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Direktbeteiligungen 18.06.2015

„Unser Fokus liegt in der Optimierung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen“ – Thomas Priermeier, Grüne Werte Energie GmbH

Thomas Priermeier ist 45 Jahre alt und dreifacher Vater. Der Diplom-Betriebswirt und Autor verschiedener Finanzmarkt-Fachbücher ist Geschäftsführer der Grüne Werte Energie GmbH aus Grünwald bei München. / Alle Fotos: Unternehmen

Die Grüne Werte Energie GmbH bietet Geldanlagen und  Direktbeteiligungen an Bioenergieprojekten an. Im Fokus stehen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) und Pellet-Werke. Das Unternehmen rief dazu unter anderem die Crowdfunding-Plattform „Bürgerzins“ ins Leben. Speziell die heimischen Bioenergiebranchen standen nach der jüngsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vor größeren Herausforderungen. Im Interview erklärt Geschäftsführer Thomas Priermeier, inwiefern die Grüne Werte Energie GmbH davon betroffen ist. Außerdem erklärt er, welche Strategie die Grüne Werte Energie GmbH außerhalb Deutschlands verfolgt und spricht darüber, wie sich das Unternehmen auf die kommenden Anlegerschutzreformen einstellt.

Die Grüne Werte Energie GmbH ist Aussteller und Sponsor der Messe Grünes Geld Stuttgart am übermorgigen Samstag, den 20. Juni 2015, im Haus der Wirtschaft Willi-Bleicher-Str. 19. Bei freiem Eintritt können sich die Besucher dort einen umfassenden Überblick über Trends, Entwicklungen und Angebote am nachhaltigen Finanrzmarkt machen. Von ethisch-ökologisch einwandfreien Banken über Mikrofinanzspezialisten bis hin zu Anbietern „grüner“ Aktienfonds oder Ökostrom-Direktbeteiligungen - die Messe spiegelt die gesamte Vielfalt des nachhaltigen Kapitalmarktes wider. Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein umfangreiches Vortragsprogramm rund um nachhaltige Investments und eine Podiumsdiskussion zum Thema „Niedrigzins: Experten verraten wie Sie die größten Risiken bei der Geldanlage vermeiden“. Moderiert wird die Diskussion von dem ARD-Börsenfachmann und Wirtschaftsjournalisten Stefan Wolff.  Ein Kinderprogramm macht Grünes Geld Stuttgart familienfreundlich (mehr zur Messe lesen Sie hier)


ECOreporter.de: Die Geschäfte für Anlagebauer und Projektierer von Bioenergieanlagen in Deutschland sind zusehends schwieriger geworden. Spürt die Grüne Werte Energie GmbH diese Entwicklung und wie gehen Sie damit um?

Thomas Priermeier:  Die Grüne Werte Energie GmbH sieht ihr Geschäftsmodell durch die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und den Umbruch in der Bioenergiebranche nicht gefährdet. Unser Fokus liegt in der Optimierung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Wurden in den letzten Jahren europaweit Tausende von Biogasanlagen ohne sinnvolles Wärmekonzept errichtet, so bietet uns dieser Bestand nun eine komfortable Ausgangssituation für eine Reihe von attraktiven Investitionen. Wir sehen den Mehrwert nicht in mehr Anlagen, sondern in einem Mehr an Effizienz und Ertrag. Zudem sind wir ja auch in weiteren, ausgesuchten Ländern Europas aktiv. Dadurch reduzieren wir eine Abhängigkeit von lokalen Gesetzgebungen.

ECOreporter.de: Deutschland steckt im Zinstief. Ihre Nachrangdarlehen sind mit teils steigenden Zinssätzen zwischen 4 und 7,5 Prozent ausgestattet. Wie kalkulieren Sie, damit solche Geldanlagezinsen zustande kommen können?

Priermeier:  Unsere Projekte sind in der Regel mit langfristigen Liefer- und Abnahmeverträgen ausgestattet und wir setzen dabei auch auf verlässliche, solide Vertragspartner. Damit haben wir eine hohe und langfristige Planungssicherheit. Diese Zinsen zahlen wir aus den laufenden Überschüssen unserer in Betrieb befindlichen, intelligenten KWK-Anlagen. Wir haben derzeit hauptsächlich Projekte im Portfolio, die Kraft-Wärme-Kopplung einsetzen. Das hat verschiedene Vorteile: Erstens können wir so Strom, Wärme und Kälte produzieren und zweitens sind wir nicht von Sonne und Wind abhängig. Vor allem können wir durch dieses nachhaltige Konzept auch die volle Wertschöpfungskette nutzen und stellen damit sicher, unseren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.


ECOreporter.de: Warum waren Nachrangdarlehen bislang für Sie die erste Wahl bei der Konzeption von Kapitalanlagen? Setzen Sie bei ihren aktuellen Projekten, zu denen es Nachrangdarlehen gibt, auch auf Bankfinanzierungen?

