflächen die anderweitigen Nutzungsmöglichkeiten stark eingeschränkt,so dass der Betrieb eines Solarparks auf diesen Flächen eine der ökologisch und ökonomisch sinnvollsten Nutzungsmöglichkeiten darstellt.

Die Konversionsflächen der Wattner-Solarparks haben vormals Industriebetriebe genutzt. Des Weiteren befinden sich die zur Übernahme durch die Emittentin anstehenden Wattner- Solarparks teilweise in Gewerbegebieten und auf Randflächen entlang von Schienenwegen.

Bei einem Platzierungsvolumen des Nachrangdarlehens von 8,7 Millionen Euro kann die Emittentin voraussichtlich Solarparks erwerben, die zusammen schätzungsweise ungefähr 35 Millionen kWh Strom pro Jahr erzeugen können. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh versorgen sie so rechnerisch rund 10.000 Haushalte. Im Vergleich zur Stromgewinnung aus konventionellen Kraftwerken beträgt die CO2 Einsparung durch den Betrieb der Solarparks circa 20.000 Tonnen Jahr pro Jahr.

Die Emittentin des hier behandelten Nachrangdarlehensangebotes, die Wattner SunAsset 7 GmbH & Co. KG, erwirbt die Solarparks voraussichtlich in der Regel von der Wattner SunAsset 4 GmbH & Co. KG. Diese finanziert mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Solarparks den Bau weiterer Solarparks, so dass das Nachrangdarlehnsangebot Wattner SunAsset 7 eine hohe indirekte ökologische Wirkung hat.

Risiko

Beim Nachrangdarlehen ist die Verzinsung und Rückzahlung des Anlegerkapitals solange und soweit ausgeschlossen, wie deren Rückzahlung zur Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit bei der Emittentin führen würde. Es ist nicht vorgesehen, dass die Emittentin neben dem Nachrangdarlehenskapital weiteres Fremdkapital aufnimmt. Die Solarpark-Objektgesellschaften der Emittentin finanzieren sich aber hauptsächlich durch Bankkapital, das in der Regel vorrangig zu bedienen und besichert ist.

Die Ansprüche der Anleger sind hingegen nicht besichert. Daher sind die Risiken für die Nachrangdarlehensgeber vergleichbar mit den Risiken für die Eigenkapitalgeber bei einer Solarpark-Kommanditbeteiligung.

Die Emittentin erwirbt Solarparks, die bereits in Betrieb sind. Es bestehen daher keine Projektentwicklungs- und Fertigstellungsrisiken. Zudem haben in der Regel – wie bei den Solarparks, welche die Emittentin derzeit übernehmen kann – die Solarpark-Objektgesellschaften eine Bankfinanzierung bereits abgeschlossen. Gemäß den Investitionskriterien müssen die Fremdfinanzierungsverträge abschlussreif vorliegen, und eine Zinsbindung muss über die gesamte Bankdarlehenslaufzeit vereinbart sein, so dass kein Zinsänderungsrisiko besteht.

Die Emittentin trägt mittelbar die mit dem Betrieb von Solarparks verbundenen Projektrisiken mit. Zu den marktüblichen Risiken zählen beispielsweise, dass die Sonneneinstrahlung geringer ist als prognostiziert, ungeplante Reparaturen anfallen und die tatsächliche Leistung von Solarmodulen unter der Erwartung bleibt.

Die Geschäftsführer der Komplementärin der Emittentin sind in bei weiteren Unternehmen der Wattner- Gruppe als Geschäftsführer tätig. Dazu zählen unter anderem die Wattner Projektentwicklungsgesellschaft mbH, welche die Solarparks errichtet und deren Betriebsführung und Wartung übernimmt, und die Wattner SunAsset 4 GmbH & Co. KG, welche in der Regel die Solarparks an die Emittentin verkauft. Es besteht das Risiko, dass sich aus dieser Konstellation ergebenden Interessenskonflikte zu Ungunsten der Emittentin gelöst werden.

