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Direktbeteiligungen 15.01.2016

Zeichnen oder nicht? - Wandelanleihe der UmweltBank mit 2,85 Prozent Zins pro Jahr

Die UmweltBank hat ihren Sitz in Nürnberg. Warum bietet sie den CoCo-Bonds an und wie attraktiv ist diese Wandelanleihe für Anleger? / Foto: Unternehmen

Die Nürnberger UmweltBank AG bietet einen sogenannten CoCo-Bond an, eine besondere Form von Wandelanleihe. Pro Jahr beträgt die Verzinsung zunächst 2,85 Prozent. Sollten Anleger investieren?


Die UmweltBank AG will mit der Ausgabe des CoCo-Bonds (WKN: A16 9GT / ISIN: DE000A169GT0) insgesamt 20 Millionen Euro einsammeln. CoCo-Bond ist ein Kürzel für Contingent Convertible Bond (deutsch: bedingte Pflichtwandelanleihe). Wer die CoCo-Bonds erwirbt, stellt der UmweltBank Eigenkapital zur Verfügung. Dafür bietet sie eine Verzinsung von 2,85 Prozent pro Jahr. Dieser Zins gilt zunächst bis zum 31. Mai 2021, ist aber nicht garantiert. Der Zins wird nur gezahlt, soweit die UmweltBank ausreichend Gewinn erzielt (wir haben über die letzte Jahresbilanz der Bank berichtet, wonach der Jahresüberschuss das Vorjahresniveau mit 14,5 Millionen Euro um 8,1 Prozent übertraf). Die Zinszahlung kann bei einem Gewinneinbruch ausbleiben. Die UmweltBank legt den angestrebten Jahreszins ab Mitte 2021 alle fünf Jahre neu fest. Die Laufzeit der Wandelanleihe ist unbegrenzt. Es gibt also keinen Zeitpunkt, an dem die Bank das Wertpapier zurückzahlen muss. Investoren können das Wertpapier aber verkaufen – ähnlich wie bei einer Aktie. Die UmweltBank bietet hierfür als Vermittler zwischen Kauf- und Verkaufsinteressenten einen hausinternen Telefonhandel an.

Das Angebot richtet sich zunächst ausschließlich an Aktionäre der UmweltBank, der einzigen an der Börse notierten Nachhaltigkeitsbank in Deutschland. Sie können den CoCo-Bond vom 15. bis zum 29. Januar 2016 erwerben - gebührenfrei. Das Finanzinstitut gibt den CoCo-Bond gestückelt in Teilschuldverschreibungen von 250 Euro zum Nennwert aus. Pro 69,228 UmweltBank-Aktien haben die Anteilseigner Anspruch auf eine Teilschuldverschreibung im Wert von 250 Euro. Wer also  mindestens 70 Aktien besitzt, hat ein Bezugsrecht auf eine Teilschuldverschreibung. Für ein Bezugsrecht auf zehn Teilschuldverschreibungen im Gegenwert von 2.500 Euro sind somit 693 Aktien der Bank notwendig. Über das Bezugsrecht hinaus können Aktionäre einen Überbezug beantragen, also weitere Teilschuldverschreibungen erwerben. Diese Aufträge kommen zum Zug, soweit nicht alle Aktionäre von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Sofern das Emissionsvolumen von insgesamt 20 Millionen Euro bis zum Monatsende nicht ausgeschöpft wird, kommen laut der UmweltBank voraussichtlich ab dem 8. Februar 2016 auch Nicht-Aktionäre zum Zug. Für diese beträgt die Mindestanlage 2.500 Euro.


Um mehr Umweltkredite zu vergeben benötigt die UmweltBank mehr Kapital

Die UmweltBank will mit der Ausgabe des CoCo-Bonds ihr haftendes Eigenkapital stärken. Dieses wurde zuletzt durch einbehaltene Gewinne erhöht. Bis zum Jahreswechsel 2011/12 hatte sie das Eigenkapital noch zusätzlich durch die Ausgabe von Genussrechten steigern können. Aber die europaweit vereinheitlichten Eigenkapitalanforderungen an Banken erlauben dies nicht mehr. Mit mehr Eigenkapital kann das Kreditgeschäft der Bank weiter wachsen. Aufgrund der hohen Nachfrage vergibt sie immer mehr Darlehen für ökologisch nachhaltige Projekte, beispielsweise für ökologisches Bauen oder für Erneuerbare-Energie-Anlagen.Dank der guten Gewinnentwicklung verfügt die UmweltBank bislang über ausreichend Eigenkapital, um damit ihre Kreditvergaben zu unterlegen. Ende 2014 übertraf ihre Gesamtkapitalquote mit 10,8 Prozent bereits die eigentlich erst ab Januar 2019 geltende Mindestanforderung nach Basel III von 10,5 Prozent. Die Ausgabe des CoCo-Bonds soll helfen, diesen Puffer auszubauen. Denn anders als gewöhnliche Anleihen zählen die CoCo-Bonds bankaufsichtsrechtlich nicht zum Fremdkapital, da sie in Aktien getauscht werden können. Wer in CoCo-Bonds anlegt, gehört im Fall einer Pleite des jeweiligen Emittenten zu den nachrangigen Gläubigern, wird also aus der Insolvenzmasse erst bedient, wenn die Ansprüche aller anderen Gläubiger vollständig erfüllt wurden, allerdings vor den Eigentümern, hier also den Aktionären.

