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Direktbeteiligungen 15.04.2010

„Unsere Strategie wird uns bis 2012 in die Gewinnzone bringen.“ - ECOreporter.de-Interview mit Martin Selig, Novatec Biosol

Die Novatec Biosol AG liefert im Kerngeschäft Technologie für Solarthermie-Kraftwerke. Mit der Emission der Unternehmensanleihe Nova-1 will das Unternehmen den Bau einer 30 Megawatt-Anlage in Südspanien mitfinanzieren. ECOreporter.de sprach mit Martin Seelig, Vorstandschef der Novatec Biosol AG, über die Anleihe, das Unternehmen und den Markt.

Bevor Martin Seelig Vorstandsvorsitzender der Novatec Biosol AG wurde, war der Diplom Ingenieur unter anderem im Ingenieurbüro ip5 und als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter der Universität Karlsruhe im Fachbereich Bauphysik und Technischer Ausbau tätig. Quelle: Unternehmen


ECOreporter.de: Sie befinden sich mitten in der Zeichnungsphase der Anleihe, wie ist die Resonanz bisher?

Martin Selig:Wir sind von der guten Resonanz der emittierten Anleihe positiv überrascht und sehen uns dadurch vom Finanzmarkt in unserem Unternehmenskurs bestätigt. Bereits nach vier Wochen konnten rund 20 Prozent des Volumens platziert werden.


ECOreporter.de: Warum haben sie sich für die Anlageform einer Anleihe entschieden?

Selig:Der festverzinsliche Charakter der Anleihe zu attraktiven Konditionen ist ein wichtiges Signal des Unternehmens an den Finanzmarkt, dass aufgrund der wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit unserer Technologie gegenüber fossilen Energieträgern mit stabilen Unternehmenserträgen zu rechnen ist. Zudem ist die Anleihe ein neues und finanzstrategisch wichtiges Instrument zu der bisher zu 100 Prozent eigenkapitalbasierten Unternehmensfinanzierung.


ECOreporter.de: Auf welche Zielgruppe haben sie die Anleihe hin ausgerichtet?

Selig:Unsere Zielgruppe sind sicherheitsorientierte Privatanleger, die mit ihrer Geldanlage dazu beitragen möchten, die globale Energiewirtschaft in eine klimaschonende Richtung zu bewegen. Und dies ohne Verzicht auf eine attraktive Kapitalverzinsung.


ECOreporter.de: Was sind die wichtigsten Eckdaten der Anleihe?

Selig:Emittentin ist die Novatec Biosol AG. Die Nova-1 Anleihe ist als Inhaber-Teilschuldverschreibungen ab 1.000 Euro zu zeichben. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 22. Januar 2011. Das Papier ist auf fünf Jahre angelegt. Das heißt, die Anleihe läuft bis zum 31. Januar 2015. Der voraussichtliche jährliche Zinssatz beträgt 7,25 Prozent. Die erste Ausschüttung an die Anleger wird am 1. Februar 2011 fällig. Danach werden die Zinsen jeweils Jährlich an die Anleger ausgezahlt. Insgesamt haben wir 10.000 Anleihen zum Nennwert von jeweils 1000 Euro emittiert. Damit liegt das Gesamtemissionsvolumen von Nova-1 bei 10 Millionen Euro.



ECOreporter.de: Auf welcher Grundlage wollen den geplanten 7,25-prozentigen Zinssatz realisieren?

Selig:Wir haben die Anleiheemission bewusst terminlich an den Baubeginn des PE2 Projekts gekoppelt, da wir die Anleihe nicht an Marktzutrittsrisiken koppeln wollten. Die aus dem PE2 Projekt erzielbaren Erträge sind höher als der Zins- und Kapitaldienst der Anleihe. Zusätzliche Vertragsabschlüsse und Einnahmen aus Solarfeldlieferungen werden die freie Liquidität des Unternehmens zusätzlich verbessern.

ECOreporter.de: In welche konkreten Projekte investiert der Anleger mit der Zeichnung der neuen Anleihe?

Selig:Die akquirierten Finanzmittel aus der Anleihe 2010 werden für die Beteiligung am Kraftwerksprojekt PE2 als auch für die Finanzierung weiterer Projektentwicklungen verwendet.


ECOreporter.de: Welche Projekte wurden bereits umgesetzt, welche werden derzeit vorbereitet?

Selig:Das erste Projekt der Novatec Biosol AG war das im Eigenbesitz des Unternehmens befindliche Solarkraftwerk PE1 mit einer elektrischen Leistung von 1,4 MW. Das in der Region Murcia in Südspanien befindliche Solarkraftwerk ging im März 2009 erfolgreich ans Netz.Am 1. April 2010 wurde mit dem Bau des 30 MW Solarkraftwerk PE2 ebenfalls ins Spanien begonnen. Das Kraftwerk ist zu 85 Prozent im Besitz der beiden Schweizer Energieversorgungsunternehmen EBL und IWB. Die Novatec Biosol AG bleibt mit 15 Prozent am Kraftwerk beteiligt. Die Bauzeit für das Kraftwerk mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro beträgt 24 Monate. Weitere Kraftwerksprojekte in Australien und Chile sind derzeit in Vorbereitung.


