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Erneuerbare Energie 18.01.2018

Windbranche: Ausbau der Offshore-Windenergie läuft bis 2020 nach Plan

"Mit einer Leistung von mehr als 5,3 GW tragen die Windenergieanlagen auf See immer stärker zur Versorgungssicherheit Deutschlands bei. Sie liefern praktisch rund um die Uhr im Jahr sauberen Strom", erklärten die Branchenvertreter von AGOW, BWE, Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE, VDMA Power Systems und WAB e.V. heute in Berlin bei der Vorstellung der aktuellen Ausbauzahlen zur Offshore-Windenergie. "Der Ausbau der Offshore-Windenergie liegt im Plan."

Zum 31.12.2017 waren nach einer Analyse der Deutschen WindGuard insgesamt 1.169 Anlagen mit einer installierten Leistung von rund 5.387 Megawatt (MW) am Netz. Nach Zahlen der AG Energiebilanzen konnten die Windenergieanlagen auf See ihre Stromproduktion auf 18,3 Terrawattstunden im Jahr 2017 steigern. Das sind fast 50 Prozent mehr als im Jahr 2016 (12,3 Terrawattstunden).

Aktuell sind zwei Offshore-Windparks mit einer Leistung von 780 MW im Bau. Für fünf Projekte mit einer Leistung von rund 1,5 GW liegt die finale Investitionsentscheidung vor. Bis 2020 ist gesetzlich ein Ausbau der Offshore-Windenergie bis zu einer Kapazität von 7,7 GW möglich.

Branche: EEG bremst positive Entwicklung aus

Die Reduzierung des Ausbaupfads der Windenergie auf See durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 bremse allerdings diese positive Entwicklung der Offshore-Windindustrie in Deutschland, hieß es. Zusammen mit den Küstenländern und den Gewerkschaften wurde daher bereits im September 2017 mit dem Cuxhavener Appell ein Ausbau von mindestens 20 Gigawatt (GW) bis 2030 und 30 GW bis 2035 gefordert.

Nur gestiegene Ausbauvolumina in Deutschland und ganz Europa würden für weitere und dauerhafte Kostensenkungen sowie Innovationen bei der Technologieentwicklung sorgen. Daher sollten auch freie Konverterkapazitäten, die sich nach den Ausschreibungsergebnissen In Deutschland im Frühjahr 2018 zeigen werden, zeitnah genutzt werden, so die Branchenvertreter.

Auch die bisher bekannt gewordenen Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und SPD legten dies nahe. Die massiven Kostensenkungen im Bereich der Erneuerbaren Energien eröffneten neue Potenziale und zeigten deutlich, dass vergleichsweise junge Technologien inzwischen weitgehend wettbewerbsfähig seien.

Auch klimapolitisch sei ein stärkerer Ausbau der Erneuerbaren Energien notwendig. "Die neue Regierung muss einen verbindlichen Rahmen für die Energiewende auflegen. Dabei müssen ein höherer Ausbau der Erneuerbaren Energien und die entsprechende Anpassung des Gesamtsystems im Mittelpunkt stehen. Die Sondierungsergebnisse können hier Möglichkeiten eröffnen", erklärten die Branchenvertreter. "Windenergie auf See kann hier dank der aktuellen Kostenentwicklung einen deutlich größeren Beitrag als bisher leisten."

Höheres Ausbauvolumen für mehr Wertschöpfung und Beschäftigung

Ein höheres Ausbauvolumen im Offshore-Windbereich sei zudem für mehr Beschäftigung und Wertschöpfung am Industriestandort Deutschland von großer Bedeutung. Aktuell arbeiteten bereits rund 20.000 Beschäftigte in der Offshore-Windindustrie bei einem erwirtschaften jährlichen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro. Das seien rund 40 Prozent der europaweit in der Offshore-Windbranche Beschäftigten.

Die Endfertigung der Anlagenhersteller erfolge zwar überwiegend im Norden Deutschlands, die Zulieferindustrie hingegen verteile sich auf alle Bundesländer mit den Schwerpunkten NRW, Baden-Württemberg und Bayern. Aber auch viele Unternehmen in Ostdeutschland seien wichtige Lieferanten für die Windindustrie.

Aktuell haben die Windenergieanlagenhersteller eine Exportquote von über 70 Prozent. Neben Deutschland sind Großbritannien und die Niederlande die technologischen Schaufenster und attraktive Märkte für Offshore-Technologien. "Und die Entwicklung geht weiter - die Hersteller arbeiten derzeit bereits an Anlagen der 10 MW-Klasse und darüber hinaus. Hierfür ist es wichtig, die Pläne für ein Testfeld für Prototypen in deutschen Gewässern alsbald umzusetzen", so die Verbände.

Über die jährlichen Zahlen "Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland"

In der Analyse der Deutschen WindGuard werden seit 2012 die Ausbauzahlen für die Windenergie auf See gesondert von jenen der Windenergie an Land erhoben. Die Auftraggeber sind VDMA Power Systems, Bundes-verband WindEnergie BWE, die Stiftung Offshore-Windenergie und die Windenergie Agentur WAB sowie die Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie AGOW.

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