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Direktbeteiligungen 01.07.2010

Wie ökologisch und rentabel ist das Investment in Kiri-Bäume? - der Kiri-Fonds-Initiator gibt Antworten

Er ist schnell, groß und grün, der Kiri-Baum. Die Bonner WeGrow GmbH hat ihn zum Kern ihres Geschäfts erkoren, sie setzt auf nachhaltige Edelholzplantagen in Deutschland. Den Anlegern des geschlossenen KiriFonds Deutschland GmbH & Co.KG verspricht WeGrow eine jährliche Rendite von 6 bis 12 Prozent. Doch wie nachhaltig sind Kiri-Plantagen? Und wie spitz ist das Fondsmodell berechnet? Der WeGrow-Geschäftsführer und Agraringenieur Peter Maximilian Diessenbacher stellte sich den ECOreporter.de-Fragen.

Die beiden Geschäftsführer von WeGrow: Allin Beatrice Gasparian und Peter Maximilian Diessenbacher. / Quelle: Unternehmen



ECOreporter.de: Herr Diessenbacher, der Kiribaum ist in Deutschland fremd, also ein so genannter „Neophyt“. Neophyten können heimische Arten verdrängen; weltweit sind sie die  zweitwichtigste Ursache für das Artensterben. Kann man bei Kiri-Plantagen also noch von einem nachhaltigen Holzinvestment sprechen?

Peter Maximilian Diessenbacher:Es ist in diesem Zusammenhang schon mehrfach zu Missverständnissen gekommen. Deshalb sage ich es hier noch einmal ganz klar: Wir bauen grundsätzlich nicht die potenziell invasive und als Zierpflanze verbreitete Baumart Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum) in unseren Plantagen an. Wir pflanzen ausschließlich Selektionen der Baumart Paulownia fortunei und deren Hybride (NordMax21). Diese Baumart und deren Hybride sind nicht invasiv, da deren Frucht- und somit die Samenbildung in unserem Klima unterdrückt ist bzw. die Hybriden - ähnlich wie wir es von kernlosen Weitrauben kennen - keine Samen ausbilden können. Die Nicht-Invasivität von Paulownia fortunei wurde uns vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNLV) bestätigt.


ECOreporter.de: Für den Kirifonds kaufen Sie 60 Hektar Land für 870.000 Euro, bezahlen also rund 14.000 Euro je Hektar. Das ist etwa doppelt so hoch wie der Grundstückspreis in östlichen Bundesländern. Gibt es dafür einen Grund?

Diessenbacher:Der KiriFonds beabsichtigt, sowohl Flächen in den neuen als auch in den alten Bundesländern zu pachten bzw. zu kaufen. Die Plandaten basieren deshalb auf den bundesdurchschnittlichen Pacht- und Grundstückpreisen, die das Statistische Bundesamt angibt.


ECOreporter.de: Sie wollen 55.000 Setzlinge pflanzen. Wenn wir von einem Stückpreis von 3,50 Euro ausgehen und 12.000 Euro für die Feuer und Sturm-Versicherung für zwölf Jahre, plus der Pflege der Pflanzen – dann kommen wir bei weitem noch nicht auf die im Prospekt genannte Summe von 3 Millionen Euro an Kosten.

Diessenbacher:Der Preis von Kiribaum-Setzlingen ist primär vom Alter und somit vom Entwicklungsstand der Pflanzen abhängig. Sehr kleine Pflanzen, die frisch aus der Vermehrung kommen, sind viel billiger als kräftigere Pflanzen, die 10 bis 20 Euro kosten. Da wir in erster Linie Pflanzen größerer Sortierung setzen, liegt der Kalkulation ein gemittelter Stückpreis von 6,56 Euro pro Pflanze zugrunde.  
In der „Plan-Liquiditätsrechnung“ sind zudem folgende Kostenpositionen aufgeführt: die Landpacht (Bundesdurchschnitt, vorgezogene Zahlung bevorzugt: Inflationsschutz), der Einkauf der Jungpflanzen, die Flächenbewertung bzw. Akquisition, Versicherung gegen Feuer und Sturm, die Bewirtschaftung, also die Flächenvorbereitung, gegebenenfalls Umzäunungen, die Pflanzung, die Initialbewässerung, die Düngung, die jährlichen Baumpflegemaßnahmen wie Baumschnitt, Unkrautkontrolle, Ernte sowie die Rekultivierungsmaßnahmen, also die Zurückführung der Fläche in den ursprünglichen Zustand.


ECOreporter.de: Haben Sie für die Zeit in etwa zehn Jahren genügend Liquiditätsreserven eingeplant?

