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Nachhaltige Aktien 16.05.2012

Verantwortliche von Solar Millennium verklagt - Insolvenzverwalter stellt Geld in Aussicht

Eine erste Sammelklage gegen die Gründungsgesellschafter der insolventen Solar Millennium AG ist eingereicht. Das wurde auf der ersten Gläubigerversammlung bekannt, die gestern für die 16.000 Anleihe-Inhaber der einstigen Spezialistin für solarthermische Großkraftwerke in Erlangen abgehalten wurde. 18 Investoren klagen nach Angaben der sie vertretenden Anwaltskanzlei Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht (KWAG) aus Bremen gemeinsam gegen die Unternehmensgründer und die Verantwortlichen des Wertpapierprospekts zur Anleihe. Die Kläger haben demnach zusammen 315.000 Euro in Solar-Millennium-Anleihen investiert. Die Klageschrift stütze sich auf mehr als zehn Stellen im Emissionsprospekt, die die dort als Fehler aufgelistet seien, hieß es.


227 Millionen Euro schuldet Solar Millennium den 16.000 Anleihe-Gläubigern. Das erklärte Insolvenzverwalter Volker Böhm, der die Versammlung einberufen hatte, um einen ersten Teil der Gläubiger über den Stand der Dinge des Insolvenzverfahrens zu informieren. Für 14.000 Aktionäre soll es im Juni eine zweite Versammlung geben. „Die werden was bekommen. Es wird eine Auszahlung an die Gläubiger geben, da bin ich mir sicher“, sagte Böhm Pressevertretern nachdem er vor den 530 Investoren gesprochen hatte, die die Einladung wahrgenommen hatten.


Wie viel Geld es geben könne, sagte der Insolvenzverwalter gegenüber der Presse selbt nicht. Einzelne Teilnehmer berichteten der Nachrichtenagentur dpa zufolge, Böhm habe  bis zu zehn Prozent in Aussicht gestellt. Dies sei allerdings an den Verkauf zweier großer Projekte, darunter das spanische Kraftwerk Arenales geknüpft. Gelinge dies, verfüge Böhm über 25 Millionen Euro, die er abzüglich der Verfahrenskosten an die Anleger ausschütten könne, heißt es in dem dpa-Bericht.


Das  Insolvenzverfahren gilt aus zwei Gründen als sehr kompliziert. Zum einen verfügte die Solar Millennium über ein weit verzeweigtes Netzwerk an Tochtergesellschaften. Zum anderen laufen gegen ehemalige Verantwortliche, wie den Gründer und ehemaligen Aufsichtsrat Hannes Kuhn weitere Strafverfahren (ECOreporter.deOpens external link in new windowberichtetete). Zum weiteren Vorgehen des Insolvenzverwalters wurde weiter nichts bekannt.


Solar Millennium ist seit Dezember 2011 insolvent. Von der Pleite sind insgesamt rund 30.000 Kleinanleger betroffen. Wie Fachanwälte den Fall und die juristischen Chancen der Anleger einschätzen, lesen SieOpens external link in new windowhier.

Solar Millennium AG: ISIN DE0007218406 / WKN 721840

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