ECOreporter.de: Wie genau definieren Sie ihr Geschäftsmodell und inwiefern arbeitet die Novatec Biosol mit Partnerunternehmen zusammen?

Selig:Das Geschäftsmodell der Novatec Biosol AG ist die automatisierte Fertigung von  solaren Dampferzeugern im Bereich von 2-1.000 Megawatt für Kraftwerksbesitzer und Kraftwerksbauer im gesamten Sonnengürtel der Erde. Außerdem sorgen wir für die schlüsselfertige Errichtung der Solarfelder im Kraftwerksmaßstab. Dadurch ist Novatec Biosol AG auf Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen im Bereich des Kraftwerksbaus und der Energieversorgung angelegt. Die Partnerunternehmen ergänzen die von Novatec Biosol AG errichteten Solarfelder mit Dampfturbinen und weiteren Kraftwerkskomponenten und übergeben das gesamte Solarkraftwerk schlüsselfertig an die Kunden. Die Kooperation mit Kraftwerksprojektentwicklungsgesellschaften hilft, die Solartechnik der Novatec Biosol AG möglichst schnell im globalen Solarkraftwerksmarkt zu verbreiten.


ECOreporter.de: Was unterscheidet Novatec von anderen Solarunternehmen?

Selig:Die Novatec Biosol AG bietet das gesamte Solarfeld zu garantierten Wirkungsgraden schlüsselfertig aus einer Hand. Im Vergleich zu Lieferanten einzelner Komponenten wie zum Beispiel Vakuumrohrabsorber oder Spiegel übernimmt Novatec Biosol AG die Gesamtverantwortung inklusive der Montage der bis zu eine Millionen Quadratmeter großen Solarfelder.

ECOreporter.de: Wo liegen die Unterschiede zu anderen Unternehmen im Bereich der solarthermischen Kraftwerke?

Selig:Die Novatec Biosol AG konzentriert sich auf seine Kernkompetenz, der Vorfertigung der Solarfeldelemente in Serienprozessen und schlüsselfertigen Solarfeldmontage. Die Projektentwicklung und die Planung der Kraftwerksteils soll in Zukunft aber von Partnerunternehmen übernommen werden.


ECOreporter.de: Wer bestimmt über die Geschäftsentwicklung Ihres Unternehmens? Wer ist die Mehrheitsaktionärin Transfield?


Selig:Die Geschäftsentwicklung wird vom Vorstand des Unternehmens bestimmt. Der Aufsichtsrat kontrolliert die Zielerfüllung der Unternehmensplanung und ist mehrheitlich der Transfield Holding besetzt. Transfield Holding ist ein australisches Familienunternehmen, das seit 50 Jahren im Bau von großen Infrastrukturprojekten wie Tunneln, Kraftwerken, Stromleitungen, Staudämmen internationale Erfahrung gesammelt hat und sich seit 2004 auf die Beteiligung an Unternehmen im Bereich sozialer Infrastruktur und Erneuerbare Energien spezialisiert hat.

ECOreporter.de: Wie haben sich die Geschäfte von Novatec in den letzten Jahren entwickelt, können Sie Zahlen zur Umsatz- und Gewinnentwicklung mitteilen?

Selig:Mit dem am 31. März 2010 begonnenen Bau des 30 MW  Solarkraftwerks PE2 in Südspanien ist Novatec nach vier Jahren Technologie- und Projektentwicklung der Markteintritt gelungen. Der Auftragssumme für das PE2 Projekt beträgt 120 Millionen Euro.

ECOreporter.de: Welche Kennzahlen werden für 2010 und für die nahe Zukunft anvisiert?

Selig:Für 2010 ist der Eintritt in weitere Märkte - etwa in Indien, im Mittleren Osten, Australien oder Chile - außerhalb von Spanien geplant. Der avisierte Jahresumsatz für 2010 liegt bei 53 Millionen Euro und soll sich bis 2012 verdoppeln. Die Wachstumsstrategie wird das Unternehmen im Jahr 2012 in die Gewinnzone bringen und zu einer Umsatzrendite von 20 Prozent führen.

ECOreporter.de: Planen Sie in Zukunft weitere Kapitalbeteiligungsangebote? Können sie schon konkrete Pläne nennen?

Selig:
Weitere Anleiheemissionen sind abhängig von der Auftragseingangslage möglich jedoch gegenwärtig nicht konkret geplant.


ECOreporter.de: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung im Markt für solarthermische Kraftwerke?

Selig:Bis 2015 planen wir die Realisierung von insgesamt 200 MW in den Märkten Mittlerer Osten, Indien, USA, Chile und Nordafrika. Zusätzlich bietet der zunehmende Bedarf an Meerwasserentsalzung ein enorm großes Einsatzpotenzial für unsere Solartechnik.

ECOreporter.de: Danke für das Gespräch!

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