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ECOanlagecheck 13.04.2017

Unabhängige Analyse: Die Inhaberschuldverschreibung Kraftwerkspark III von Green City Energy

Gondel einer Anlage des Windparks Bürgerwald von Green City Energy. / Foto: Mark Mühlhaus, Green City Energy

Die Kraftwerkspark III-Anleihe soll Erneuerbare-Energien-Projekte von Green City Energy in ausgewählten Ländern Europas mitfinanzieren. Die Emittentin hat bereits Windparks in Deutschland, Wasserkraftwerke in Italien und ein Solarprojekt in Frankreich erworben. Ab 5.000 Euro können Anleger die Anleihe zeichnen. Der ECOanlagecheck analysiert das Angebot von Green City Energy. Eine PDF-Version der Analyse finden Sie hier.


Anbieterin und Emittentin der Anleihe ist die Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG aus München, eine Tochter der Green City Energy AG. Bei der Anleihe handelt es sich um qualifiziert nachrangige Inhaberschuldverschreibungen. Es gibt zwei Tranchen (Teilbeträge).
Tranche A: Laufzeit bis zum 30. Dezember 2026, 4,0 Prozent Zins pro Jahr, 55 Millionen Emissionsvolumen
Tranche B:  Laufzeit bis zum 30. Dezember 2036, 5,0 Prozent Zins pro Jahr, 15 Millionen Emissionsvolumen
Am Laufzeitende sollen die Anleger der Tranche A 100 Prozent des Nennbetrages zurückerhalten, die Anleger der Tranche B 105 Prozent des Nennbetrages.

Der Platzierungsstand beträgt bei Tranche A rund 24,5 Millionen Euro und bei Tranche B rund 5,9 Millionen Euro (Stand: 21. März 2017). Die Vertriebsprovisionen betragen laut Prospekt fünf Prozent des vermittelten Anleihekapitals. Die fixen Kosten – unter anderem für Konzeption, Prospektherstellung, Rechtsberatung, Marketing und Vertriebskoordination – werden im Prospekt auf rund 840.000 Euro beziffert; das entspricht bei Vollplatzierung rund 1,2 Prozent des Anleihevolumens. Die an Unternehmen des Green City Energy – Konzerns zu zahlenden Projektvermittlungsprovisionen (z. B. für rechtliche und wirtschaftliche Projektprüfung, Zwischenfinanzierung, Marktrecherche und Kaufpreisvorverhandlung) sind auf acht Prozent des Emissionsvolumens begrenzt. Die laufende Vergütung für die Geschäftsführung der Emittentin beträgt laut Prospekt voraussichtlich 0,27 Prozent des Anleihevolumens pro Jahr. Ab 2018 wird die laufende Vergütung um mindestens 2 Prozent pro Jahr erhöht. Laut Prospekt erwägt die Emittentin, die Anleihe nach Ablauf der Zeichnungsfrist an einer Börse handeln zu lassen.


Unternehmensprofil Green City Energy Kraftwerkspark III

Emittentin der Anleihe ist die Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG aus München. Sie wurde im November 2015 gegründet. Als ihre Komplementärin fungiert die 2011 gegründete Green City Energy Kraftwerke GmbH mit den Geschäftsführern Jens Mühlhaus, Frank Wolf und Günter Lanzl. Mühlhaus und Wolf sind auch Vorstände der Green City Energy AG. Diese ist alleinige Gesellschafterin der Emittentin und derer Komplementärin. Die Kommanditeinlage der Green City Energy AG bei der Anleiheemittentin beträgt 617.380 Euro (Stand: 21. März 2017). Sie hat sich verpflichtet, ihre Kommanditeinlage bei der Emittentin auf 2,5 Prozent des platzierten Anleihevolumens aufzustocken (1,75 Millionen Euro bei Vollplatzierung). Laut der ungeprüften Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2016 hat die Emittentin einen Fehlbetrag von rund 1,47 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieser resultiert hauptsächlich aus den Anlaufkosten (insbesondere Vermittlungsprovisionen und Prospekterstellung).