Diessenbacher:Bereits ab 2019 sollen die ersten kräftigsten Bäume in den Plantagen geschlagen werden. Die Erlöse werden in die Ernten der Folgejahre reinvestiert. Sollte aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse eine Deckungslücke entstehen, so können auch die unbeerntet stehenden Baumbestände an Holzhändler veräußert werden. Das ist eine in der Forstwirtschaft durchaus gängige Praxis.


ECOreporter.de: Es gibt noch keinen Markt für Kiriholz in Europa, nur in Amerika und China, und dort werden große Flächen mit Kiri bepflanzt. Wer wird Ihr Kiri-Holz kaufen?

Diessenbacher:Kiriholz hat unter unterschiedlichsten Handelsbezeichnungen (Prinzessinnenholz, Paulonia, Paulownia, Kiri, Phoenixwood etc.) bereits auf breiter Front Einzug gehalten in Europa. Die Möbelhauskette Habitat und auch Manufaktum haben seit mehreren Jahren Kiri-Massivholzmöbel im Angebot. Baumarktketten wie Bauhaus bieten Kiri-Leimholzplatten an. Norman Europe, der weltweit führende Produzent von Holz-Jalousien, vertreibt ein vielfältiges Kiriholz-Sortiment in Europa. Außerdem ist Kiri aufgrund seiner guten Bearbeitbarkeit, seiner exklusiven Ästhetik und seines geringen Gewichts mittlerweile das dritthäufigste Sargholz in Deutschland. Und das sind nur einige Beispiele.


ECOreporter.de: In Ländern wie China kann sehr viel günstiger produziert werden. Kann der Anbau in Deutschland überhaupt konkurrenzfähig sein?

Diessenbacher:In China kann aufgrund des niedrigen Lohnniveaus günstig produziert werden. Rohstoffe wie Kupfer, Stahl und Holz weisen in den extrem „rohstoffhungrigen“ Ländern Asiens jedoch ein ähnliches oder teils sogar höheres Preisniveau auf wie in Europa. Für viele europäische Forstunternehmer zählen die Chinesen bereits zu den wichtigsten Holzabnehmern. Wir haben bei chinesischen Kiri-Produzenten zahlreiche Angebote eingeholt. Keiner konnte Kiriholz mit Plantagen-Qualität zu einem niedrigeren Preis nach Deutschland liefern als zu dem Preis, der unseren kalkulierten Abnahmepreisen zugrunde liegt.


ECOreporter.de: Wie kalkulieren Sie Ihre Erntekosten?


Diessenbacher:Die Erntekosten werden in der Forstwirtschaft nicht auf einzelne Bäume bezogen, sondern auf Kubikmeter zu erntendes Holz. Unseren Kalkulationen liegen die in der deutschen Forstwirtschaft üblichen Erntekosten zugrunde, also 20 bis 25 Euro pro Festmeter. WeGrow verarbeitet das Holz nicht; der Fonds veräußert das geerntete Rundholz.


ECOreporter.de: Die Geschäftsführung bekommt laut Prospekt 22.500 Euro pro Jahr und 10% Provision für den Verkauf der Fondsanteile. Ist das nicht ein Honorar, das eher eine Non-profit Organisation veranschlagen würde? Anders gesagt: Stecken Ihre wirklichen Honorare in den Kosten für die „Bewirtschaftung“?


Diessenbacher:WeGrow ist sowohl Initiatorin als auch Plantagen-Dienstleister des Fonds. Einen Großteil der Einnahmen erwirtschaftet WeGrow durch seine Dienstleistungen wie Pflanzenproduktion, Flächenakquise, Flächenerschließung, Pflanzung, Baumschnitt, Pflege, Ernte und Holzverkauf. Eine detaillierte Beschreibung der Dienstleistungen und der Vergütungsstruktur ist dem Dienstleistungsvertrag im Verkaufsprospekt auf Seite 48 und 49 zu entnehmen. Die aufgeführten Kosten werden - abzüglich einer Gewinnmarge an WeGrow - an die Unterdienstleister und lokalen Plantagenmanager weitergeleitet, also an Baumschulen, Forstunternehmen, Landwirtschaftliche Betriebe und Garten-Landschaftsbauer.
Die WeGrow GmbH führt neben dem KiriFonds Deutschland viele andere regionale und internationale Projekte mit Kiribäumen durch. Da unser Geschäftskonzept auf mehreren Säulen basiert, ist es uns möglich, dem  Fonds diese fairen Vergütungsstrukturen zu bieten.

ECOreporter.de: Herr Diessenbacher, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Bildnachweis: Kiribäume nach 2 bis 3 Jahren Wachstum. / Quelle: Unternehmen

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