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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 02.02.2012

Viel Licht und viel Schatten – neues Nachhaltigkeitsrating zu 51 Staaten vorgelegt

Die skandinavischen Länder sind unter den Staaten weltweit die Nachhaltigkeitsführer. Griechenland, Italien, Spanien und die USA hingegen haben in Sachen Umwelt- und Klimaschutz sowie bei der Ressourceneffizienz teils erheblichen Nachholbedarf. Das ergab eine aktuelle Untersuchung zu 51 Industrie- und Schwellenländern.

Schlechte Klimabilanzen schlagen sich im oekom-Nachhaltigkeitsrating für Staaten negativ nieder. / Quelle: Fotolia


21 der 51 untersuchten Länder stuft die Münchner Nachhaltigkeitsrating-Agentur oekom research AG mit dem oekom Prime Status als ökologisch und sozial-ethisch nachhaltig ein. „Der oekom Prime Status wird an Staaten vergeben, die den von oekom research definierten Mindestanforderungen an eine verantwortungsvolle Gestaltung des politischen und gesellschaftlichen Systems genügen“, erklärt Oliver Rüter, Research Director von oekom. Bewertet wurden unter anderem der Stand der Meinungs- und Pressefreiheit, die Investitionen in Bildung und moderne Infrastruktur sowie der Energiemix und der Umgang mit dem Klimawandel.


Auf den vordersten Rängen des neuen oekom-Staaten-Rankings nehmen Norwegen und Schweden die beiden Spitzenpositionen ein. Dänemark hat sich im Vergleich zur Auswertung des Vorjahres von Rang neun auf drei verbessert. Und dies obwohl Umweltschützer Norwegen und Dänemark fortlaufend  wegen Walfang (Norwegen) und der Tötung von Walen und Delfinen (auf den zu Dänemark gehörigen Färör Inseln) kritisiert werden. „Wal- beziehungsweise Delfintötung führen im Rating nicht zu einer Abwertung. Walfang kann von unseren Kunden aber als Ausschlusskriterium aktiviert werden“, so Rüter auf Nachfrage von ECOreporter.de. Hintergrund der Aufwertung Dänemarks sei eine Verbesserung beim Klimaschutz und beim Energiemix des Landes. Auf dem vierten Platz folgt Finnland vor Österreich und Deutschland auf Platz sechs. Weitere Staaten, die oekom research im aktuellen Rating als nachhaltig einstuft, sind die Schweiz, Großbritannien und Frankreich.


Durchgefallen sind hingegen unter anderem Italien, Spanien, Griechenland und Japan.  „Japan erreicht Rang 28 im aktuellen Rating und damit den Status 'Not Prime'. Auffällig sind hier der sehr geringe Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix sowie die nach wie vor bestehende Diskriminierung der Frauen, insbesondere im Berufsleben“, kommentiert Rüter die Platzierung Japans. Auch die Anwendung der Todesstrafe schlage sich in der Bewertung negativ nieder.


Für Italien, dass direkt vor Japan auf Platz 27 geführt wird, weise ebenfalls einen kleinen Anteil an Erneuerbaren Energien im Gesamtenergiemix auf. Zusätzlich sei Korruption dort weit verbreitet. Desweiteren sei die nationale und internationale Klimaschutzpolitik unzureichend. „Spanien hat ebenfalls Defizite bei der Klimaschutzpolitik, im Energiemix und im Umgang mit seinen natülichen Ressourcen, wie beispielsweise Waldflächen“, erklärt Rüter. „Griechenland hat bereits schlechte Bewertungen in unserem Nachhaltigkeitsrating erhalten, als konventionelle Ratingagenturen noch Noten im A-Bereich verteilt haben,“ so Rüter weiter: „Bei Investoren, die sich in der Vergangenheit am Nachhaltigkeitsrating orientiert haben, liegen heute keine griechischen Staatsanleihen im Depot.“

Bildnachweis: Oliver Rüter, oekom research AG. / Quelle Unternehmen


Die USA landen auf Rang 44 der Untersuchung. Viele der Hoffnungen, die mit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama verbunden gewesen seien, hätten sich nicht erfüllt. Die USA verweigerten nach wie vor einen konstruktiven Beitrag zum internationalen Klimaschutz, so die Studie. Auch der Verbrauch an Energie und Ressourcen ist oekom research zufolge unverändert hoch. „Die wachsenden Einkommensunterschiede führen zu sozialen Spannungen“, heißt es in dem Report.


Auch Kanada erfüllt die Anforderungen des oekom Prime Status nicht. ECOreporter.de führtOpens external link in new windowKanada in der Wachhundrubrik.  Gründe sind die massiven Umweltbelastungen im Zusammenhang mit der Gewinnung von Öl aus Sand in Kanada und der Rücktritt des Landes von den Klimaschutzzielvereinbarungen aus dem Kyoto-Protokoll. Dazu Oliver Rüter: „Der Austritt Kanadas aus dem Kyoto-Abkommen hat kaum Einfluss auf das Rating, da die Klimaschutzpolitik des Landes von uns bereits seit längerem negativ bewertet wird.“


Das Länderrating von oekom research umfasst die OECD-Mitglieder sowie starke Schwellenländer. Es dient in erster Linie Investoren und Finanzdienstleistern als Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Kapitalanlagen. oekom research führt die Untersuchung jährlich durch und beleuchtet dabei 150 ökologische und soziale Analysekriterien.

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