Bildhinweis: Die UmweltBank vergibt viele Kredite für Erneuerbare-Energie-Anlagen. / Foto: Unternehmen


Umwandlung der CoCo-Bonds in Aktien hängt von der Kapitalentwicklung der UmweltBank ab

Investoren können mit Wandelanleihen gewöhnlich von einem Kursanstieg der Aktie profitieren, indem sie die Anleihen in Aktien tauschen.  Beim CoCo-Bond der UmweltBank wird gewandelt, wenn deren sogenannte „harte Kernkapitalquote“ einen bestimmten Wert unterschreitet. Das harte Kernkapital umfasst Gewinne und Rücklagen ebenso wie das von Aktionären gezeichnete Kapital. Zum Jahreswechsel 2014/2015 belief sich das Verhältnis des harten Kernkapitals der UmweltBank zu den „risikogewichteten Aktiva“ auf 7,46 Prozent. Die „risikogewichteten Aktiva“ sind insbesondere die von der Bank ausgereichten Kredite sowie etwa ihre Eigenanlagen in Wertpapieren. Einzig wenn diese Quote auf unter 5,125 Prozent fällt, wird der CoCo-Bond zur Wandlung fällig. Bei vielen Wandelanleihen steht von vornherein fest, zu welchem Kurs die Wandlung in Aktien erfolgt. Das ist beim CoCo-Bond der UmweltBank nicht der Fall. Wird er in Aktien umgewandelt, erfolgt deren Ausgabe zu dem Durchschnittspreis, den die Aktie an den 20 Handelstagen vor der Wandlung erreicht hat. Der kann auch unter dem heutigen Börsenpreis liegen. Die UmweltBank hat in den Bedingungen für den CoCo-Bond einen Mindestwandlungspreis von 25 Euro und einen Höchstwandlungspreis von 250 Euro festgelegt. Unabhängig vom Börsenkurs erhält der Inhaber einer Teilschuldverschreibung im Wandlungsfall also höchstens zehn, mindestens aber eine Aktie der UmweltBank.

Der Aktienkurs der UmweltBank AG hat sich in den letzten Jahren vervielfacht, kletterte allein in 2015 um 66 Prozent (wir haben zuletzt im November 2015 in einem Aktientipp  über die starken Wertzuwächse der UmweltBank-Aktie und über das weitere Kurspotential des Anteilsscheines berichtet). Heute um neun Uhr notiert die Aktie an der Münchener Börse bei  80,1 Euro.


Fazit

Für den CoCo-Bond der UmweltBank AG spricht vor allem, dass Anleger durch ihren Erwerb das Geschäftsmodell der Bank unterstützen. Dieses ist sehr nachhaltig (lesen Sie dazu auch dieses Unternehmensportrait). Die UmweltBank hat nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung rund 21.500 Umweltprojekte finanziert und vergibt Darlehen ausschließlich für nachhaltige Projekte. Sie veröffentlicht Näheres dazu auch in einem Umweltbericht. 


Das Anlagerisiko ist angesichts der sehr guten Geschäftsentwicklung der UmweltBank begrenzt. Sie blickt auf eine lange Reihe durchweg erfolgreicher Jahre zurück.

Die Verzinsung des CoCo-Bonds von 2,85 Prozent pro Jahr erscheint angemessen. Das entspricht dem durchschnittlichen Zins, den die Stuttgarter Börse für Unternehmensanleihen mit Laufzeit von neun Jahren und mit mittlerer Bonität angibt, und übertrifft den Durchschnittszins solcher Anleihen mit kürzerer Laufzeit. Die Zinszahlung für den CoCo-Bonds kann aber ausfallen, wenn die UmweltBank nicht genug Gewinn erwirtschaftet.

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