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Mikrofinanzen 29.03.2013

Wie können Privatanleger in Mikrofinanz investieren?

Mikrofinanz-Kunden aus dem Senegal im Gespräch mit einer Expertin von Oikocredit, die Mikrokredite finanzierert. / Quelle: Oikocredit

Mikrofinanzfonds sind ein wichtiges Instrument zur Finanzierung von Mikrokrediten. Solche Fonds stellen Mikrofinanzinstituten (MFI) Kapital für die Kreditausgabe zur und kassieren dafür Zinsen.. Aufgrund der hohen Rückzahlungsquote von über 95 Prozent erzielten Mikrofinanzfonds stabile Renditen von wenigen Prozent pro Jahr. Aber deutsche Privatanleger können nur aus einer geringen Anzahl von Mikrofinanzfonds auswählen. Das liegt vor allem daran, dass der Gesetzgeber lange so hohe Anforderungen an Mikrofinanzfonds gestellt hat, dass es sich nicht lohnte, ein Produkt für den deutschen Markt zu entwickeln.


Erst zum 1. Juli 2011 haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Mikrofinanzfonds in Deutschland grundlegend verändert. Denn mit diesem Tag trat ein Gesetz in Kraft, dass es wesentlich erleichtert, in Deutschland einen Mikrofinanzfonds aufzulegen und öffentlich zu vertreiben. Die Neufassung des deutschen Investmentgesetzes passt es an EU-Richtlinien an und soll Investmentfondsgeschäfte effizienter machen. Im Bereich der Mikrofinanzfonds werden dabei etliche Schwellen abgebaut. So durften Mikrofinanzfonds bislang nur in MFI investieren, bei denen das Kreditportfolio zu 60 Prozent aus Darlehen über höchstens 5.000 Euro besteht. In Gegenden wie etwa Osteuropa mit vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten waren MFI damit aber kaum noch investierbar gewesen. Diese Obergrenze ist nun auf 10.000 Euro verdoppelt worden. Auch dürfen Mikrofinanzfonds fortan zu 95% in MFI investieren, an denen Entwicklungsbanken nicht nennenswert beteiligt sind. Eine wichtige Neuerung, denn schließlich ziehen sich Entwicklungsbanken als erstes aus erfolgreichen und folglich gut geführten MFI zurück.


Für deutsche Privatanleger kommen neben diesem einzigen deutschen Produkt bisher nur einige wenige ausländische Mikrofinanzfonds in Frage. Sie werden unter anderem von Kirchenbanken vertrieben, die sie allerdings als ausländische Produkte nicht aktiv vermarkten dürfen. Die Kunden müssen bei Ihnen nach diesen Produkte fragen.


Nur über Zertifikate können sich Anleger an der Wertentwicklung der beiden Mikrofinanzfonds Vision Microfinance und Vision Microfinance Local Currency beteiligen. Die Absolute Portfolio Management (APM) aus Wien hat diese Zertifikate in Zusammenarbeit mit dem Emissionshaus Oaklet aufgelegt. Die beiden AIV Vision Microfinance Zertifikate sind in Deutschland und Österreich zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Ihre Laufzeit endet im Dezember 2040. Das investierte Kapital wird laut APM zu annähernd 100 Prozent in die beiden Fonds investiert. Die Mindestanlagesumme für das AIV Vision Microfinance Zertifikat (ISIN XS0554544428) und das AIV Vision Microfinance Local Currency Zertifikat (ISIN XS0554549575) beträgt 1.000 Euro. Beide Zertifikate sind an der Luxemburger (Euro MTF Markt) und der Frankfurter Börse (Scoach) gelistet und stellen tägliche Preise. Sie spiegeln die Wertentwicklung der beiden Fonds, die Darlehen breit gestreut an MFI in Lateinamerika, Zentral- und Osteuropa, Asien und Afrika vergeben.


Sparen mit sozialer Rendite: Mikrokredit-Sparkonten


Neben Mikrofinanzfonds kommen für deutsche Anleger auch Mikrofinanz-Sparbücher in Frage. Auch hier dient das zur Verfügung gestellte Kapital dazu, in Schwellen- und Entwicklungsländern die Vergabe von Mikrokrediten zu finanzieren. DieBank im Bistum Essenbietet das Mikrofinanz-Sparbuch BIBMikrofinanzSparen2 an.  Die katholische Kirchenbank beschränkt den Anlagebetrag auf maximal 50.000 Euro.  Die Mittel fließen in MFI in Ländern Lateinamerikas, Osteuropas, Süd-Ost-Asiens und im Kaukasus. Die Verzinsung ist variabel, im Februar 2013 wurde das BIBMikrofinanzSparen2 mit 1,5 Prozent  pro Jahr verzinst.  Dieses Mikrofinanz-Sparbuch hat eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten.


Ein weiteres Mikrofinanz-Sparangebot hat der Entwicklungsfinanzierer Oikocredit gemeinsam mit der Bochumer GLS Bank aufgelegt. Anleger, die bei der GLS Bank ein solches Oikocredit Sparkonto eröffnen, werden zu Darlehensgebern. Die GLS Bank vergibt Darlehen in Höhe des jeweilig angelegten Geldes der Kontoinhaber an Oikocredit. Die Genossenschaft mit Hauptsitz in Amsterdam wiederum finanziert damit ein Netzwerk an Partnerorganisationen in Schwellenländern wie Peru oder Kambodscha. Das Geld fließt größtenteils an Mikrofinanzinstitutionen, aber auch an Genossenschaften und Fair Trade Kooperativen. DasOikocredit-Sparkontoist variabel verzinst. Im Februar 2013 lag der Zinssatz bei  0,4 Prozent  pro Jahr.  Es gibt keine Mindesteinlagesumme. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.


Anleger können bei Oikocredit auch in Mikrofinanz investieren, indem sie Anteile an der Entwicklungsgenossenschaft aus dem niederländischen Amersfoort erwerben. Dafür müssen Anleger dafür Mitglied in einem der regionalen Förderkreise werden und mindestens einen Anteil von 200 Euro erwerben. Oikocredit zahlt dafür eine jährliche Dividende von in der Regel 2 Prozent. Die Entwicklungsgenossenschaft hat bislang rund 850 Organisationen und Unternehmen mit Kapital für Mikrokredite unterstützt. PerMausklickgelangen Sie zu einem Überblick über die regionale Verteilung dieser Partner von Oikocredit.

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