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Aktientipps 29.06.2011

VTG AG - Aktie auf der Erfolgsspur

Güter auf die Bahn! Ein alter Slogan, immer wieder aktuell. Nicht nur, weil sich PKW-Fahrer über LKw auf der Überholspur ärgern. Sondern vor allem, weil LKW-Transporte teurer werden und das Klima belasten. Von dem Trend zur Güterbahn kann die Aktie der VTG AG aus Hamburg profitieren: Sie verfügt über die größte private Flotte von Eisenbahngüterwagen in Europa. Auch international setzt sie auf Wachstumskurs.

Waggons der VTG AG. / Quelle: Unternehmen


Globalisierung: Das bedeutet auch immer mehr Transport über weiter Strecken. Wie die vielen Staus in Deutschland belegen, bewältigen die Straßen den zunehmenden Transportbedarf nicht . Das Klima bald auch nicht mehr: Schon heute verursacht der Verkehr mehr als ein Fünftel des CO2-Ausstoßes in Deutschland. Nur wenn weniger LKW und PKW auf deutschen Straßen rollen, kann die Bundesrepublik ihre Klimaziele  erreichen. Daher bekennt sich "Masterplan Güterverkehr und Logistik", den das Bundeskabinett 2008 beschlossen hat, zur Schiene.


Vieles spricht also für den Güterverkehr, und clevere Investoren haben diese Chance erkannt. So hat die lebende Investoren-Legende Warren Buffett bereits Ende 2009 die texanische Eisenbahngesellschaft BNSF für 44 Milliarden Dollar übernommen. Sie unterhält eines der größten Schienennetze in den USA und hat sich auf den Containerverkehr spezialisiert. Buffet begründete diesen Schritt damals mit dem Vorteil der Eisenbahnen gegenüber Lastwagen insbesondere mit den Vorteilen bei den Energiepreisen: "Wenn Öl teurer wird, steigen zwar die Dieselkosten für die Eisenbahnen", sagte der Investor damals in einer Presseerklärung. "Für Lastwagen steigen sie aber um den Faktor vier."


In Deutschland hat die Einführung der Autobahn-Maut den Kostenvorteil des Schienentransportes weiter erhöht. Zudem sind Bahntransporte besser planbar und im Durchschnitt verlässlicher als Lkw-Fahrten. Dank des breiten Schienennetzes ist der Bahntransport auch schnell. Konsequenz: Die Verkehrsleistung im deutschen Güterverkehr wächst. Laut dem Bundesverkehrsministerium ist sie allein in 2010 um knapp zwölf Prozent gestiegen.


VTG auf jedem Güterbahnhof

Die VTG AG aus Hamburg ist nach Einschätzung von Thomas Hoffmann, Analyst bei Murphy & Spitz aus Bonn, „ein entscheidender Spieler“ im deutschen und europäischen Geschäft mit dem Güterverkehr auf der Schiene. Die Aktie der Hamburger ist eine der größten Positionen im Umweltdepot Deutschland Murphy & Spitz, in diesem Jahr einer der erfolgreichsten nachhaltigen Aktienfonds. „Wenn man in den Bahnhöfen nach Güterzügen Ausschau hält, wird man in fast jedem mindestens einen Waggon mit dem VTG-Logo entdecken“, stellt der Analyst fest. Die seit 2007 börsennotierte VTG verfügt nach eigener Darstellung über die größte private Flotte von Eisenbahngüterwagen in Europa und weltweit über rund 50.000 Waggons. Ihr Kerngeschäft besteht seit vielen Jahren darin, an Kunden aus der Industrie Waggons zu vermieten. Sie hat rund 1.000 verschiedene Waggontypen im Angebot, vom Kesselwaggons für Flüssigkeit bis zum rollenden Untersatz für Gefahrgüter.


Wie Hoffmann erläutert, laufen die Mietverträge der VTG in der Regel über drei bis fünf Jahre. Daher sei VTG wenig anfällig für konjunkturelle Schwankungen und entwickele sich solide. Bei der Waggonvermietung erzielt die VTG seit Jahren eine hohe Auslastungsquote. Für 2010 lag sie bei 89,1 Prozent. Die Waggonvermietung trug mit 283,6 Millionen Euro fast die Hälfte zum  Gesamtumsatz bei.


