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Erneuerbare Energie 27.01.2018

Windenergie an Land: Starker Zubaupfad im Übergangsjahr

Im Gesamtjahr 2017 war der Brutto-Zubau von Windenergieanlagen an Land mit 5.333 Megawatt (MW) bzw. 1.792 Anlagen erwartungsgemäß hoch. Das berichtet der Bundesverband Windenergie (BWE). Der Zubau entspreche einem Zuwachs von 15 Prozent im Vergleich zum Gesamtjahr 2016.

Deutliche mehr neue Windräder in 2017 installiert

Die durch die Deutsche WindGuard erhobenen Zahlen bestätigen die Prognose von BWE und VDMA Power Systems. Parallel zur Einführung von Ausschreibungen wurde 2017 ein großer Teil der bis Ende 2016 erteilten Genehmigungen umgesetzt. Damit ist 2017 das bisher zubaustärkste Jahr. Zum Jahreswechsel waren 28.675 Windenergieanlagen an Land am Netz.

Für das Jahr 2018 erwarten die Verbände noch einen Zubau von ca. 3.500 MW, vorwiegend aus dem Übergangssystem. Da bei den Ausschreibungen im Jahr 2017 überwiegend nicht genehmigte Projekte mit verlängerten Realisierungszeiten zum Zuge kamen, sei die Prognose für das laufende Jahr mit Unsicherheiten behaftet.

Matthias Zelinger, Geschäftsführer von VDMA Power Systems fordert daher: "Der Gesetzgeber muss das EEG dringend reparieren. Die  Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) muss umgehend und dauerhaft für alle Gebote gefordert werden. Um den kontinuierlichen Ausbau zu sichern und Klimaschutz zu ermöglichen, müssen zusätzliche Mengen ausgeschrieben werden und nicht realisierte Zuschlagsmengen in die Ausschreibungen zurück."

Anpassung des Ausschreibungsvolumens gefordert

Im Jahr 2017 wurden von den insgesamt ausgeschriebenen 2.820 MW Wind an Land 2.730 MW an Projekte vergeben, die noch über keine BImSchG-Genehmigung verfügen. Diese 2.730 MW müssen innerhalb der nächsten viereinhalb Jahre umgesetzt werden. Um einen für die Industrie nachhaltig negativ wirkenden Einbruch des Zubaus im Jahr 2019 zu glätten, unterstützt die Windenergiebranche die Forderung der Bundesländer, in der 3. und 4. Ausschreibung 2018 zusätzliche Volumen auszuschreiben.

Zur Erreichung des in den Sondierungsgesprächen vorgeschlagenen Anteils von 65 Prozent Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bis zum Jahr 2030, sei eine nachhaltige Anpassung des Ausschreibungsvolumens für Windenergie an Land erforderlich. Matthias Zelinger dazu: "Die Diskussion über notwendig höheren Beitrag der Windenergie muss nun schnell beginnen. Auch weil Anfang der Zwanzigerjahre mit einem erheblichen Rückbau alter Anlagen zu rechnen ist."

Starkes Repowering, ausgewogener regionaler Zubau

"Erfreulich ist, dass die Erneuerung des Anlagenparks in 2017 eine starke Dynamik verzeichnet hat. Insgesamt 387 Anlagen wurden abgebaut und durch neue leistungsfähigere Anlagen ersetzt. Deshalb steigt die Anlagenzahl nicht direkt proportional zur installierten Leistung. Diesen Weg gilt es fortzusetzen, auch indem akzeptierte Bestandsflächen landesplanerisch abgesichert werden", forderte Hermann Albers, Präsident des BWE.

"Die Tatsache, dass die südlichen Bundesländer (NRW, Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen und Sachsen) inzwischen einen Anteil von 44 Prozent des Zubaus auf sich vereinen, zeigt, dass technisch die Nutzung der Windenergie in ganz Deutschland wirtschaftlich ist. Die Politik steht vor der Herausforderung, die regionale Ausgewogenheit des Zubaus unter Ausschreibungen besser abzusichern. Unter Ausschreibungen gingen nur 28 Prozent des Volumens in diese Länder. Wir schlagen vor, dass im Referenzertragsmodell alle Standorte bis 60 Prozent berücksichtigt werden", unterstrich Hermann Albers.

Prognose sagt Wachstum im Weltmarkt voraus

Nach Einschätzungen des Weltwindenergieverbands GWEC wird der Weltmarkt in den kommenden Jahren insgesamt weiterwachsen. Für das Jahr 2018 wird ein geringes Wachstum in Nord- und Lateinamerika prognostiziert, während die Märkte in Europa und Asien eher stagnieren. Die Prognose für den Zeitraum 2019 bis 2021 zeigt dann wieder ein moderates Wachstum in allen genannten Regionen auf.

"Aufgrund der Kostendegression in der Windindustrie setzt sich die Windenergie an Land als kostengünstige Art der Stromerzeugung zunehmend weltweit durch - selbst in Regionen, in denen Regierungen dem Ausbau Erneuerbarer Energien eher skeptisch gegenüberstehen", erklärte Matthias Zelinger.

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