Green City Energy entstand 2005 aus der 1990 gegründeten Umweltorganisation Green City e.V., die mit einem Anteil von rund 55 Prozent Hauptaktionär der Green City Energy AG ist (Stand: 21. März 2017). Der Green City Energy-Konzern ist ausschließlich im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Er plant, baut und finanziert Wind-, Wasser- und Solaranlagen in Deutschland sowie im europäischen Ausland mit Schwerpunkt auf Italien und Frankreich. Insgesamt hat der Konzern laut Prospekt bislang 309 Erneuerbare-Energien-Anlagen mit rund 196 Megawatt (MW) Leistung umgesetzt, die zu einem großen Teil mit 35 Kapitalanlagen (Anlegerkapital: 164 Millionen Euro) finanziert wurden. Die Anleger der Finanzprodukte Kraftwerkspark I (2011) und II (2013), den Vorgängerprodukten des Kraftwerkspark III, haben die Zinszahlungen bislang plangemäß erhalten (Stand: 31. Dezember 2016). Das Gesamtinvestitionsvolumen der realisierten Projekte aller Anlageprodukte beträgt nach Angaben von Green City Energy insgesamt über 400 Millionen Euro. Im Vergleich zur Stromgewinnung aus konventionellen Kraftwerken wurden den Angaben nach durch den Betrieb der Erneuerbare-Energien-Anlagen bislang insgesamt circa 350.000 Tonnen CO2 eingespart.

Laut Prospekt wird ein Teil der Haupttätigkeit der Green City Energy AG zukünftig verstärkt im europäischen Ausland liegen und sich dementsprechend auf die Investitionsauswahl der Anleiheemittentin auswirken. Bis 2012 hatte Green City Energy überwiegend Solarparks in Deutschland errichtet, realisiert und Anlegern zur Beteiligung angeboten. 2012 bzw. 2013 hat der Konzern die Wasserkraftmärkte Frankreich und Italien für sich erschlossen und seitdem mehrere Projekte angekauft. Als Projektentwickler und Generalunternehmer ist die Green City Energy AG seit 2013 hauptsächlich im Bereich Windenergie in Süddeutschland tätig. Im Oktober 2016 hat Green City Energy zudem mit einem italienischen Projektentwickler einen Vertrag unterzeichnet, der 22 Erneuerbare-Energien-Projekte, vorwiegend Kleinwasserkraftwerkprojekte in den südlichen Dolomiten, umfasst, die während eines fünfjährigen Vertragszeitraums gemeinsam weiter entwickelt werden sollen.

In Deutschland plant der Green City Energy-Konzern zukünftig neben den von ihm selbst entwickelten Windprojekten auch bereits fertiggestellte Windparks von Dritten zu erwerben. Zudem legt er nach eigenen Angaben ein Augenmerk auf bereits ans Netz angeschlossene Solar- und Windprojekte in Italien sowie Windenergieprojekte in Frankreich.


Investitionen

Die Emittentin hat bislang drei Windparkprojekte in Süddeutschland, drei Wasserkraftwerke in Norditalien und ein Solaranlagen-Portfolio in Südfrankreich erworben. Mit einem investierten Anleihekapital von derzeit zusammen rund 21 Millionen Euro stellen diese sieben Investitionen – gemessen am geplanten Nettoemissionserlös der Anleihe von rund 66 Millionen Euro – rund 30 Prozent der geplanten Investitionen der Emittentin dar.

Die Emittentin plant laut Prospekt den Kauf von zwei weiteren Wasserkraftwerken in Norditalien und von einem Windpark in Süddeutschland. Nach Berechnung von ECOreporter.de würde sich unter Berücksichtigung dieser möglichen Erwerbe das investierte Anleihekapital voraussichtlich auf ungefähr 28 Millionen Euro erhöhen, falls die Wasserkraftwerke im Durchschnitt zur Hälfte (beispielhafte Annahme) fremdfinanziert werden sollten. In diesem Fall würde sich das investierte Anleihekapital von ungefähr 28 Millionen Euro zu ca. 55 Prozent auf Windparks, zu ca. 42 Prozent auf Wasserkraftwerke und zu ca. 3 Prozent auf Solaranlagen verteilen.

Bei den Windenergie- und Solarenergieprojekten der Emittentin liegt der Bankkapitalanteil der langfristigen Finanzierungen zwischen 67 Prozent und 73 Prozent. Bei den Wasserkraftwerksprojekten der Emittentin laufen derzeit noch Verhandlungen bezüglich bereits bestehender und/oder neuer Bankkredite, daher ist hier der Bankkapitalanteil der finalen langfristigen Finanzierungen noch nicht bekannt. Voraussichtlich wird der Bankkapitalanteil bei den Wasserkraftprojekten im Durchschnitt deutlich unter dem der Windenergie- und Solarenergieprojekte liegen.

