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Nachhaltige Aktien 06.04.2011

Whole Foods Market – Bio-Lebensmittelunternehmen auf der Überholspur

Whole Foods Market ist das dominierende Bio-Lebensmittelunternehmen der USA. Die Aktie befindet sich nach einer Schwächephase wieder im Aufwind. Kann sich für Anleger der Einstieg lohnen?

Biolebensmittel in einer Filiale von Whole Foods Market. / Quelle: Unternehmen


Garagenfirmen haben schon manchen US-Bürger zum Millionär gemacht. Auch John Mackey. Der brach sein Philosophie-Studium ab und begann Ende der 70er Jahren im texanischen Austin gemeinsam mit Freunden, aus seiner Garage heraus Bio-Gemüse zu verkaufen. Daraus entwickelte sich Whole Foods Market, der erste Bio-Lebensmittelhändler in Texas. Schnell expandierte das Unternehmen in andere Bundesstaaten und wuchs durch Übernahmen kleinerer Wettbewerber rasch weiter. 1992 ging Whole Foods an die Börse (zum Kurs von 2,1 Dollar, Aktiensplits eingerechnet). Bis heute kletterte der Kurs auf über 60 Dollar. Mit rund 300 Filialen und 58.000 Mitarbeitern ist Whole Foods Market heute der weltweit größte Bio-Lebensmittelhändler. Außer im Heimatmarkt hat das Unternehmen auch in Kanada und Großbritannien Fuß gefasst.


Pionier bei Bio-Siegeln

Whole Foods Market bietet in seinen Filialen ein breites Sortiment von Bio-Lebensmitteln an, insgesamt 2.400 Produkte. Das Unternehmen gehörte zu den Pionieren bei der Einführung von Bio-Siegeln für Lebensmittel, zum Beispiel war es beim Start des Marine Stewardship Council (MSC) für nachhaltigen Fischfang dabei und hat 2008 in den USA einen Nachhaltigkeitsstandard für Meeresfrüchte eingeführt. Laut Makiko Ashida, Nachhaltigkeitsanalystin der Bank Sarasin, sind alle Lebensmittel der Kette als natürlich oder biologisch zertifiziert und alle Eigenprodukte frei von gentechnisch veränderten Stoffen. Die Beschaffung erfolge zu 90 Prozent lokal.


Laut der US-Umweltbehörde (Environmental Protection Agency EPA) zählt Whole Foods Market zu den größten Einkäufern von Grünstrom in den Vereinigten Staaten. Der gesamte Strom für die Kühlung und Lagerung der Produkte oder den Betrieb der Filialen stammt aus regenerativen Quellen. Allerdings macht das Unternehmen selbst keine Angaben zu Umweltkenngrößen öffentlich. Eins ist bekannt: Seit 2008 sind Plastiktüten aus den Filialen verschwunden.


Widerstand leistet Firmengründer Mackey allerdings gegen gewerkschaftliche Organisationen, und das wird immer wieder kritisiert. Mackey hat sich immer als äußerst streitlustig gegenüber Institutionen gezeigt und gegen jede Beschränkung von unternehmerischem Handeln gewehrt. Als solche sieht er wohl auch die Gewerkschaften an. Andererseits ist Whole Foods Market (nicht nur nach eigener Aussage) ein beliebter Arbeitgeber und wird regelmäßig vom Fortune Magazine als eine der “Best Companies to Work For” gekürt. Die Einstiegsgehälter sind im Branchenvergleich recht hoch. Zudem spendet Whole Foods Markets seit 1993 fünf Prozent des Nachsteuergewinns an Schulen und Nichtregierungsorganisationen (wahrscheinlich allerdings nicht an Gewerkschaften).