Stärken
• Keine Fertigstellungs- und Projektentwicklungsrisiken
• Sehr erfahrene Wattner-Geschäftsführung
• Umfangreiches Solarpark-Portfolio zur Übernahme durch die Emittentin bereit
• Überzeugende Investitionskriterien
• Kein Zinsänderungsrisiko bei den Bankdarlehen der Objektgesellschaften
• Konzeptionell keine Anschlussfinanzierung und kein Verkauf am Laufzeitende erforderlich

Schwächen
• Potential für Interessenskonflikte
• In der Regel nur ein Ertragsgutachten je Solarpark
• Blindpool-Konzeption

Fazit:

Finanziell

Die Emittentin investiert in Solarparks, die bereits in Betrieb sind, so dass keine Fertigstellungs- und Projektentwicklungsrisiken bestehen. Die Emittentin hat noch keine Investitionen getätigt (Stand: 6. Oktober 2017). Es steht aber ein umfangreiches Portfolio an Solarparks, welche die Investitionskriterien erfüllen, zur Übernahme durch die Emittentin bereit.

Die Objektgesellschaften, welche diese Solarparks betreiben, haben bereits eine langfristige Bankfinanzierung abgeschlossen zu günstigen Zinskonditionen, die für die gesamte Laufzeit der Bankdarlehen gesichert sind. Die aussagekräftigen Investitionskriterien sehen unter anderem vor, dass der Einkaufsfaktor für die Solarparks maximal 11,0 beträgt, um einen wirtschaftlichen Betrieb der Solarparks zu ermöglichen.

Aufgrund der Blindpool-Konzeption stehen die genauen Höhen der Einkauffaktoren derzeit noch nicht abschließend fest, so dass hier noch eine Kalkulationsunsicherheit besteht. Dagegen hat die lange feste Laufzeit der Nachrangdarlehen von 20 Jahren, die dem Zeitraum der EEG-Vergütung entspricht, zur Folge, dass konzeptionell ein Verkauf der Solarparks nicht vorgesehen und eine Anschlussfinanzierung nicht erforderlich ist. Damit entfällt eine wesentliche Kalkulationsunsicherheit, so dass die Renditeerwartung (IRR) des Wattner SunAsset 7 von 5,1 Prozent pro Jahr fundiert ist.

Nachhaltigkeit

Die Solarparks, welche die Emittentin voraussichtlich erwirbt, befinden sich hauptsächlich auf ehemaligen Industrieflächen, auf denen der Bau von Solarparks eine der nachhaltigsten Nutzungsmöglichkeiten darstellt. Zudem ermöglicht das Nachrangdarlehenskapital indirekt der Wattner-Gruppe den Bau weiterer Solarparks, so dass eine zusätzliche positive Nachhaltigkeitswirkung besteht.

ECOreporter.de-Empfehlung

Die Emittentin investiert in Deutschland in Solarparks, deren Bankfinanzierungen gesichert und die bereits in Betrieb sind. Die Solarparks, die zur Übernahme durch die Emittentin bereit stehen, erfüllen diese Sicherheitsmerkmale. Auch aufgrund der überdurchschnittlich sicherheitsorientierten Konzeption ergibt sich für die Nachrangdarlehensgeber des Wattner SunAsset 7 eine angemessene bis attraktive Renditeerwartung.

Basisdaten

Emittentin, Darlehensnehmerin, Anbieterin und Prospektverantwortliche: Wattner SunAsset 7 GmbH & Co. KG, Köln
Komplementärin und Geschäftsführerin: Wattner 7 Verwaltungs GmbH, Köln
Anlageform: Nachrangdarlehen
Nachrangdarlehensvolumen: 8,7 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 3.000 Euro
Agio: 0 Prozent
Laufzeit: bis 31. Dezember 2036
Zinssatz: 4,5 Prozent pro Jahr (2017 bis 2021),
5,0 Prozent pro Jahr (2022 bis 2026),
5,5 Prozent pro Jahr (2027 bis 2031),
6,0 Prozent pro Jahr (2032 bis 2036)
Tilgung (Prognose): 3,25 Prozent (2017 bis 2021),
8,25 Prozent (2022 bis 2026),
9,25 Prozent (2027 bis 2031),
79,25 Prozent (2032 bis 2036)

Einkunftsart: Einkünfte aus Kapitalvermögen
BaFin-Billigung: Ja
Handelbarkeit: Keine Zulassung an einer Börse

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