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Best-in-class-Fonds 17.04.2013

Vorteile des Best-in-Class-Verfahrens

Best-in-class-Fonds setzen zum Beispiel auf Autobauer, die sich um weniger Treibhausgasemissionen bemühen. / Quelle: Fotolia, S. Serdyuk

Ein Unternehmen wird als nachhaltig geadelt, obwohl es insgesamt nur wenig Nachhaltigkeit leistet. Dem steht ein gravierender Nutzen gegenüber: Nämlich, dass man mit einer Rangliste der Nachhaltigkeitsbesten innerhalb einer Branche einen Wettbewerb um mehr Nachhaltigkeit anstößt.

Gerade für Unternehmen aus nicht nachhaltigen Branchen ist es attraktiv, in einem solchen Nachhaltigkeitsranking der Branche oben zu stehen. Also entwickeln immer mehr Konzerne Nachhaltigkeitsstrategien und setzen diese um, um Pluspunkte zu sammeln und sich im Ranking hochzuarbeiten. Kein Branchenbester kann sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Er kann bei jedem neuen Ranking seinen Spitzenplatz wieder verlieren und muss sich daher immer weiter verbessern.

Mit dem Ergebnis, dass viele Belastungen von Mensch und Umwelt verringert in problematischen Sektoren und immer höhere Nachhaltigkeitsstandards entwickelt werden.


Dow Jones Sustainability Index fährt mit Best-in-Class

Nach der Bank Sarasin haben auch andere Anbieter von nachhaltigen Anlageprodukten das Best-in-Class-Verfahren erprobt und weiterentwickelt. So wurde 1999 mit dem Dow Jones Sustainability Index (DJSI) ein erster Nachhaltigkeitsindex gestartet, der Aktien mit hoher Marktkapitalisierung aus aller Welt und aus allen Branchen enthält. Hierbei kooperierte der herkömmliche Index-Anbieter Dow Jones mit der auf Nachhaltigkeit spezialisierten Sustainable Asset Management (SAM) aus Zürich, die heute als RobecoSAM firmiert.

An diesem nachhaltigen Weltindex haben sich schnell viele institutionelle Investoren ausgerichtet und so erste Erfahrungen mit nachhaltigem Investieren gesammelt. Auch andere nachhaltige Weltindizes, etwa der FTSE4Good, bei dem die Financial Times Gruppe mit den Nachhaltigkeitsanalysten der britischen EIRIS (Ethical Investment Research Service) kooperiert, setzen auf den Best-in-Class-Ansatz.

Hemmschwellen abgebaut und verschiedene Spielarten entwickelt

Insgesamt hat es die Attraktivität des Best-in-Class-Ansatzes wesentlich erleichtert, institutionelle Investoren für die Nachhaltige Geldanlage zu gewinnen. Sie konnten die Hemmschwellen in Hinblick auf Anlagestreuung und Marktkapitalisierung umgehen und erfahren, dass Nachhaltigkeit an sich kein Anlagerisiko darstellt. Und auch risikoscheue Privatanleger fanden so leichter Zugang zur nachhaltigen Geldanlage, das sie nun auch in internationale Großkonzerne investieren konnten.

Mit der Zeit bildeten sich zwar verschiedene Spielarten aus, mit denen das Best-in-Class-Verfahren angewendet wurde. So unterscheiden sich Fonds und Indizes etwa darin, wie groß die Menge der Unternehmen in einer Best-in-Class-Auswahl ist. Strenge Ansätze lassen nur die zehn Prozent mit der besten Nachhaltigkeitsleistung für die nachhaltige Geldanlage zu, andere geben sich mit den besten 50 Prozent zufrieden.

Manche Akteure ergänzen das Best-in-Class-Verfahren noch um das ein oder andere Ausschlusskriterium. Dann gelten zum Beispiel beim Ausschlusskriterium Rüstung selbst die nachhaltigkeitsbesten Unternehmen eines Sektors nicht als investierbar, wenn sie von Rüstungsgeschäften profitieren. Andere Akteure wiederum begnügen sich weiterhin ganz damit, die nachhaltigkeitsbesten Unternehmen ihrer Branche zu ermitteln. Und die Kriterien, anhand derer diese Nachhaltigkeit bewertet wird, fallen unterschiedlich streng aus.

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