Gemessen an der Nennleistung (MW) und der prognostizierten Stromproduktion dominieren die Windparks das Anlagenportfolio der Emittentin mit einem Anteil von rund 86 Prozent (Nennleistung) bzw. 81 Prozent (Stromproduktion). Sie sind deutlich höher als die Anteile gemessen am investierten Anleihekapital, da die Kaufpreise je MW für die Wasserkraftwerke und Solaranlagen aufgrund der höheren Einspeisevergütungen höher sind. Die gesetzlichen Strom-Einspeisevergütungen betragen für die feststehenden deutschen Windenergieprojekte der Emittentin durchschnittlich ca. 8,4 Cent/kWh, für die französischen Solaranlagen 13,9 Cent/kWh und für die italienischen Wasserkraftwerke im gewichteten Durchschnitt rund 20,1 Cent/kWh.

Die von ECOreporter.de berechneten Einkaufsfaktoren (Gesamtinvestition in das Projekt/prognostizierte Stromerlöse (Euro) erstes Jahr) liegen für die Windparks der Emittentin bei 9,9 (Inbetriebnahme März 2016) bis ca. 10,7 (geplante Inbetriebnahme März 2017). Die Einkaufsfaktoren für die Windparkprojekte liegen noch im marktüblichen Bereich, zeigen aber auch, dass sich infolge der kontinuierlichen Absenkung der Einspeisevergütungen die Rentabilität von neuen Windparks in Deutschland tendenziell verringert. Für das französische Solaranlagen-Portfolio beträgt der Einkaufsfaktor 10,9. Bei den italienischen Wasserkraftwerken liegt der Einkaufsfaktor bei ca. 8,9. Oftmals sind die Einkaufsfaktoren für Erneuerbare-Energien -Projekte in südeuropäischen Ländern deutlich geringer als für vergleichbare Projekte in Deutschland, um mit der Auslandsinvestition verbundene höhere Risiken zu kompensieren.

Im Geschäftsbereich Windenergie hat die Emittentin bislang die Windparkprojekte Sindersdorf (Bayern), Bürgerwald (Bayern) und Gischberg (Saarland) erworben. Im Windpark Sindersdorf drehen sich seit März 2016 zwei Windenergieanlagen des Typs GE (General Electric) 2.75-120 mit einer Nennleistung von jeweils 2,75 MW. Der Windpark Bürgerwald besteht aus vier Windenergieanlagen des Typs Nordex N117 mit einer Nennleistung von jeweils 2,4 MW. Die Inbetriebnahme der Anlagen soll bis Ende März 2017 erfolgen (Stand: 21. März 2017). Für den Windpark Gischberg werden derzeit zwei Windenergieanlagen des Typs GE 3,2-130 mit einer Nennleistung von jeweils 2,75 MW errichtet. Die Inbetriebnahme ist im ersten Halbjahr 2017 geplant. Zudem plant die Emittentin den Windpark Schwarzwald (Baden-Württemberg) im ersten Halbjahr 2017 zu erwerben. Der Windpark wird nach der bis Juni 2017 geplanten Fertigstellung aus zwei Windenergieanlagen des Typs Nordex N117 mit einer Nennleistung von jeweils 2,4 MW bestehen.

Die von der Emittentin mittelbar erworbenen drei Kleinwasserkraftwerke in den (Ausläufern der) norditalienischen Dolomiten (Südalpen) sind zwischen 2011 und 2015 in Betrieb gegangen. Die Kraftwerke haben eine installierte Leistung von 541 kW, 452 kW und 420 kW und unterscheiden sich technisch: Zum Einsatz kommen eine Peltonturbine, zwei Francis-Turbinen und eine Kaplanturbine. Die beiden weiteren Wasserkraftwerke, deren Kauf geplant ist, sind seit 2015 bzw. November 2016 in Betrieb, haben eine installierte Leistung von 786 kW und 462 kW und werden jeweils mit einer Peltonturbine betrieben.

Das von der Emittentin mittelbar gekaufte französische Solarportfolio besteht aus 15 dachintegrierten Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 1,5 Megawattpeak (MWp). Verbaut sind Solarmodule vom chinesischen Hersteller Talesun und Wechselrichter des deutschen Herstellers Kaco. Die Anlagen sind fertiggestellt und 13 der 15 Anlagen ans Netz angeschlossen (Stand: 21. März 2017). Sie befinden sich auf eigens errichteten landwirtschaftlichen Gebäuden, die ebenfalls im Besitz der Projektgesellschaft sind. Diese werden von ortsansässigen Landwirten für 30 Jahre angemietet und gehen im Anschluss in deren Besitz über.

