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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 04.07.2011

„Vorkommnisse wie bei Tepco oder BP erhöhen die Aufmerksamkeit von Privatanlegern für nachhaltige Anlageprodukte“ – Interview mit Melanie Specht, LBBW Asset Management Investmentgesellschaft

Melanie Specht ist Diplom-Betriebswirtin. Bei der LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH ist die 30-Jährige für den Bereich Institutional Sales Management verantwortlich.

Warum profitierten Aktien der Erneuerbare-Energie-Unternehmen bislang kaum von der viel beschworenen Energiewende? Mit welcher Strategie können nachhaltige Rentenfonds den Herausforderungen der Euroschuldenkrise begegnen? Im ECOreporter.de-Interview sprachen wir mit Melanie Specht, Institutional Sales Management der LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH, über diese und weitere Fragen.


Die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH ist eine 100-prozentige Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und bei der Landesbank für das Asset Management verantwortlich. Als Aussteller und Sponsor der Messe Grünes Geld München ist das Stuttgarter Unternehmen einer von über 30 Anbietern nachhaltiger Geldanlagen, die sich und ihre Produkte auf der Messe Grünes Geld in München präsentieren werden. Sie findet am Samstag, 9. Juli, im Künstlerhaus am Lenbachplatz statt. Die für Besucher kostenlose Veranstaltung bietet Fachleuten wie Neulingen umfassende Einblicke in den Markt für nachhaltiges Investment im deutschsprachigen Raum.


ECOreporter.de: Wie schlägt sich die Debatte über eine Energiewende auf die Nachfrage nach Ihren nachhaltigen Finanzprodukten nieder?

Melanie Specht:Die Energiewende-Debatte hat sich positiv auf di e Nachfrage unserer Nachhaltigkeitsfonds ausgewirkt.


ECOreporter.de: Worauf führen Sie die gestiegene Nachfrage nach Ihren Nachhaltigkeitsfonds konkret zurück?

Specht:Die LBBW Asset Management verfügt über eine langjährige Erfahrung im Management nachhaltiger Vermögensanlagen und verfolgt einen sehr strengen Nachhaltigkeitsansatz mit umfangreichen Ausschlusskriterien. Folglich schließen wir neben Konzernen, die beispielsweise gegen Menschenrechte oder Arbeitsrechte verstoßen, Kinderarbeit tolerieren oder ihren Umsatz mit Rüstung, Tabak, Grüner Gentechnik oder Alkohol machen, auch Unternehmen aus der Atombranche aus. Somit waren wir nicht in Tepco oder anderen Unternehmen aus dieser Branche investiert.
Gerade Vorkommnisse wie bei Tepco oder BP erhöhen die Aufmerksamkeit von Privatanlegern für nachhaltige Anlageprodukte. Sie möchten immer öfter wissen, wie ihr Geld angelegt wird beziehungsweise möchten kontroverse Geschäftsfelder oder Geschäftspraktiken ausschließen. Diesem Anliegen können wir mit unseren strengen Nachhaltigkeitsfonds nachkommen.


ECOreporter.de: Trotz der Energiewende-Debatte scheinen die Aktien zahlreicher Unternehmen aus der Erneuerbare-Energiebranche nicht wirklich davon zu profitieren. Woran kann das liegen?

Specht:Kurzfristig haben die Kurse von Unternehmen aus dem erneuerbaren Energiesektor profitiert. Nach Kurssteigerungen von zum Teil mehr als 60 Prozent innerhalb von zwei Wochen erfolgte die Ernüchterung über die wiederum kurzfristig schlechteren Aussichten aufgrund von Unsicherheiten der zukünftigen EEG - Förderung. Diese sind gepaart mit einer Investitionszurückhaltung, Überkapazitäten, Preisverfall und zunehmendem Margendruck. Insgesamt kein Umfeld, in dem Investoren verstärkt in diese Unternehmen investieren wollen.


ECOreporter.de: Die LBBW Asset Management bietet mit dem LBBW Nachhaltigkeit Renten unter anderem einen nachhaltigen Rentenfonds an, der auch in europäische Staatsanleihen investiert. Mit welcher Strategie begegnet dieser Fonds der anhaltenden Euroschuldenkrise?

Specht:Der Fonds schließt Staaten vom Investment aus, die ein erhöhtes Rüstungsbudget aufweisen, gegen Menschenrechte verstoßen, Kinderarbeit tolerieren, im Besitz von Atomwaffen sind, Klimaschutzziele nicht einhalten oder Korruption beziehungsweise kontroverse Wirtschaftspraktiken zulassen. Damit sind einige Staaten, speziell aus der Peripherie, von vornherein ausgeschlossen. Der Fokus unseres nachhaltigen Rentenfonds liegt auf den stabilen Kernstaaten Europas. Somit sind wir bisher gut durch die Euroschuldenkrise gekommen.


ECOreporter.de: Wie hat sich die Euro-Krise auf die Nachfrage nach dem LBBW Nachhaltigkeit Renten ausgewirkt?

Specht:Trotz eines allgemein schwierigen Marktumfeldes für Rentenfonds, bedingt durch die Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank (EZB), war die Nachfrage nach dem LBBW Nachhaltigkeit Renten weiter sehr hoch. Wir konnten seit Jahresbeginn stetige Zuflüsse verzeichnen. Die Kunden sehen als sehr positiv an, dass  unser risikoarmer Ansatz Investitionen in die „Problemstaaten“ von vornherein vermieden wurden. Und durch den Fokus auf die Kernstaaten war die Performance des Fonds durchaus positiv. Dies hat die Nachfrage weiter ansteigen lassen.


ECOreporter.de: Was werden Sie auf der Messe Grünes Geld in München präsentieren? und mit welchen Erwartungen kommen Sie zu der Veranstaltung?

Specht:Wir werden auf der Messe Grünes Geld in München unsere bewährten Nachhaltigkeitsfonds LBBW Nachhaltigkeit Aktien und LBBW Nachhaltigkeit Renten präsentieren. Mittels unserer Nachhaltigkeitsfonds möchten wir das Engagement der LBBW Asset Management beim Thema Nachhaltigkeit aufzeigen. Des Weiteren wollen wir veranschaulichen, dass strenge und umfangreiche Ausschlusskriterien nicht Performance mindernd sind, sondern dass sich dadurch Risiken vermeiden und kontroverse Geschäftsfelder und –praktiken ausschließen lassen. Nachhaltigkeit ist ein Zukunftsmarkt und aktueller denn je! Wir freuen uns auf jeden Fall wie im Vorjahr auf konstruktive Diskussionen und weitere Anregungen.


ECOreporter.de: Frau Specht, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!

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