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AnlageABC – Das nachhaltige Finanzlexikon

Von A bis Z finden Sie alle wichtigen Begriffe aus dem Bereich Finanzen. Themen wie Nachhaltiges Wirtschaften, Ethik und Verbraucherschutz sind gleichgewichtig neben der Ökonomie vertreten.

Aktien grün

Wer den Markt der Umweltaktien untersucht, muss zunächst das Untersuchungsfeld abstecken: Was sind Umweltaktien oder „grüne“ Aktienwerte? Dazu gibt es bisher keine anerkannte allgemein gültige Definition. Die folgenden Ausführungen sollen die derzeitige Verwendung der Begriffe referieren.

Umweltaktien: Hierzu werden einerseits Aktien von Unternehmen gezählt, deren Geschäftstätigkeit darin besteht, z.B. durch Produktion entstandene Verunreinigungen oder Abfälle wieder aufzubereiten oder zu entsorgen. Diese klassische Form einer nachsorgenden Umwelttechnologie wird auch „end of the pipe“-Technologie genannt. Hierzu gehören Recyclingunternehmen (zum Beispiel Sero AG, B.U.S. AG), Unternehmen der Wasseraufbereitung (zum Beispiel Wedeco AG) und der Abfallentsorgung (Lösch AG, Interseroh AG).

Daneben werden auch Aktien von Unternehmen als Umweltaktien bezeichnet, die Umweltbelastungen erst gar nicht entstehen lassen, die sich der Innovation und (Weiter-)Entwicklung umweltfreundlicher Technologien widmen. In diesem Zusammenhang sind Unternehmen aus den Bereichen Sonnenenergie (zum Beispiel S.A.G. Solarstrom AG, Solon AG), Windenergie (Umweltkontor AG, Energiekontor AG) und Brennstoffzellentechnologie zu nennen. Vielfach werden diese beiden Ausprägungen der Umweltaktien unter den Begriffen Umwelttechnologie- oder Umwelttechnikaktien zusammengefasst.

Zu den Umweltwerten werden auch solche Unternehmen hinzugerechnet, bei denen der Umweltschutzgedanke in allen Bereichen der betrieblichen Abläufe eine entscheidende Rolle spielt, kurz gesagt: bei denen es nicht um „Umweltprodukte“, wie beispielsweise eine Solaranlage, geht, sondern darum, konventionelle Produkte umweltschonend herzustellen. Diese Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Umweltschutz als Unternehmensziel festlegen und rohstoff- und energiesparend produzieren. Firmen, die ihre Strategie derart ausrichten, werden auch als „öko-effizient“ bezeichnet. Öko-Effizienz ist ein Entwicklungsprozess, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung der technologischen Entwicklung und der Unternehmenswandel die Wertschöpfung maximieren, Ressourcenverbrauch, Abfälle und Schadstoffe diese dagegen minimieren.[1] Letztlich lassen sich durch den effizienten Umgang mit z.B. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen Abfälle reduzieren und somit auch Abfallgebühren senken. Allgemein anerkannt sind in diesem Zusammenhang Unternehmen wie Body Shop (Kosmetik), Timberland (Kleidung) oder Whole Foods Market (Naturkosthandel)


 

[1] Vgl. Schmidheiny, S.: Finanzierung des Kurswechsels (1990) S. 49, Zürich

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