Priermeier:
  Wir vertrauen auf die Solidität und Stabilität von vielen Kreditgebern, also unseren Anlegern. Mit unseren Energieanlagen erwirtschaften wir stabile Erträge, die über Zinszahlungen unseren Anlegern zugutekommen. Uns ist eine Beteiligung dieser Bürgerinnen und Bürger, die mit rentablen Projekten die Energiewende umsetzen wollen, lieber. Dies hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und wir unterstützen dieses Modell auch in Zukunft. Aber natürlich entwickeln wir unser Angebot auch auf der Produktebene weiter. So bieten wir unseren Anlegern nun zusätzlich auch die Möglichkeit der Direktinvestitionen in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Anders als bei Nachrangdarlehen oder ähnlichen Produkten werden die Anleger dabei direkt Gesellschafter und sind dadurch an der Projektgesellschaft beteiligt.


ECOreporter.de: Die Grüne Werte Energie GmbH ist seit 2013 am Markt. Inwiefern gab es bei den Ausschüttungen an Ihre Anleger Ausfälle oder Verzögerungen?

Priermeier:  Auch hier war die Grüne Werte Energie GmbH stets ein verlässlicher Partner. Es gab keinerlei Ausfälle und unsere Anleger haben ihre Zinsen bislang voll ausbezahlt bekommen. Und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, denn wir sehen uns hier unseren Anlegern gegenüber verpflichtet.


ECOreporter.de: Das kommende Kleinanlegerschutzgesetz verschärft vor allem die Regeln für Nachrangdarlehen. Wie betrifft das die künftige Strategie der Grüne Werte GmbH?

Priermeier:  Eine Regulierung macht aus unserer Sicht natürlich Sinn. Wir haben die Diskussion der letzten Monate aufmerksam verfolgt und sind nun bestens darauf vorbereitet, die neuen gesetzlichen Anforderungen zeitnah und vollständig zu erfüllen. Noch ist das Kleinanlegerschutzgesetz nicht verabschiedet und so müssen wir abwarten, wie der endgültige Gesetzestext lauten wird. Unabhängig von allen Regulierungen werden solide und rentable Projekte auch zukünftig auf eine hohe Nachfrage bei Geldanlegern treffen. Wir sind sicher, dass wir auch in den nächsten Jahren solche Projekte und das dafür nötige Kapital zusammenbringen werden, sofern sie, wie unsere Projekte, qualitativ hochwertig und seriös durchkalkuliert sind.


ECOreporter.de: Mit der Plattform „Bürgerzins“ haben Sie Ihr Angebot um Crowdfunding erweitert. Wie läuft die erste Kampagne und inwiefern gibt es bereits weitere Kampagnen?


Priermeier:  Der Start unserer Plattform lief sehr gut. Sowohl die Plattform an sich, als auch unser erstes darauf präsentiertes Projekt „Holzpellets aus der Eifel“ wurden sowohl von Anlegern als auch von der Crowdfunding-Community sehr gut angenommen. Inzwischen präsentieren wir auf der Seite www.buergerzins.de bereits sechs nachhaltige Projekte, an denen sich Anleger meist schon ab 100 Euro beteiligen können. Unsere Anleger zeigen sich begeistert von der Möglichkeit, aus unterschiedlichsten Projekten des Bereichs rund um die erneuerbaren Energien auswählen und sich direkt engagieren zu können. Und das zu sehr attraktiver Verzinsungen. Mit „Bürgerzins“ und unserem klaren Fokus der hierauf präsentierten Projekte haben wir ganz offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen.


ECOreporter.de:  Bei der Standortwahl der Bioenergieprojekte setzen Sie stärker auf (Süd)Osteuropa  Was macht Länder wie Kroatien und Lettland als Ökostrom-Investmentstandorte attraktiv und welche Risiken sind damit verbunden?

Priermeier:  Durch die Streuung auf verschiedene Länder und Regionen machen wir uns unabhängiger von nationalen Entwicklungen und schaffen damit ein höheres Maß an Stabilität und Sicherheit für unsere Anleger. Wir picken uns gezielt attraktive Projekte in attraktiven Ländern und Regionen heraus. Jeden Standort unterziehen wir dabei einer intensiven Prüfung. Neben stabilen Rahmenbedingungen sind bei diesen Prüfungen auch die jeweilige Rohstoffversorgung und nicht zuletzt die Bonität der Geschäftspartner vor Ort mitentscheidend für die Auswahl der Investitionsobjekte. Nehmen wir beispielsweise unsere jüngsten Aktivitäten in Lettland. Wir haben uns entschieden, eine Biogasanlage mit 750 Hektar Ackerland zu kaufen. Warum gerade Lettland, werden Sie fragen. Die Antwort ist sehr einfach: Das Land verfügt über geringe Ressourcen an fossilen Brennstoffen und unternimmt enorme Anstrengungen, um sich speziell von der Abhängigkeit russischer Lieferungen fossiler Brennstoffe zu lösen. Die Bedingungen zum Betrieb unserer KWK-Anlagen sind hier ideal. Die nötigen Rohstoffe können wir regional und umweltgerecht beziehen. Zudem sprechen wir hier von einer soliden Volkswirtschaft innerhalb der Euro-Zone: die Staatsverschuldung Lettlands liegt bei nur 35,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Deutschland ist im Vergleich rund doppelt so hoch verschuldet!

Foto: Geführt wird die Grüne Werte Energie GmbH von ener Doppelspitze: Ulrich Zemke, geschäftsführender Gesellschafter, und rechts im Bild Thomas Priermeier.

ECOreporter.de: Danke für das Gespräch Herr Priermeier!

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