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Erneuerbare Energie 03.02.2018

Warum zu viel Forst-Investment auch nicht gut wäre

Bambuswald. / Foto: Pixabay

Im großen Stil Bäume oder Gräser in Plantagen anzupflanzen, um der Atmosphäre gezielt CO2 zu entziehen – das könnte zwar langfristig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, es würde den Planeten jedoch in anderen Bereichen über ökologische Belastungsgrenzen treiben.

Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) im Fachjournal Nature Climate Change stellt jetzt erstmals einen Zusammenhang her zwischen ambitionierten internationalen Klimazielen und dem umfassenderen Konzept der Planetaren Grenzen. Wenn Biomasse-Plantagen, in denen Pflanzen beim Wachstum Kohlendioxid binden, massiv ausgeweitet werden, würde das für ohnehin belastete Bereiche wie Biodiversität, Nährstoffkreisläufe, Wasserhaushalte und Landnutzung enorme Risiken bedeuten.

Biomasse als CO2-Speicher kann daher nur in begrenztem Umfang einen Beitrag leisten, so die Studie. Um das Klima zu stabilisieren, ist das alles Entscheidende die rasche Senkung von Treibhausgas-Emissionen aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas.

"Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2 oder gar 1,5 Grad Celsius ist zunehmend auch mit der Frage verbunden, ob überschüssiges CO2 der Atmosphäre wieder entzogen werden kann, etwa durch Biomasse-Plantagen", erklärt Vera Heck, Leitautorin der Studie. "Aber wie würde sich diese massive Nutzung der Biosphäre auf andere ökologische Belastungsgrenzen des Planeten auswirken? Das haben wir in dieser Studie umfassend untersucht, mit dem Ergebnis: CO2-Emissionen lassen sich durch Biomasse und CCS (Carbon Capture and Storage) nur mit erheblichen Umweltschäden bei anderen Belastungsgrenzen ausgleichen."

Diese ökologischen Leitplanken ließen das Potenzial für Biomasse als CO2-Speicher nur sehr gering erscheinen. Das Konzept der planetaren Grenzen umfasst zentrale Prozesse und Systeme, die die Stabilität und Widerstandskraft des Erdsystems bestimmen. Einige dieser Belastungsgrenzen sind laut PIK bereits überschritten.

"Schutzmaßnahmen in einem Bereich können negative Folgen für einen anderen haben – das zeigt unsere Studie am Beispiel negativer Emissionen als mögliche Maßnahme für den Klimaschutz sehr deutlich. Wir müssen die sehr wichtige Analyse des Klimaproblems zunehmend in eine Betrachtung des Gesamtsystems Erde einbetten", betont Wolfgang Lucht, Ko-Autor und Experte des PIK für Erdsystemanalyse.

2Unsere Arbeit belegt, dass es hoch riskant wäre, als Strategie zum Erreichen der Klimaziele nur auf diese Karte zu setzen", ergänzt Dieter Gerten, Leiter der Arbeitsgruppe des PIK zu Planetaren Grenzen. "Auch in der Landwirtschaft und der Wassernutzung ist ein rascher Übergang zu nachhaltigem Mangement erforderlich, um die Belastungen für die globale Umwelt möglichst gering zu halten. Um in diesem größeren Zusammenhang die Klimaziele zu erreichen ist es mithin unverzichtbar, jetzt sofort CO2-Emissionen zu reduzieren, statt auf vermeintlich grüne Technologien zu setzen, die ein gemächlicheres Tempo ausgleichen sollen."

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