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Nachhaltige Aktien 25.09.2013

„Wir brauchen ein Strommarktdesign, das allen Erzeugungsarten die echten Kosten zuweist“ – Alexander Koffka, AboWind AG

Die Installation einer Windkraftanlage der ABO Wind AG. / Quelle: Unternehmen

Nach der Bundestagswahl ist vieles offen: auch, wie die Energiewende in Deutschland gestaltet werden wird.  Bisher zählt die Windkraft zu Lande zu den Zugpferden der der nachhaltigeren Energieversorgung. Wird das so bleiben? Was bedeutet der Wahlausgang für die Windenergie als Geldanlagesegment? Und welche Schritte muss Deutschland gehen, um die Energiewende zum Erfolg zu führen? Diese und weitere Fragen beantwortet Alexander Koffka, Sprecher des Windkraftprojektierers ABO Wind AG aus Wiesbaden im Interview.


Die ABO Wind AG ist mit der Bürgerwindaktie ABO Invest Aussteller und Sponsor der Messe Grünes Geld Stuttgart am 12 Oktober. Bei freiem Eintritt bietet die Veranstaltung im Haus der Wirtschaft Neueinsteigern wie Finanzprofis einen Überblick über aktuelle Trends, Entwicklungen und Angebote am Markt für nachhaltige Geldanlagen im Deutschsprachigen Raum. Abgerundet wird die Messe durch ein umfangreiches Vortragsprgramm rund um „grüne“ Investments, eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zur Energiewende und ein Kinderprogramm für kleine Besucher ab 5 Jahre. Näheres erfahren Siehier.


ECOreporter.de: Was bedeutet der Ausgang der Bundestagswahl für die Energiewende und speziell die Windkraft zu Lande als Geldanlagesegment in Deutschland?


Alexander Koffka: Dem Bundestag gehören künftig nur noch Parteien an, die sich explizit zur Energiewende bekennen. Windkraft an Land ist besonders kostengünstig und wird daher weiter die Hauptrolle beim Aufbau einer zukunftsfähigen Stromversorgung spielen. Das freut nicht zuletzt unsere Anleger.


ECOreporter.de: Die beiden großen Parteien im neuen Bundestag,  CDU und SPD bekennen  sich zwar zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Allerdings betonten beide im Wahlkampf den Reformbedarf beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Unter anderem war von einer Kürzung der Einspeisevergütung für Windstrom die Rede. Auf welche wahrscheinlichen EEG-Reformen stellen Sie sich ein?

Koffka:Die ständige Reformbedürftigkeit ist für das EEG konstitutiv. Der Gesetzgeber hat von Anfang an festgelegt, dass sich das EEG der Entwicklung des Marktes anpassen soll. Daher ist die Branche auf regelmäßige Veränderungen eingestellt. Vernünftige Vorschläge des Bundesverbands Windenergie, um das Tarifsystem für Windkraft erneut anzupassen liegen den Politikern vor. Für Standorte im Binnenland ist eine Reduktion des Einspeisetarifs über die ohnehin festgeschriebene jährliche Absenkung in Höhe von 1,5 Prozent hinaus gegenwärtig nicht möglich. Das Einsparpotenzial bei der Windkraft an Land ist generell gering, da sie bereits sehr kostengünstig produziert. Obwohl die Windenergie an Land rund die Hälfte des in Deutschland produzierten Erneuerbaren Stroms ausmacht, liegt auf der Kostenseite der Anteil der Windenergie an der EEG-Umlage bei weniger als 20 Prozent.


ECOreporter.de: Die Bundesregierung setzte bisher stark auf Offshore-Windkraft und den entsprechenden Ausbau der Stromnetze. Welche Weichen müssten aus der Sicht der Onshore-Windkraft-Branche und  der ABO-Wind-Gruppe gestellt werden, damit die Energiewende in Deutschland ein Erfolg wird?

