Werbung
Nachhaltige Aktien 26.01.2009

Wochenrückblick: Betrugsfall beim Windturbinenbauer Vestas – Solar Millennium AG will viertes solarthermisches Kraftwerk bauen – Produktionsstopp und Kurzarbeit bei Biodieselproduzentin Petrotec AG

Windräder von Vestas im Einsatz. / Quelle: Unternehmen

In der vergangenen Woche ist der deutsche Aktienindex DAX um 4,3 Prozent auf 4.178,94 Punkte gefallen. Der US-amerikanische Dow Jones verlor 1,1 Prozent und sank auf 8.124,79 Punkte. Der japanische Nikkei gab um 5,9 Prozent auf 7.745,25 Punkte nach. Öl hat sich leicht verteuert: Der Preis für einen Barrel der Sorte "Brent Crude Oil" stieg um 31 Cents auf 47,70 US-Dollar. Kupfer (Copper Grade A) verbilligte sich dagegen um 1,2 Prozent auf 3.303 Dollar. Der Euro verlor gegenüber dem Dollar um 2,25 Prozent an Wert und notierte zuletzt bei 1,30 Dollar.


Windaktien


Die dänische Vestas Wind Systems  soll 67 Windkraftanlagen vom Typ V90-3.0 MW nach Rumänien liefern. Sie wurden von den einheimischen Unternehmen S.C. Ewind S.R.L und S.C. Wind Power Park S.R.L. bestellt. Laut Vestas werden sie bis 2010 an zwei Windparks in der Region Constanta ausgeliefert. Weiter gab der Windturbinenbauer einen Betrugsfall bei der spanischen Tochter Vestas Eólica bekannt. Mitarbeiter in Führungspositionen haben das Unternehmen demnach möglicherweise um zwölf Millionen Euro betrogen. Die Vorfälle seien den Behörden in Barcelona gemeldet worden, die nun Ermittlungen eingeleitet hätten.


Aufgrund stark gestiegener Produktionskosten ist der Verlust der American Superconductor Corporation (AMSC) im 3. Quartal höher ausgefallen als erwartet. Nach vorläufigen Zahlen des Unternehmens aus Devens im US-Bundesstaat Massachusetts beträgt das Minus im 3. Quartal acht bis neun Millionen Dollar oder 0,18 Dollar bis 0,21 Dollar je Aktie. Für das Gesamtjahr prognostizierte AMSC einen Verlust von 17 bis 18 Millionen Dollar oder 0,40 Dollar bis 0,42 Dollar je Aktie. Der Jahresumsatz werde sich wie angekündigt auf 175 Millionen bis 185 Millionen Dollar belaufen.
Ferner meldete der Technologieanbieter einen weiteren Vertriebserfolg in China. Demnach hat die CSR Zhuzhou Electric Locomotive Research Institute Co. Ltd. (CSR-ZELRI) für mehrere Millionen Dollar Komponenten für Windkraftturbinen bestellt. Diese seien von der AMSC-Tochter AMSC Windtec entwickelt worden. Mit dieser arbeite CSR-ZELRI seit Januar 2007 zusammen. Die Komponenten werden laut AMSC noch 2009 ausgeliefert.


Solaraktien


Die chinesische LDK Solar kann die Konstanzer Solarkonzern Sunways AG wie geplant mit multikristallinen Silizium-Wafern beliefern. Laut Sunways haben die Chinesen jetzt eine Anlage zur Herstellung von Polysilizium in Betrieb genommen, die Versorgung der Solarzellenproduktion von Sunways könne somit in den kommenden Wochen beginnen. Zusammen mit dem Volumen aus weiteren Lieferverträgen will der deutsche Solarkonzern ab Herbst 2009 eine Vollversorgung seiner Produktionskapazitäten erreichen. Die bis dahin zusätzlich benötigten Rohstoffmengen werde man über den Spotmarkt beziehen, so Sunways.


Die GP Solar GmbH, Tochterunternehmen der centrotherm photovoltaics AG aus Blaubeuren, hat einen Großauftrag erhalten. Nach deren Angaben wurden von einem ungenannten europäischen Solarzellenhersteller optische Messsysteme zur Qualitätskontrolle bei der Wafer-, Solarzellen- und Modulproduktion bestellt. Sie seien für eine Fabrik in Südostasien vorgesehen.


Die Roth & Rau AG und die Manz Automation AG wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Wie sie bekannt gaben, soll insbesondere die Zusammenarbeit bei Produktionslinien zur Herstellung von Solarzellen verstärkt werden. Geplant sei, auf diese Weise Kostenvorteile zu nutzen und Wachstumspotenziale zu erschließen.