Robustes Wachstum bei Bioprodukten


Die Whole Foods Market-Aktie ist - trotz der Querelen mit Gewerkschaften - in etlichen nachhaltigen Fonds und Indices enthalten. Das Geschäftsmodell funktioniert, und es ist aussichtsreich, da in Nordamerika immer mehr Menschen auf ökologische Ernährung achten. Beispielsweise hat der Nachhaltigkeitsfonds Sarasin Sustainable Equity Global die Aktie gekauft. Fondsmanagerin Catrina Vaterlaus verweist auf „das robuste Wachstum bei Bioprodukten“. Es habe sich gezeigt, dass sich die Biobranche in der Finanzkrise trotz eines kurzen zwischenzeitlichen Dämpfers als sehr widerstandsfähig erwiesen habe. „Die Kunden sind noch immer gewillt, eine ‚Bioprämie’ an der Kasse zu zahlen“, so Vaterlaus.


Der „Dämpfer“ für die Branche, das war die Finanzkrise, die den Amerikanern die Konsumfreude verdarb, sogar bei Bio-Lebensmitteln. In der Krise verlor Whole Foods Market fast drei Viertel des Börsenwertes. Das Unternehmen startete ein Programm, um die Kosten zu senken und lockte mit Sonderangeboten die Kunden zurück die Filialen. Und schon liefen die Läden wieder.Im letzten Geschäftsjahr (bis September 2010) stieg der Umsatz um zwölf Prozent auf über neun Milliarden Dollar, der Nettogewinn je Aktie sogar um 69 Prozent auf 1,43 Dollar. Darauf nahm der Bio-Lebensmittelhändler die zwischenzeitlich gestoppten Dividendenzahlungen wieder auf.

Whole Foods Market gilt als beliebter Arbeitgeber, auch wenn sich Mitarbeiter dort nicht gewerkschaftlich organisieren können. / Quelle: Unternehmen


2011 wächst Whole Foods Market weiter. Im ersten Quartal sprang der Gewinn um 80 Prozent und der Umsatz stieg um 14 Prozent. Walter Robb, der seit dem Rückzug von Firmengründer Mackey ins zweite Glied das Unternehmen führt, erhöhte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Umsatz um 13 Prozent zulegen und der Gewinn um 26 Prozent. John Mackey möchte von diesem Aufschwung nicht profitieren. Schon 2006 hat er seine Beteiligung an Whole Foods für wohltätige Zwecke verschenkt und verdient ein symbolisches Gehalt von einem Dollar. „Ich muss und ich möchte nicht mehr für Geld arbeiten”, hatte er diesen Schritt begründet.


Der Aktienkurs von Whole Foods Market hat sich in den letzten zwei Jahren mehr als vervierfacht, er bewegt sich in Richtung der bisherigen Höchstmarke von rund 60 Euro. Noch steht die US-Konjunktur allerdings nicht auf sicheren Beinen. Auf lange Sicht sind die Wachstumschancen des Unternehmens gut. Experten sagen dem Markt für Bio-Lebensmittel starken Zuwachs voraus. Potentielle Konkurrenten sind allenfalls Großkonzerne, die ebenfalls Bio-Lebensmittel anbieten. Doch ihr Billigsortiment richtet sich an teilweise andere Kunden, und Firmen wie Wal Mart leiden besonders bei den engagierteren Käufern unter ihrem schlechteren Image, vor allem wegen ihrer teilweise unfairen Arbeitsbedingungen


Fazit

Vieles spricht für ein starkes Wachstum des Unternehmens in 2011. Weitere Meldungen über gute Geschäfte dürften den Aktienkurs im Jahresverlauf über die Schwelle von 50 Euro tragen. Auf lange Sicht gerät sogar die bisherige Rekordmarke von 60 Euro wieder in Reichweite.


Whole Foods Market Inc.
ISIN: US9668371068
Gegründet 1980
172 Millionen Aktien, 7,26 Milliarden Euro Grundkapital
Freefloat 84 %
Aktie im Entry Standard (Open Market)
Umsatz 2010: 9,01 Milliarden Dollar
Gewinn 2010: 438 Millionen Dollar
KGV 36
Aktienkurs (Frankfurt, 6.4.2010): 46,2 Euro

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