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Nachhaltigkeitsfonds & Zertifikate 05.09.2012

„Wir wollen die ökologisch-soziale Marktwirtschaft voran treiben" - Dieter Krämer, NFN AG

Versicherungen und die Altersvorsorge können ebenso nachhaltig gestaltet werden wie das Geldanlageportfolio. Die NFN AG aus Köln bietet dazu mehrere verschiedene Varianten an. Im Interview stellt NFN-Vorstand Dieter Krämer diese vor und erläutert deren Nachhaltigkeitsansatz.

Dieter Krämer ist 48 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Töchter. Der Sozial-, und Versicherungsfachmann ist Vorstand des auf nachhaltige Vorsorge und Finanzen spezialisierten bundesweiten Finanznetzwerks NFN AG aus Köln. Dieter Krämer ist seit 1996 als Berater und Führungskraft in der nachhaltigen Finanzbranche aktiv. / Quelle: Unternehmen


ECOreporter.de: Die NFN AG bietet über die REEnte® verschiedene Versicherungslösungen an. Inwiefern setzen Sie dabei auf Fonds, Aktien beziehungsweise Unternehmens- oder Staatsanleihen?

Dieter Krämer:Die REEnte® bieten wir in drei Varianten von drei verschiedenen Versicherern an. So haben sowohl Makler als auch Arbeitgeber damit eine gute Produktauswahl zur Verfügung, um haftungssicher anzubieten: Die erste Variante ist die „klassische Lösung“. Hier wird überwiegend in Unternehmens- und Staatsanleihen mit geringem Aktienfondsanteil investiert. Das Angebot läuft über den einzigen ökologisch ethischen Lebensversicherer in Deutschland, die oeco capital AG. Die zweite Variante ist die „fondsgebundene Lösung“. Dieses Angebot kombiniert Unternehmens- und Staatsanleihen mit ethisch- ökologischen Fonds. Der Deckungsstockanteil wird ebenso nachhaltig investiert. Darüber haben wir von der Stuttgarter Lebensversicherung als Versicherer eine Vorstandserklärung. Die dritte Möglichkeit ist eine reine ethisch-ökologische Aktienfondslösung: Unser dritter Partner Friendsprovident investiert mehr als 90 Prozent des Beitrages tatsächlich in Öko-Fonds mit einer 100-pozentigen Beitragsgarantie.
Die REEnte® wird nicht nur über die NFN AG vermittelt. Sie wird auch von qualifizierten externen und nachhaltig orientierten Maklern angeboten, die wir zukünftig auf unserer Internetseite auflisten werden.


ECOreporter.de: Das Vermögen der Versicherten wird nach ethisch-ökologischen Grundsätzen angelegt. Was bedeutet das?

Krämer:Das Vermögen der Versicherten und Betriebe wird durch Versicherungsgesellschaften und Fondsgesellschaften angelegt. Wir treffen allerdings die Auswahl mit unseren Kunden gemeinsam. Dabei erstellen wir Positiv- und Negativanforderungen, damit die Wertevorstellungen des Kunden erfüllt werden.


ECOreporter.de: Inwiefern gibt es feste Ausschluss- und Negativkriterien, bei denen Toleranzschwellen eingezogen sind? Gibt es Anlagethemen, die für ein REEnte®-Portfolio absolut tabu sind?

Krämer:Negativkriterien sind beispielsweise Rüstung, Atomkraft, Kohlekraftwerke, Kinderarbeit, Spekulationen mit Lebensmitteln. Toleranzschwellen gibt es sicherlich, da Unternehmen und Länder sich positiv entwickeln. In solchen Fällen greifen wir auf die Begründungen von dem jeweiligen Öko-Beirat einer Fondsgesellschaft zurück, die wir mit unseren Kunden besprechen. Darüber hinaus sind wir 17 NFN-Berater und verfügen über ein interdisziplinäres Netzwerk, um dies zu überprüfen. Die NFN AG ist im Finanzbeirat der Deutschen Umweltstiftung vertreten als auch in diversen Kooperationen und Mitgliedschaften, etwa bei der Agentur für Erneuerbare Energien, der Nichtregierungsorganisation Urgewald und bei Ökofinanz 21.


ECOreporter.de: Wie wird konkret sichergestellt, dass die Geldanlagen, in die investiert wird, ihre Nachhaltigkeitskriterien tatsächlich einhalten?

Krämer:Dies ist nur dadurch möglich, dass wir uns permanent die Fondszusammenstellung ansehen und den Dialog mit den Vorständen der Versicherer pflegen. Da wir als nachhaltiges Finanznetzwerk auch über eine gebündelte Umsatzstärke verfügen, finden wir Gehör bei den Versicherern. Unser Weltverbesserungsgedanke alleine wäre zu wenig. Wir wollen die ökologisch-soziale Marktwirtschaft voran treiben. Im Januar dieses Jahres war das nachhaltige Finanznetzwerk zwei Tage bei der oeco capital AG in Hannover. Dort haben wir uns mit den Vorständen für Finanzen und Vertrieb ausgetauscht. Ebenso haben wir uns dieses Jahr in Köln mit den Verantwortlichen der fpb AG FriendsProvident ausgetauscht. Unter anderem haben wir dort gemeinsam eine Strategie entwickelt, um zukünftig eine vermögensverwaltende ethisch-ökologisch Lösung anbieten zu können.