Die Erlanger Solar Millennium AG will Mitte des Jahres ein viertes Parabolrinnen-Kraftwerk in Spanien errichten. Von NEO Energía, einem Tochterunternehmen der Energías de Portugal S.A. (EDP), hat das Unternehmen 50 Prozent der Anteile an der spanischen Projektgesellschaft Ibersol Electricidad Solar Ibérica S.L. gekauft und hält nun 100 Prozent. Um die Finanzierung des 50-Megawatt-Vorhabens zu sichern, will Solar Millennium den größten Teil der Projektgesellschaft an Großinvestoren weiterverkaufen. Für das Solarkraftwerk soll die Solar Millennium Tochter Flagsol GmbH die Technologie liefern. Den Bau übernimmt nach Unternehmensangaben die MAN Solar Millennium GmbH, ein Joint Venture von Solar Millennium und MAN Ferrostaal. Die Vorgängerprojekte Andasol 1, 2 und 3 wurden in der andalusischen Sierra Nevada errichtet. Das Kraftwerk Ibersol soll dagegen in der spanischen Region Extremadura entstehen. Solar Millennium kündigte den Bau weiterer Solarkraftwerke auf der iberischen Halbinsel an.


Die US-amerikanische Waferproduzentin MEMC Electronic Materials (MEMC) hat für das 4. Quartal 2008 einen massiven Gewinnrückgang gemeldet. Er stürzte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 376,4 Millionen Dollar oder 1,62 Dollar je Aktie auf 73,2 Millionen Dollar oder 0,33 Dollar je Aktie ab. Das Unternehmen aus St. Peters im Bundesstaat Missouri gab zudem einen Umsatzeinbruch um 21 Prozent auf 425,7 Millionen Dollar bekannt. Interimschef Marshall Turner verwies zur Erklärung auf den Markteinbruch im Geschäft mit Halbleitern und im Solarbereich. Auch für das Gesamtjahr 2008 fällt die Bilanz von MEMC deutlich schwächer aus als im Vorjahr. Zwar kletterte der Umsatz leicht von 1,92 Milliarden auf 2,0 Milliarden Dollar. Der Gewinn hat sich jedoch mehr als halbiert. Er sank von 826,2 Millionen Dollar oder 3,56 Dollar je Aktie auf 390,3 Millionen Dollar oder 1,71 Dollar je Aktie. Für das 1. Quartal 2009 stellte MEMC einen möglichen Umsatzschwund von bis zu 50 Prozent in Aussicht.


Gemeinsam mit der einheimischen Hind High Vacuum Company Private Limited (HHV) will die US-amerikanische Solarausrüsterin Spire Corporation Kunden in Indien gewinnen. Wie das Unternehmen aus Bedford, Massachusetts, bekannt gab, wurde mit der Partnerin aus Bangalore dafür ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Damit könne Spire im aufkommenden Solarmarkt Indiens ein breiteres Angebot im Bereich Ausrüstung und Dienstleistungen anbieten.


Der chinesische Solarkonzern Suntech soll kristalline Solarmodule mit einer Kapazität von fünf MW für einen Solarpark in Masdar City liefern. Die Stadt in Abu Dhabi hat Modellcharakter. Die Regierung des Scheichtums will binnen acht Jahren die weltweit erste Stadt bauen, die keine Treibhausgase emittiert und ihre Energie vollständig aus erneuerbaren Quellen bezieht. Der Wüstenstaat plant eine Gesamtinvestition von 15 Milliarden Dollar. Suntech erhofft sich nach dem Auftrag eigenen Angaben zufolge nun weitere Aufträge aus dem Nahen Osten.


Die chinesische Solarwaferproduzentin ReneSola hat einen einjährigen Liefervertrag mit BP Solar International abgeschlossen. Wie das Unternehmen aus Jiashan mitteilte, soll es Solarwafer mit einer Kapazität von 120 Megawatt (MW) liefern. Im Gegenzug werde BP Solar die ReneSola mit 700 Tonnen Silizium ausstatten.Mit dem Vertrag werde die bisherige Beziehung der beiden Unternehmen ausgebaut.


Bioenergieaktien


Der Biogasanlagenbauer EnviTec Biogas AG hat sich für das Geschäftsjahr 2009 ein Umsatzziel von 150 bis 200 Millionen Euro gesetzt. Das Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen Lohne rechnet mit starker Nachfrage aus dem Inland, diese habe bereits Mitte 2008 nach der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eingesetzt. Darüber hinaus hofft EnviTec auf ein weiter wachsendes Auslandsgeschäft. Für 2008 stellte der Biogasanlagenbauer einen Umsatz zwischen 105 und 115 Millionen Euro in Aussicht. Dies entspricht einem Wachstum von 30 bis 90 Prozent. Die verhältnismäßig große Spanne in der Prognose resultiere aus den derzeit längeren Prüfungs- und Genehmigungsverfahren bei der Projektfinanzierung und dem Anlagenbau, so EnviTec.


