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Nachrichten 19.11.2010

Was setzt US-Solaraktien unter Druck? – Positivmeldungen von SunPower dringen nicht durch

US-amerikanische Solaraktien haben heute besonders stark an Wert verloren. So verbilligten sich die Anteilsscheine der Solarprojektierer Akeena Solar und Real Goods in Frankfurt bis 11:30 Uhr in Frankfurt um über sechs Prozent. Hersteller wie SunPower, Evergreen Solar und MEMC gaben um mehr als vier Prozent nach.

Photovoltaikanlage auf einem Bahnhof in New York. / Quelle: Schott Solar

Hintergrund sind aktuelle Befürchtungen, dass sich in den USA die Förderbedingungen für Erneuerbare Energie im Allgemeinen und für Photovoltaikprojekte im Besonderen zum Jahreswechsel deutlich verschlechtern.


Darüber war gestern in US-Medien ausführlich berichtet worden. Ein wesentlicher Teil des 800-Milliarden-Dollar-Programms, das Präsident Obama 2009 zur Stimulierung der einheimischen Wirtschaft gestartet hat, sollte die Grünstrombranche unterstützen. Bis dahin konnten Investoren für Erneuerbare-Energie-Projekte Steuervergünstigungen beanspruchen, so genannte tax credits. Seither können diese Ansprüche bereits vor der Steuererklärung in Anspruch genommen werden. Dieser Zugriff auf Kapital war eine entscheidende Erleichterung für die Umsetzung solcher Projekte, da deren Finanzierung infolge der Finanzkrise sehr erschwert wurde. Doch eben diese Regelung läuft zum Jahresende aus.


Zwar wird der US-Kongress noch in alter Zusammensetzung über eine mögliche Verlängerung entscheiden. Hier verfügen die Demokraten, die die Regelung 2009 durchgesetzt haben, also noch über die benötigte Mehrheit, die sie nach den Wahlen vor wenigen Wochen für die Neuzusammensetzung ab Januar verloren haben. Allerdings ist eine scharfe öffentliche Debatte darüber entbrannt, ob die Obama-Administration nicht zu stark in die Wirtschaft eingreift. Die Förderung der Grünstrombranche könnte zur Verhandlungsmasse für die Verhandlungen des Präsidenten mit den Republikanern werden, die nahezu alle seiner bisherigen Maßnahmen beschneiden wollen.


Eine Studie der US Partnership for Renewale Energy Finance warnt, dass sich durch ein Auslaufen der bisherigen Regelung die Mittel zur Finanzierung von Grünstromprojekten im kommenden Jahr mehr als halbieren würden. Laut dem US-amerikanischen Solarverband, der SEIA, würde dies vor allem die einheimische Solarbranche hart treffen. Sie setzt derzeit zum entscheidenden Wachstumssprung an, viele Marktakteure wollen in die Vereinigten Staaten expandieren, da er aufgrund der Tarifkürzungen in den wichtigsten europäischen Staaten nun interessanter erschien.


In diesem Jahr wird der US-amerikanische Solarmarkt doppelt so stark zulegen wie im Vorjahr. Laut einem gemeinsamen Report der Solar Energy Industries Association (SEIA) mit dem Marktforschungsunternehmen Greentech Market Research summierte sich die im ersten Halbjahr 2010 neu installierte Photovoltaik-Leistung auf 339 Megawatt (MW). Für das Gesamtjahr rechnet die SEIA mit einem Zubau von 944 MW. Das würde einem Wachstum von 114 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprechen. 2009 hatte der Zuwachs im US-Markt 481 MW betragen und war er damit um 37 Prozent höher ausgefallen als 2008. Insgesamt verfügte der US-Solarmarkt Ende 2009 über eine installierte Gesamtkapazität von 2,1 GW. Laut Prognosen der SEIA könnte die eine jährlich neu installierte Solarstrom-Leistung bis 2015 auf bis zu zehn GW anwachsen.


Diese hochfliegenden Erwartungen drohen nun enttäuscht zu werden. Die Entwicklung von Zuversicht und aktueller Ernüchterung lässt sich am Aktienkurs von SunPower beispielhaft festmachen.Als eines von wenigen US-Unternehmen hat die Gesellschaft aus Kalifornien eine weltweite Spitzenstellung in der Photovoltaikbranche erobert. Sie produziert an drei Standorten hochwertige Solarprodukte und hat in Europa und in den USA bereits etliche große Solarprojekte umgesetzt. Die Aktie kletterte von August bis November in Frankfurt von 7,7 auf 10,7 Euro, brach aber in dieser Woche auf aktuell 9,5 Euro ein.

Bildhinweis: Solarprojekt mit Modulen von SunPower. / Quelle: Unternehmen


Dabei hat der Solarkonzern Ende letzter Woche für das dritte Quartal Zuwächse beim Umsatz und Gewinn gemeldet und 1,45 bis 1,65 Dollar Gewinn pro Aktie und einen Umsatz von 2,15 bis 2,25 Milliarden Dollar für das gesamte Jahr 2010 in Aussicht gestellt. Nun meldete SunPower zudem einen großen Vertriebserfolg in Italien. Demnach wurde der Solarpark Orsa Maggiore, den die Kalifornier derzeit nahe Rom errichten und der eine Kapazität von 15 MW erreichen soll,  an die Allianz Renewable Energy Partners IV verkauft. Damit habe sein Unternehmen einen Meilenstein für das Erreichen der Finanzielle für 2010 erreicht, erläuterte Konzernchef Tom Werner.


Der warf gestern auf einer Telefonkonferenz zudem einen optimistischen Blick in das kommende Jahr. Ihm zufolge wird SunPower 2011 den Umsatz auf 2,65 bis 2,85 Milliarden Dollar steigern nach den für 2010 prognostizierten bis zu 2,25 Milliarden Dollar. Die Produktionskapazität werde man von rund 580 MW in 2010 auf bis zu 900 MW steigern. Der Aufbau neuer Fertigungslinien in Malaysia sei weit fortgeschritten und verlaufe nach Plan. Die Produktionskosten würden voraussichtlich um 23 Dollarcents auf 1,71 bis 1,81 Dollar je Wattleistung verringert, eine Marge von rund 20 Prozent erreicht. Für 2012 erwäge das Unternehmen, eine weitere Produktionsstätte in Angriff zu nehmen.


SunPower Corp.: ISIN US8676521094 / WKN A0HHD1

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