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Nachhaltige Aktien 07.05.2010

Wachhund: Grenzwert massiv überschritten - Betrieb von Entsorgungsspezialistin Envio AG teilweise stillgelegt

Die Wiederaufbereitung PCB-haltiger Alt-Transformatoren ist heikel: Entsorgungsarbeiten bei Envio. / Quelle: Unternehmen

Stunk im Dortmunder Hafen. Dort ist die börsennotierte Envio AG ansässig, ein Anbieter für Entsorgung und Recycling PCB-haltiger Alt-Transformatoren. Wie bekannt wurde, hat jetzt die zuständige Bezirksregierung einen Teil des Betriebs von Envio stillgelegt. In einem Transformator wurde eine 150-fache Überschreitung des Grenzwerts festgestellt. Darauf weist Murphy&Spitz Research aus Bonn hin. Sie wirft der Envio AG bereits seit längerem vor, Fragen zu den eigenen Schadstoffkonzentrationen und Grenzwerten auszuweichen und dabei "Betriebsgeheimnisse" vorzuschieben.


"Envio weigert sich seit drei Monaten, die Messung zur Einhaltung der Grenzwerte zugänglich zu machen", erklärt dazu Andrew Murphy für Murphy&Spitz. Man könne von den Messdaten nicht auf das Recyclingverfahren schließen, in sofern sei der Einwand fadenscheinig. "Die Weigerung von Envio, die Messprotokolle zur Verfügung zu stellen, läßt darauf schließen, dass die Gefahr besteht, dass die Envio den Prozess des PCB Recyclings nicht im Griff hat", so Murphy weiter. Folglich sei die gesamte Postition der Envio aus dem Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland abgebaut worden.


Envio wiederum hatte Vorwürfen zurück gewiesen, die vorgegeben Grenzwerte überschritten zu haben. Im Dortmunder Hafengebiet sei vor etwa zwei Jahren in einem kleinen Teilgebiet eine erhöhte Belastung an PCB festgestellt worden. Im Dortmunder Hafen würden seitdem über 50 Firmen aufgrund dieses Sachverhaltes untersucht.


Doch laut Murphy&Spitz ergab am Mittwoch die Entnahme von Proben auf dem Firmengelände der Entsorgungsspezialistin, dass der Grenzwert in einem Transformator innerhalb der "Weißen Halle" von Envio, in der sich kein PCB-haltiges Material befinden dürfe, 150-fach überschritten wurde. Die Envio-Geschäftsführung sei über die Teilstillegung informiert worden. Bis zur Auswertung aller Proben am Montag dürfe kein Material aus der Halle entfernt werden. Außerdem untersuche die Bezirkregierung auf dem Werksgelände, ob noch weitere Verstöße gegen vorliegende Genehmigungen vorliegen.


Die Envio-Aktie brach nach Bekanntgabe der teilschließung in Frankfurt um rund 14 Prozent ein. Mit 3,5 Euro notiert sie in Frankfurt damit nur noch rund zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung hatte die Aktie in den letzten Monaten kräftig zugelegt.


Envio AG:  ISIN DE000A0N4P19 / WKN A0N4P1

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