Auch für die zukünftigen Projektkäufe der Emittentin gelten die im Prospekt dargestellten, umfassenden Investitionskriterien. In denen ist unter anderem festgelegt, dass die Investitionen nur in Erneuerbare-Energien-Projekte und zu mindestens 75 Prozent in Deutschland, Frankreich und Norditalien erfolgen müssen. Ab 2019 entfällt diese Beschränkung. Dann kann die Emittentin im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und in der Schweiz investieren. Der EWR besteht aus den EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen, Liechtenstein und Island. Höchstens fünf Prozent des Anleihekapitals darf die Emittentin in neuartige Technologien investieren, die beispielsweise aus Windstrom Wärme erzeugen. Bis zu 20 Prozent des platzierten Anleihekapitals darf in Projektentwicklungen fließen. Mit dem Erhalt der zum Bau und Betrieb erforderlichen Genehmigungen zählen Projekte laut Prospekt nicht mehr zu den Projektentwicklungen und fallen aus der 20-Prozent-Schwelle heraus. Zudem sehen die Investitionskriterien vor, dass nur in Projekte investiert wird, die prognosegemäß eine Mindestrendite von 4,3 Prozent pro Jahr für die Anleiheemittentin erwirtschaften.

Laut Unternehmensgegenstand kann die Emittentin Anlagen sowohl direkt kaufen als auch mittelbar über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Zudem sind Investitionen auch in Form einer Nachrangdarlehensvergabe oder über eine Zeichnung von Finanzierungsinstrumenten wie beispielsweise Genussrechten möglich. Laut Gesellschaftsvertrag der Emittentin kann die Komplementärin mit Zustimmung der Gesellschafter – in diesem Fall die Green City Energy AG – von den prospektierten Investitionskriterien abweichen.


Ökologische Wirkung

Die Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG finanziert die Entwicklung, den Bau und Betrieb von Erneuerbare-Energien-Projekte. Investitionsschwerpunkte sind Windenergieanlagen und Wasserkraftwerke. Die bislang erworbenen drei Windparks, drei Wasserkraftwerke und das Solaranlagenportfolio werden gemäß den Stromertragsprognosen zusammen rund 58 Millionen kWh Strom pro Jahr erzeugen. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh versorgen sie so rechnerisch rund 16.600 Haushalte. Im Vergleich zur Stromgewinnung aus konventionellen Kraftwerken beträgt die CO2 Einsparung durch den Betrieb der Windparks circa 35.000 Tonnen Jahr pro Jahr. Auf das vorgesehene Anleihevolumen hochgerechnet ergibt sich eine CO2-Ersparnis des geplanten Kraftwerkspark von über 60.000 Tonnen pro Jahr.

Die Wasserkraftwerke in Italien sind nach Einschätzung der Emittentin umweltverträglich.
Zwei der drei bereits erworbenen Wasserkraftwerke verfügen über Fischtreppen. Bei der dritten Anlage ist das nach Angaben der Anbieterin nicht notwendig, da sie sich aus dem (fischlosen) Rückgabewasser eines oberhalb gelegenen Wasserkraftwerks speise. Die beiden zum Kauf vorgesehenen Wasserkraftwerke haben ebenfalls beide eine Fischtreppe.

Ein Teil des Anleihekapitals wird in Projektentwicklungen investiert. Abhängig von der Entwicklungsdauer der einzelnen Projekte kann dieser Teil des Anleihekapitals während der Laufzeit der Anleihe somit voraussichtlich mehrfach für ökologisch sinnvolle Erneuerbare-Energien-Projekte eingesetzt werden.


Risiko

Die Anleihe ist mit einem qualifizierten Nachrang ausgestattet und nicht besichert. Der Anspruch der Anleger auf Verzinsung und Rückzahlung ihres Kapitals ist daher solange und soweit ausgeschlossen, wie die Verzinsung oder Rückzahlung zur Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit bei der Emittentin führen würde. Es ist derzeit nicht vorgesehen, aber möglich, dass die Emittentin gegenüber der Anleihe vorrangiges und/oder besichertes Fremdkapital aufnimmt. Auf Ebene der Projektgesellschaften befindet sich in der Regel besichertes Bankenkapital, das vorrangig zu bedienen ist. Die Eigenkapitalquote der Emittentin beträgt planmäßig nur 2,5 Prozent. Auch deswegen ist die vorliegende Anleihe ihrem Wesen nach eine unternehmerische Beteiligung mit eigenkapitalähnlicher Haftungsfunktion für die Anleger.