Koffka:Studien zeigen, dass es sinnvoll ist, den Schwerpunkt auf einen dezentralen Ausbau der Windkraft zu legen. Das stärkt die Akzeptanz für die Energiewende und reduziert die Kosten für den Netzausbau. Windkraft auf hoher See hat als kleineres Segment im künftigen Energiemix seinen Platz. Grundsätzlich haben die Erneuerbaren mittlerweile ein solches Gewicht erreicht, dass Teile der konventionellen Energiewirtschaft in Schwierigkeiten geraten. Indem das wachsende Angebot an Strom aus Erneuerbaren den Börsenpreis senkt, verlieren hocheffiziente Gaskraftwerke ihre betriebswirtschaftliche Grundlage. Dadurch kommt es auf dem Strommarkt zu Fehlentwicklungen: Abgeschriebene Kohlekraftwerke, die extrem viel Kohlendioxid ausstoßen, laufen Tag und Nacht, während flexible und abgasarme Gaskraftwerke stillgelegt werden. Das konterkariert die Klimaschutzbemühungen. Wir brauchen ein neues Strommarktdesign, das allen Erzeugungsarten die echten Kosten zuweist. Dann wird offenkundig, dass die Erneuerbaren jetzt schon wettbewerbsfähig sind. Es gibt mit den Zertifikaten für den Kohlendioxidausstoß ja bereits ein europaweites System, um Umweltverschmutzung marktwirtschaftlich zu reduzieren. Leider ist der Preis für diese Zertifikate extrem gesunken. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass die Politik bisher nicht gegensteuert. Auch das muss sich ändern.

Bildnachweis: Alexander Koffka ist 45 Jahre alt.Der studierte Germanist und ausgebildete Zeitungsredakteur ist  Leiter Öffentlichkeitsarbeit der ABO Wind AG aus Wiesbaden.

ECOreporter.de: ABO Wind ist international aufgestellt. Wie sollen sich die Geschäfte in der nächsten Zukunft weiterentwickeln. Setzen Sie eher auf weitere Auslandsmärkte, oder ist der Heimatmarkt weiterhin interessant?

Koffka:Wir sehen weiterhin gute Perspektiven in unseren wichtigsten Märkten Deutschland, Frankreich und Irland. Zudem wollen wir in den nächsten Jahren die Früchte unserer guten Arbeit in Großbritannien ernten, wo die Projektentwicklung deutlich zeitaufwendiger und kostenintensiver ist als hierzulande. Dafür ist aber auch die Werthaltigkeit besonders hoch. Neu im Fokus steht bei uns Finnland. In Kooperation mit lokalen Entwicklern wollen wir dort in den nächsten Jahren zahlreiche Windparks realisieren. Die ersten Schritte waren sehr ermutigend.


ECOreporter.de: Der Kurs der Bürgerwindaktie ABO Invest, die ja von ABO Wind initiiert worden ist, hat sich in bisher gut entwickelt. Rechnen Sie damit, dass es künftig so weiter geht?

Koffka:Die Bürgerwindaktie ist keine typische Aktie, weil ABO Invest kein typisches Unternehmen ist. Vielmehr handelt es sich um eine Holding, die aktuell 39 Windenergie- und eine Biogasanlage betreibt. Die Aktionäre sind also Miteigentümer eines wachsenden Portfolios aus Anlagen zur umweltfreundlichen Stromproduktion. Die Wertentwicklung des Unternehmens ist so stetig und gleichmäßig wie die Stromproduktion, die auf der Homepage (www.buergerwindaktie.de) tagesaktuell ablesbar ist. Der Aktienkurs entwickelt sich bislang parallel zur Wertentwicklung des Unternehmens. Das führe ich auf die transparente Informationspolitik zurück. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir auch weiterhin eine gleichmäßige Wertentwicklung von 8 Prozent jährlich erreichen werden.


ECOreporter.de: Das neue Kapitalanlage-Gesetz verändert die Art, wie Privatanleger in Erneuerbare-Energie-Projekte investieren können, deutlich. Inwiefern betreffen die neuen Regeln ihre Investmentsparte Abo Invest und wird es künftig neben der Bürgerwind-Aktie möglicherweise noch weitere Beteiligungsangebote geben, oder bleibt die Aktie ihr zentrales Beteiligungsangebot?

Koffka:Die Bürgerwindaktie ABO Invest bietet Anlegern die Chance, sich gemeinsam mit einem erfahrenen Windparkentwickler an einem wachsenden europäischen Windkraftportfolio zu beteiligen. Auf diese Art investieren sonst nur große institutionelle Anleger in Erneuerbare. ABO Invest eröffnet auch Privatanlegern den Weg zu einer umfassenden Risikostreuung. Rund 2.500 Bürger sowie Stiftungen und Genossenschaften halten bereits Aktien. Ein operativ tätiges Unternehmen wie ABO Invest fällt nicht unter das Kapitalanlagegesetzbuch. Wir haben keine Pläne, ein weiteres Beteiligungsangebot aufzulegen. Vielmehr wollen wir das Portfolio der ABO Invest weiter ausbauen.

ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Koffka !

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