Aufgrund von Liquiditätsproblemen steht die Ethanolproduzentin VeraSun Energy seit Anfang November 2008 unter Gläubigerschutz. Wie das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Süddakota bekannt gab, stellt es nun sieben seiner 16 Produktionsanlagen zum Verkauf. Vom 16. bis 31. März sollen die Anlagen per Auktion veräußert werden. Gegenwärtig laufen nur vier der Anlagen von VeraSun, die übrigen haben die Produktion ausgesetzt.


Einen Produktionsstopp und Kurzarbeit für die Mitarbeiter in ihren Werken Südlohn – Oeding und Emden hat die Petrotec AG beschlossen. Laut dem Borkener Unternehmen lassen die ungünstigen Marktbedingungen eine kostendeckende Biodiesel-Produktion zurzeit nicht zu. Belastend wirke sich zudem die unklare Gesetzeslage zum Thema Biodiesel auf Basis von Altspeisefetten aus. Mit Hilfe der Kurzarbeit solle die angespannte Liquiditätslage des Unternehmens geschont werden. Für den Standort Südlohn – Oeding habe man vom 30. Januar bis Anfang März 2009 Kurzarbeit angemeldet, für den Standort Emden vom 20. Dezember 2008 bis Ende Februar 2009.


Andere Aktien


Für 65 Millionen Dollar soll die US-amerikanische Ormat Technologies in Costa Rica ein Geothermiekraftwerk errichten. Wie das Unternehmen aus dem Bundesstaat Nevada mitteilte, stammt der Auftrag von der einheimischen Entwicklungsbank Banco Centroamericano de Integracion Economica ("BCIE"). Geplant sei, die Anlage in Las Pailas Mitte 2010 in Betrieb zu nehmen. Danach werde sie vom Energieversorger des Landes betrieben, der Instituto Costarricense de Electricidad ("ICE"). 2004 habe Ormat bereits ein Geothermiekraftwerk in Costa Rica errichtet, dass seither von der ICE betrieben werde.


Daldrup & Söhne AG und RWE Innogy wollen in einem neu gegründeten Joint Venture Geothermiekraftwerke projektieren. Wie die Bohrtechnik-Spezialistin Daldrup aus Ascheberg mitteilt, soll das Gemeinschaftsunternehmen im ersten Schritt bereits vorhandene Erlaubnisfelder für geothermale Tiefenbohrungen der RWE Innogy weiter entwickeln und zusätzliche Erlaubnisfelder beantragen. Darüber hinaus seien Beteiligungen an Projektentwicklungs- und Geothermiegesellschaften in Deutschland und Europa geplant. Die Gründung des Joint Ventures stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes.


Die ZhongDe Waste Technology AG hat aus China einen Auftrag im Umfang von 30 Millionen Euro erhalten. Wie das Hamburger Unternehmen mit operativem Geschäftsschwerpunkt China mitteilt, soll es eine Müllverbrennungsanlage mit Stromerzeugung für die Stadt Zhucheng in der Provinz Shandong errichten. Die Anlage müsse bis Ende 2010 fertig gestellt werden. ZhongDe rechnet für 2009 und 2010 mit Umsätzen und Gewinnen aus dem Projekt.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Aktien: Kurse“.


Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung derUmweltBank.


Bildhinweis: Wafereingangstester von Manz; Biogasanlage von EnviTec. / Quelle jeweils: Unternehmen

Werbung

ECOreporter.de-Abonnement

Als Abonnent haben Sie Zugriff auf alle Exklusivinformationen von ECOreporter.de.

Ein umfassender Service für alle, denen nachhaltige Investments etwas wert sind!

Abonnent werden

ecoanlageberater - deutschlandweit

ecoanlageberater - deutschlandweit

Wo finde ich eine/n Fachberater/in für Nachhaltiges Investment?
Absolvent/inn/en des Fernlehrgangs ecoanlageberater ganz in Ihrer Nähe

weiterlesen

ECOreporter - Artikel kaufen

PayPal

Sie möchten einen bestimmten Bericht in ECOreporter.de lesen? Sie können auch einzelne Artikel kaufen - vom Aktientipp bis zum ausführlichen Testbericht.
Schon ab 2,40 Euro!

Sie wollen alles in ECOreporter.de lesen? Dann abonnieren Sie! Ab 99,60 Euro pro Jahr, das sind pro Monat nur 8,30 Euro.
Die umfangreichste deutsche Seite zu nachhaltigen, ethischen Geldanlagen steht Ihnen dann komplett offen!
Abonnent werden

Einloggen schließen
Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Zum Seitenanfang Zum Seitenanfang