Die Emittentin kann in Projekte investieren, bei denen noch Fertigstellungs- und Inbetriebnahmerisiken bestehen. Zudem darf die Emittentin bis zu 20 Prozent des Anleihevolumens in mit erhöhten Risiken verbundene Projektentwicklungen investieren, bei denen noch keine Bau- und Betriebsgenehmigungen vorliegen. Derzeit hat die Emittentin ein nachrangiges Projektentwicklungsdarlehen über 2,98 Millionen Euro an ein fremdes, konzernnahes Unternehmen für die Realisierung von Wind- und Wasserkraftprojekten sowie Solaranlagen in Deutschland, Italien, Österreich  und Frankreich vergeben (Stand: 21. März 2017). Für die Windenergieprojekte gilt das in Deutschland neu eingeführte Ausschreibungsverfahren. Es besteht das Risiko, dass die Projekte keinen Zuschlag erhalten, ohne Einspeisevergütungszusage scheitern und infolgedessen das Projektentwicklungsdarlehen nicht an die Emittentin zurückgezahlt werden kann. Nach Angaben der Initiatorin ist dieses Risiko dadurch reduziert, dass die Projektentwicklungs-Darlehensnehmerin vertraglich verpflichtet ist, Projektrechte in einem Volumen von 200 Prozent des Darlehensbetrages zu halten. Daher ist es nach Einschätzung der Initiatorin wahrscheinlich, dass die Darlehensnehmerin auch beim Scheitern einzelner Projektentwicklungen das Projektentwicklungsdarlehen an die Emittentin zurückzahlen kann.

Ein wesentliches Risiko bei Erneuerbare-Energien-Anlagen besteht grundsätzlich darin, dass sie weniger Strom liefern können als prognostiziert. Insbesondere bei Wasserkraftwerken kann es abhängig von den Regenmengen zu erheblichen Ertragsschwankungen kommen. Die von der Emittentin erworbenen Wasserkraftwerke liegen alle in derselben norditalienischen Provinz Belluno. Daher ist es möglich, dass in einer Trockenperiode alle Wasserkraftwerke gleichzeitig einen geringeren Stromertrag verzeichnen (Klumpenrisiko). Die Wirtschaftlichkeit von Erneuerbare-Energien- Anlagen ist derzeit in der Regel noch von gesetzlichen Einspeisevergütungen abhängig. Das gilt bei den Investitionen der Emittentin insbesondere für die Wasserkraftwerke in Italien mit einer Einspeisevergütung von durchschnittlich rund 20 Cent/kWh. Italien steckt zudem in einer Regierungs-, Verschuldungs- und Bankenkrise. Es ist nicht auszuschließen, dass rückwirkende Kürzungen der Einspeisevergütungen oder Steuererhöhungen einen rentablen Betrieb der Anlagen erschweren oder unmöglich machen.

Die Emittentin hat das Emissionsvolumen der Anleihen-Tranche A von 35 auf 55 Millionen Euro erhöht. Tranche A hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Bei Tranche B beträgt die Laufzeit 20 Jahre und das Emissionsvolumen 15 Millionen Euro. Nicht nur das Emissionsvolumen, sondern auch das bisherige Platzierungsvolumen der Tranche A ist ungefähr viermal so hoch wie das von Tranche B. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Emittentin nach zehn Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigt und/oder Projekte verkaufen muss, um die Tranche A vollständig an die Anleger zurückzahlen zu können. Das kann insbesondere dann zu finanziellen Problemen bei der Emittentin führen, wenn das Zinsniveau in zehn Jahren deutlich über dem aktuellen Zinsniveau liegen sollte.

Die Green City Energy AG ist alleinige Gesellschafterin der Anleiheemittentin. Zudem ist die Komplementärin der Emittentin eine Tochtergesellschaft der Green City Energy AG. Die beiden Geschäftsführer der Komplementärin der Emittentin sind auch Vorstände der Green City Energy AG. Die Emittentin schließt mit der Green City Energy AG (und ihren Tochterunternehmen) mehrere Projektentwicklungs-, Generalunternehmer-, Kauf-, Betriebsführungs- und Vermittlungsverträge ab. Beispielsweise entwickelte und errichtet(e) die Green City Energy AG als Generalunternehmerin die von der Emittentin erworbenen Windparks und hat auch die Wasserkraftwerke an die Emittentin verkauft. Laut Prospekt ist es auch möglich, dass Verträge zunächst mündlich geschlossen werden. Aufgrund der Verflechtungen und Personenidentitäten besteht das Risiko von Interessenskonflikten, die zum Nachteil der Emittentin gelöst werden können.