Neben der reinen Vermietung organisiert die Gesellschaft auch Gütertransporte auf der Schiene. In diesem Segment stieg der Umsatz 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 12,2 Prozent auf  201,4 Millionen Euro, erreichte also knapp ein Drittel des Konzernumsatzes. Vor allem durch Zukäufe baut die VTG das margenstarke Logistik-Geschäft weiter aus. Laut Hoffmann wird die VTG dadurch zwar abhängiger vom Konjunkturverlauf. Sie sei aber in der Lage, sinkende Einnahmen im Bereich Logistik durch Preiserhöhungen an ihre Kunden weiterzugeben. Auch der dritte Geschäftsbereich der Hamburger, die Tankcontainerlogistik, legt zu. Der Umsatz kletterte hier 2010 um 27,7 Prozent auf 144,5 Millionen Euro. Eine Nebenrolle spielt das VTG-Geschäft Bewirtschaftung und technische Betreuung sowie die Verwaltung und Instandhaltung fremder Waggonparks. Sie verfügt auch noch über drei Waggonreparaturwerke in Deutschland und in Frankreich sowie ein Waggonneubauwerk in Deutschland. Gelegentlich wird dieses Waggonneubauwerk von der VTG selbst beansprucht.


Weiteres Wachstumspotential

In den drei großen Geschäftsbereichen verfügt die VTG nach eigenen Angaben über eine führende Marktposition, sie kann  Industriekunden eine breite Logistik-Pakete anbieten.Ein großer Vorteil ist dabei die Vernetzung des Konzerns: Mit seinen Vertriebs- und Service-Stützpunkten ist er den Kunden nahe. Weiterer Vorteil: Die VTG transportiert die Güter der Kunden über viele Ländergrenzen hinweg; mit über 48 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ist die VTG in 16 Ländern aktiv. Nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika und Asien. Im Mai hat VTG mit der „Railcraft“ eine kleinere Konkurrentin übernommen, die außer im Heimatmarkt Finnland auch im Baltikum und in der russischen Föderation (GUS) aktiv ist.


Schmalspur und breite Spur – VTG rollt

Der russische Markt für Schienentransporte ist nach den USA der größte weltweit, zu ihm hat die VTG mit der Übernahme das Tor weit aufgestoßen. Denn Railcraft darf aufgrund eines Vertrags mit der Russischen Eisenbahn Frachten innerhalb der GUS und des Baltikums ohne Zwischenhändlern transportieren. Das Problem der unterschiedlichen Spurbreite der Schienen in Ost und West hat die VTG bereits vor Jahren bewältigt, indem sie Waggons entwickelte, die die sowohl im russischen als auch im westeuropäischen Schienennetz verkehren können. „Durch den Erwerb von Railcraft können wir unser Geschäft auf der Breitspur weiter ausbauen“, freut sich Dr. Heiko Fischer, Vorstandsvorsitzender der VTG AG.


In Deutschland und auch im europäischen Durchschnitt hat der  Güterverkehr auf der Schiene einen Marktanteil von etwa 17 Prozent. Dagegen liegt er in Russland deutlich über 40 Prozent. Vorstand Fischer rechnet für 2011 mit einem weiteren Wachstum in den drei großen Geschäftsbereichen. Der Umsatz soll von 629,4 Millionen auf 720 bis 760 Millionen Euro klettern, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen einem EBITDA von 154,4 Millionen auf 165 bis 170 Millionen Euro. Wenn das Unternehmen diese Prognose erfüllt, dürfte die Dividende weiter ansteigen. Für das Geschäftsjahr 2010 wurde sie um zehn Prozent auf 0,33 Euro angehoben.


Die Aktie der VTG hat ihren Wert seit dem Frühjahr 2009 mehr als verdreifacht. Trotz einiger Negativnachrichten ist der Kurs in den letzten zwölf Monaten um über 40 Prozent gestiegen. Durch die starke Auslastung des Waggonwerks Graaff durch eigene Aufträge für VTG-Waggons war das operative Ergebnis (EBIT) laut der im April veröffentlichten Bilanz leicht gesunken. Zudem strukturierte das Unternehmen im Frühjahr seine Finanzierung neu. Die Kosten dafür werden das Ergebnis für das laufende Jahr belasten. Auch dies hat den Aktienkurs nicht bremsen können. Die Umstrukturierung dürfte langfristig Vorteile bieten, denn VTG muss nicht mehr die alten Kredite bedienen.


Fazit:

Die VTG-Aktie bietet die Möglichkeit, am Wachstum der klimaschonenden Gütertransporte auf der Schiene teil zu haben. Auf Jahressicht erscheint ein Aktienkurs von 22 Euro möglich.


VTG AG
ISIN: DE000VTG9999
Börsendebüt: 2007
21,4 Millionen Aktien; 389,3 Millionen Euro Marktkapitalisierung
Freefloat 39,2 %
Aktie im Geregelten Markt
Umsatz 2011: 629,44 Millionen Euro
EBIT 2010: 63,0 Millionen Euro
KGV 16,48
Aktienkurs (Frankfurt, 29.6.2011): 17,3 Euro

Bildhinweis: Druckkesselwagen der VTG. / Quelle: Unternehmen

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