ECOreporter.de: REEnte®-Versicherte erhalten ein Zertifikat. Was hat es damit auf sich?

Krämer:Das Zertifikat, das jeder Kunde erhält, untermauert dessen Engagement in eine zukunftsfähigere Welt. Viele Unternehmen hängen dieses Zertifikat sichtbar auf. Das erhöht die Motivation in der Belegschaft und fördert die Reputation des Unternehmens gegenüber Kunden. Weil der beratende Makler auf dem Zertifikat aufgeführt wird, ist es eine sichtbare Empfehlung für ihn.


ECOreporter.de: Das Angebot REEnte® gibt es seit 2009. Gab es etwas wie eine Initialzündung, die zur Entwicklung des Angebots führte?


Krämer:Im Jahre 2002 habe ich eine fondsgebundene ökologische betriebliche Altersvorsorge an einen Geschäftsführer eines Verbandes aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien vermittelt. Dieser hatte von seinem neuen Arbeitgeber ein konventionelles Angebot bekommen. Da der Geschäftsführer bisher gewohnt war, über mich ökologisch und ethische Geldanlage zu erhalten, fragte er mich nach einer solchen Lösung für seine Direktversicherung. Er wusste, dass konventionelle Versicherungslösungen auch in Atomkraft, Kohlekraft und Rüstung investieren, dies wäre doch in seiner Stellung eine schlechte Reputation. Da war die Idee einer REEnte® geboren.


ECOreporter.de: An wen richtet sich Ihr Angebot konkret und welche durchschnittlichen Renditen können Versicherte erwarten?

Krämer:Die REEnte® richtet sich an Privat- und an Geschäftskunden die nachhaltig investieren wollen. Es gibt sie in jeder Variante, von der Riesterrente bis zur betrieblichen Altersversorgung. Nach zehn Jahren beträgt die Rendite von zwei ausgewählten Fonds bei monatlicher zahlweise durchschnittlich 4,89 Prozent pro Jahr. (Das bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. August 2002 bis zum 31. August 2012). Obwohl es in den letzten drei Jahren über die REEnte Friendsprovident mit FPI F&C nachhaltigen Fonds erfreulich hohe Renditen mit kumuliert 29,51 Prozent gegeben hat (Stand 31 August 2012), wären wir mit einer dauerhaften Rendite über 20 bis 30 Jahre ab 5 Prozent jährlich doch weiterhin zufrieden. Alternativ dazu erwirtschaften die Deckungsstocklösungen in der REEnte eine Gesamtverzinsung in 2012 von 3,5 Prozent pro Jahr bei der oeco capital und 4,2 Prozent jährlich bei der Stuttgarter Lebensversicherung.


ECOreporter.de: Die Umwelttechnik-Branchen, deren Aktien in vielen Nachhaltigkeitsfonds enthalten sind, sind derzeit arg durch Branchenkrisen und die Finanzkrise gebeutelt. Inwiefern gibt es hier noch verhältnismäßig sichere und aussichtsreiche Investments, auf die Anleger setzen können?

Krämer:Diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten. Bereits vor zwei Jahren haben die ersten Öko-Fonds vereinzelt Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien auf ihrer Einkaufsliste gestrichen. Mittlerweile hat sich dieser Markt stark bereinigt und wir finden vereinzelt wieder attraktive Aktien von Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche. Die Auswahl von Investmentfonds aus diesen Bereichen treffen wir gemeinsam in unseren Meetings. Zudem greifen wir auf Experten aus unserem Netzwerk zurück, wie die Gesellschaft Murphy & Spitz aus Bonn.


ECOreporter.de: Staatsanleihen haben ihren Ruf als sichere Geldanlagen durch die Finanzkrise verloren. Inwiefern setzen REEnte®-Protfolios auf nachhaltige Rentenfonds, in denen solche Papiere enthalten sind und inwiefern gibt es hier aktuell interessante nachhaltige Werte mit Potenzial?


Krämer:Nachhaltige Rentenfonds werden in der zukünftigen Vermögensverwaltung eingesetzt. Vorgesehen sind dort beispielsweise Investitionen in Genussrechte, Kommunalanleihen, ergänzt durch Anleihen nationaler und supranationaler Institutionen und einem aktiven Asset Management. Mögliche Zielmärkte sind die Länder wie Deutschland, Österreich, Schweiz, die Benelux-Staaten und Norwegen.

ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Krämer!

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