Die Emittentin leistet bereits vor der Fertigstellung eines Projektes Zahlungen. Grundsätzlich kann bei einer Insolvenz eines Generalunternehmers das Risiko bestehen, dass ein Windpark nicht fertiggestellt wird und bereits geleistete Zahlungen des Auftraggebers verloren sind. Generell ist die Emittentin in erheblichem Umfang von der Green City Energy AG und ihren Kompetenzträgern abhängig. Ein Ausfall der Green City Energy AG kann beispielsweise dazu führen, dass die Emittentin den Zugang zu neuen (rentablen) Projekten verliert. Zudem hat die Green City Energy AG  eine bis Ende 2017 befristete Patronatserklärung abgegeben, in der sie sich dazu verpflichtet, die Emittentin mit ausreichend Finanzmitteln auszustatten.


Stärken
Streuung der Investitionen über verschiedene Technologien (Wind, Wasser, Solar) und Länder
Bereits gezeichnetes Anleihevolumen von rund 30 Millionen Euro vollständig investiert
Erfahrene Green City Energy-Gruppe

Schwächen
Teilweise Fertigstellungs- und Projektentwicklungsrisiken
Potential für Interessenkonflikte


Fazit:

Finanziell


Ein großer Teil der – bei einem Emissionsvolumen der Anleihe von 70 Millionen Euro – geplanten Investitionen der Emittentin sind inzwischen fixiert oder bereits getätigt. Die Emittentin hat bislang drei deutsche Windparks, sowie mittelbar drei italienische Wasserkraftwerke und ein französisches Solaranlagenportfolio gekauft. Sie hat damit ihre Investitionsstrategie umgesetzt und verfügt bereits vor Abschluss der Investitionsphase über ein risikodiversifiziertes Portfolio an Wind-, Wasser- und Solaranlagen in mehreren europäischen Ländern. Das Zins/Risiko-Verhältnis der Anleihe ist für das aktuelle Anlagenportfolio der Emittentin angemessen. Damit diese Bewertung Bestand hat, ist es erforderlich, dass es sich bei den weiteren Investitionen der Emittentin nicht ausschließlich um weitere Wasserkraftwerke in Norditalien und Windparks in Süddeutschland handelt, um Klumpenrisiken nicht zu erhöhen. Zudem ist die Bewertung abhängig davon, in welchem Umfang die Emittentin zukünftig in Projektentwicklungen investiert, die beispielsweise für den Geschäftsbereich Windenergie Deutschland riskanter geworden sind. Falls die Emittentin die laut Investitionskriterium erlaubten 20 Prozent des platzierten Anleihekapitals vollständig in Projektentwicklungen investieren sollte, wäre der Zinssatz der Anleihe im Verhältnis zum Risiko tendenziell eher niedrig.

Nachhaltigkeit

Mit dem Anleihekapital werden Erneuerbare-Energien-Projekte entwickelt und realisiert. Die Nachhaltigkeitswirkung des bisherigen Kraftwerksportfolios III, das aus Windparks, Wasserkraftwerken und Solaranlagen besteht, ist hoch.


ECOreporter.de-Empfehlung

Die Emittentin der Kraftwerkpark III-Anleihe hat eine überzeugende und nachhaltige Investitionsstrategie, die sie bereits vor Ende der Investitionsphase erfolgreich umgesetzt hat. Mit der so derzeit erreichten Risikostreuung ist die den Anlegern angebotene Verzinsung angemessen hoch.


Basisdaten

Anbieterin und Emittentin: Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG, München
Anlageform: Inhaberschuldverschreibung (Anleihe)
Emissionsvolumen: 55 Millionen Euro (Tranche A), 15 Millionen Euro (Tranche B)
Mindestzeichnungssumme: 5.000 Euro
Agio: 0 Prozent
Laufzeit: bis 30. Dezember 2026 (Tranche A), bis 30. Dezember 2036 (Tranche B)
Zinsen: 4,0 Prozent (Tranche A), 5,0 Prozent (Tranche B)
Rückzahlung: 100 Prozent (Tranche A), 105 Prozent (Tranche B)
Einkunftsart: Einkünfte aus Kapitalvermögen
CSSF-Billigung: Ja
Handelbarkeit: eventuell Börsenhandel
ISIN: DE000A2AALN4 (Tranche A), DE000A2AALP9 (Tranche B)

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