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Direktbeteiligungen 25.05.2016

Windreich-Insolvenz: Willi Balz kämpft weiter um Einfluss

Der Offshore-Windpark Global Tech I wurde von der insolventen Windreich GmbH initiiert. Derzeit gibt es offenbar Uneinigkeit zwischen dem Insolvenzverwalter und der Geschäftsführer von Windreich über den Verkauf des Offshore-Windparks Merkur Offshore 1. / Foto: Areva

Windreich-Geschäftsführer Willi Balz forciert sein Bemühen, die Entscheidungsgewalt über die Insolvenzmasse der Windreich GmbH zurück zu gewinnen: In einem offenen Brief an die Gläubiger der Windreich-Anleihen deutet der Geschäftsführer an, er könne das Verfahren möglicherweise bald in seinem Sinne drehen.


Hinter den Kulissen der Windreich GmbH wird seit langem hart um Macht und Einfluss auf das Insolvenzverfahren gerungen. Auf der einen Seite stehen der Insolvenzverwalter Holger Blümle sowie der Frankfurter Jurist Klaus Nieding von der Kanzlei Nieding + Barth und der Sanierungsexperte Frank Günther von der Münchner Beraterfirma One Square Advisors. Letztere sind die gewählten gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger (lesen Sie auch dieses  ECOreporter.de-Doppelinterview  mit den Vertretern). Auf der anderen Seite steht Willi Balz, Gründer und mittlerweile auch wieder Geschäftsführer der Windreich GmbH. Gestritten wird vor allem darüber, wie und zu welchen Preisen die Insolvenzmasse der Windreich GmbH verwertet werden kann und soll. Balz arbeitet schon seit seiner Rückkehr auf den Chefsessel bei Windreich daran, das Insolvenzverfahren in seinem Sinne zu drehen (ECOreporter.de berichtete)

Windreich: Willi Balz hält an Einladung zu Informationsveranstaltung fest

Sein jüngster Schachzug in diesem Bestreben war eine eigenmächtig ausgesprochene Einladung zu einer Gläubigerversammlung. Damit sorgte Balz für Unfrieden bei Gläubigervertretern und provozierte eine Gegenveranstaltung (mehr lesen Sie hier). Nachdem die beiden gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger erklärt hatten, dass Balz dabei im Alleingang und nicht im Sinne des Schuldverschreibungsgesetzes (dieses Gesetz bildet den rechtlichen Rahmen für Anleihen) gehandelt habe, reagierte Balz nun seinerseits: In einem offenen Brief an die Anleihegläubiger stellt Balz klar, dass er an seiner Einladung für den 31. Mai um 22 Uhr ins „Gasthaus Sonne“ in Wolfschlungen festhalten werde. Anstatt Gläubigerversammlung nennt er die Veranstaltung jetzt Informationsveranstaltung.


Windreich: Anleihegläubiger mit Insolvenzverfahren unzufrieden

Spannend an der aktuellen Stellungnahme: Balz rechnet sich Chancen aus, im Kampf um Einfluss auf das Insolvenzverfahren bald Fortschritte erzielen zu können: „In den letzten Wochen bin ich von zahlreichen Anleihebesitzern gebeten worden, eine Gläubigerversammlung in meiner Funktion als Geschäftsführer der Windreich GmbH einzuberufen“, schreibt Balz. Damit wendet sich der Geschäftsführer direkt gegen die beiden Gläubigervertreter, die die Versammlung am 31. Mai 2016 als Balz‘ Privatveranstaltung bezeichnet hatten. „Weit mehr als die für einen Antrag erforderlichen 5 Prozent“ der auf einer Gläubigerversammlung Stimmberechtigten stünden hinter diesem Wunsch diese Versammlung abzuhalten, so Balz weiter.

Diese Gläubiger seien überwiegend mit dem Ablauf des Insolvenzverfahrens unzufrieden und wünschten sich daher die Abwahl der gemeinsamen Vertreter, schreibt Balz. Die Abwahl der gemeinsamen Vertreter habe Balz in Abstimmung mit seinem Rechtsbeistand Dr. Volker Grub jedoch nicht auf die Tagesordnung seiner „Informationsveranstaltung“ gesetzt, um „im Sinne der Sache eng mit den gewählten Vertretern und dem Gläubigerausschuss zusammenarbeiten“ zu können. Kritik von betroffenen Anlegern am Insolvenzverfahren der Windreich GmbH gibt es jenseits dessen bereits länger: Ende 2015 hatte die Anlegerinteressengemeinschaft IGWR 2013 eine Kampagne gestartet und Abläufe im Insolvenzverfahren kritisiert (mehr dazu lesen Sie hier).


Windreich: Willi Balz will „Verscherbelung von Merkur Offshore 1 verhindern“

Balz erstes Anliegen: „die drohende Gefahr einer Verscherbelung“ des Offshore-Windparks Merkur 1 (ehemals MEG Offshore I) verhindern. Ihm zufolge könnte der mittlerweile in Betrieb genommene Windpark „weit unter Wert“ verkauft werden, fürchtet Balz. Komme es so, drohe den Anleihe-Gläubigern „ein Null-Quote“ so Balz weiter. Auf seiner Informationsveranstaltung will Balz ein alternatives Angebot vorstellen, das wesentlich höher sein soll. Das ist nicht das erste Mal, dass Balz solche Angebote für die Offshore-Windparkprojekte ins Spiel bringt.

Insolvenzverwalter Blümle äußerte sich in der Vergangenheit durchaus positiv zu Balz‘ Engagement bei der Suche nach neuen Investoren. Die bisher von Balz genannten Kaufangebote hatte der Insolvenzverwalter allerdings als „nicht konkret und belastbar“ eingestuft – anders als Willi Balz selbst. Bei Anleihegläubigern steht Windreich mit rund 125 Millionen Euro in der Kreide. ECOreporter.de hatte das Anleihe-Angebot in einem ECOanlagecheckuntersucht und vom Investment abgeraten.

ECOreporter.de führt Windreich in der Wachhund-Rubrik.

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