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Nachrichten 04.11.2009

"Verkaufen!" - Analyst zerpflückt Neunmonatszahlen und Prognose von SolarWorld

Recht gelassen haben die Börsianer auf die heute von der SolarWorld AG veröffentlichten Geschäftszahlen reagiert. Die Aktie zeigte sich am frühen Morgen stabil. Das könnte sich ändern, meint ein Analyst, der bei den vorgelegten Zahlen den „Teufel im Detail“ versteckt sieht.

Aufdachanlage mit Solarmodulen von SolarWorld: als Qualitätsanbieter setzen die Bonner stark auf das Aufdach-Segment, das 2009 in Deutschland aber stark rückläufig ist. / Quelle: Unternehmen



Ben Lynch, Analyst von Bryan, Garnier & Co., beklagt die recht spärlichen Informationen, die er den Angaben von SolarWorld zu den vorläufigen Neunmonatszahlen entnehmen kann. Das Unternehmen hatte stabile Umsätze und einen starken Gewinneinbruch bekannt gegeben (perOpens external link in new windowMausklickgelangen Sie zu unserem Bericht über die Zahlen). Laut Lynch haben die vorgelegten Geschäftszahlen die Erwartungen unterschritten. Konsens sei für das 3. Quartal ein Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 41 Millionen Euro gewesen und ein Umsatz von 275 Millionen Euro statt der gemeldeten 34 Millionen Euro bzw. 232 Millionen Euro.


Vor diesem Hintergrund kritisiert der Analyst, dass noch keine Aussagen zum 4. Quartal gemacht wurden. Dass die Bonner an ihrer Umsatzprognose für das Gesamtjahr von einer Milliarde Euro festhalten, setze ein starkes 4. Quartal voraus. Im Vergleich zum 3. Quartal erfordere dies einen Umsatzzuwachs von 58 Prozent. Lynch rechnet für das Gesamtjahr nur mit einem Umsatz in Höhe von 974 Millionen Euro.


Laut seiner Einschätzung sind die Modulpreise bei SolarWorld im 3. Quartal um etwa zehn Prozent gesunken. Völlig unklar sei dagegen die Preisentwicklung bei den von dem TecDax-Unternehmen produzierten Wafern. Der Experte von Bryan, Garnier & Co. vermutet, dass sich SolarWorld aufgrund des starken Preisverfalls in diesem Segment beim Verkauf der Wafer nach außen zurückgehalten hat. Da diese nur in begrenztem Umsatz in der eigenen Modulproduktion verwendet werden können, dürften sich daher die Lagerbestände deutlich erhöht haben. Dadurch sei das Risiko gestiegen, dass bei einem weiteren Preisverfall hohe Abschreibungen auf die Lagerbestände anfallen.


Mehr Klarheit erhofft sich Lynch am 13. November, wenn SolarWorld die offiziellen Neunmonatszahlen vorlegt. Bislang geht er davon aus, dass das EBIT des Solarkonzerns im Gesamtjahr auf 169 Millionen Euro schrumpfen wird, nach 261 Millionen Euro in 2008. Für 2010 erwartet er ein EBIT von 217 Millionen Euro und damit ebenfalls einen Wert deutlich unter 2008. Bei der EBIT-Marge liegt seine Schätzung für 2009 mit 17,3 Prozent klar unter dem 2008 erreichten Wert von 29 Prozent. Für 2010 prognostiziert er einen weiteren Margenverfall auf 16,5 Prozent, trotz einer erwarteten Umsatzsteigerung auf 1,3 Milliarden Euro.


Der Analyst rückt von seiner früheren Einschätzung der Aktie als vergleichsweise sicheres Solar-Investment ab. Das integrierte Geschäftsmodell, mit dem SolarWorld die gesamte solare Wertschöpfungskette abdecke, berge die genannten Risiken. Hinzu kämen die genannten Unsicherheiten angesichts nicht offen gelegter Details. Er empfiehlt, die Aktie zu verkaufen. Die hat bis 10:30 Uhr in Frankfurt fast zwei Prozent an Wert gewonnen, nachdem sie kurz vor der Veröffentlichung der Zahlen rund drei Prozent verloren hatte. Mit 13,8 Euro notiert der Anteilsschein in Frankfurt 31 Prozent unter dem Vorjahreskurs.


SolarWorld AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840

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